Siemens streicht 7.000 Stellen, auch Österreich betroffen

Die Siemens Zentrale in München

Die Siemens Zentrale in München

Nun ist es fix: Der Siemens-Konzern setzt in der Kraftwerks- und in der Antriebssparte den Rotstift an. Fast 7.000 Jobs sollen dabei wegfallen. Der Konzernumbau schlägt sich auch auf österreichische Standorte nieder.

Der massive Stellenabbau beim internationalen Siemens-Konzern hinterlässt auch Spuren in Österreich. Die Kürzungen im Bereich Kraftwerke und Großturbinen werden auch den Standort Wien betreffen. Dies wurde nun bei einer deutschen Telefonkonferenz des Konzerns klar.

In Wien sowie an den deutschen Standorten Offenbach und Erlangen gebe es die gleichen Kompetenzen bzw. Beschäftigte, die das gleiche machen. Hier wolle der Konzern die Kapazitäten "bündeln". Der Schwerpunkt dieser Aktivitäten liege derzeit in Erlangen.Dazu müsse es nun Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern geben, hieß es. Es gehe um die sogenannten "white-collar"-Jobs, also Angestellte. Das genaue Ausmaß des Stellenabbaus bleibt derzeit unklar.

Die Auftragsflaute in den Kraftwerks- und Antriebssparten bereitet dem Konzern schon länger Kopfzerbrechen. "Wir müssen die Kapazitäten anpassen, auch wenn das schmerzhafte Einschnitte bedeutet", hatte Kaeser erst vor einer Woche erklärt.

Etwa die Hälfte der insgesamt 6.900 Arbeitsstellen sollen in Deutschland wegfallen. Zwei Werke im sächsischen Görlitz und in Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen sollen geschlossen werdenDurch die geplante Zusammenlegung des in Erlangen und Offenbach angesiedelten Lösungsgeschäfts der Kraftwerkssparte dürfte auch der Standort Offenbach mit rund 700 Beschäftigten vor dem Aus stehen. Für ein Werk in Erfurt prüft Siemens zudem mehrere Optionen, darunter auch einen Verkauf. Die Maßnahmen sollten möglichst sozialverträglich gestaltet werden.

In der Kraftwerkssparte von Siemens gibt es weltweit noch rund 46.800 Beschäftigte, die Nachfrage nach den großen Gasturbinen in Deutschland und Europa ist jedoch deutlich zurückgegangen. Der Konzern leidet unter einem Preisverfall und Überkapazitäten. Das Geschäftsfeld Prozessindustrie und Antriebe mit zuletzt rund 44.800 Mitarbeitern weltweit bietet etwa Getriebe, Motoren, Antriebe und Kupplungen für die Öl-, Gas- und Bergbauindustrie an. Es ist damit auch stark von den Rohstoffpreisen abhängig. In beiden Sparten hatte Konzernchef Joe Kaeser bereits Jobs gekappt.

Schon vor Bekanntgabe der Kürzungspläne hatte die Siemens-Führung auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Die IG Metall sieht darin einen Bruch der bei Siemens geltenden Vereinbarung zur Standort- und Beschäftigungssicherung. Sie hatte deshalb massiven Widerstand gegen die Pläne angekündigt.

ÖSV-Chef Schröcksnadel: "Keinerlei Schwierigkeiten" mit Klimawandel

Wirtschaft

ÖSV-Chef Schröcksnadel: "Keinerlei Schwierigkeiten" mit Klimawandel

trend-EXKLUSIV: Christian Kerns erster Job nach der Politik

Wirtschaft

trend-EXKLUSIV: Christian Kerns erster Job nach der Politik

Wirtschaft

"Ich mache mir um Christian Kern keine Sorgen"