Siemens will mit Medizintechnik an die Börse

Siemens CEO Joe Kaeser

Siemens CEO Joe Kaeser: 2016/17 wird es eng.

Siemens will die profitable Die Medizintechik-Sparte an die Börse bringen. Vorstandschef Joe Kaeser stellt sich außerdem auf unsichere Zeiten ein. Die Prognose für das Ende September begonnene Geschäftsjahr lasse nicht viel Raum für Fehler. Der Brexit beunruhigt Kaeser mehr als die Wahl Donald Trumps zum Präsident der USA.

Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser dämpft die Erwartungen für das Ende September begonnene neue Geschäftjahr 2016/2017. Nach dem Plus von sechs Prozent im abgeschlossenen Jahr rechnet er nun mit mehr Gegenwind, unsicheren Aussichten für das Geschäft und einem komplizierten Investitionsklima. Die Prognose sei ambitioniert und lasse nicht viel Raum für Fehler.

Die Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten wollte Kaeser nicht als Stolperstein für die Geschäfte verstanden wissen. Ihn beunruhige der Brexit Großbritanniens mehr als die Wahl Trumps zum Präsidenten, sagte der Siemens-Vorstandschef.

Konkret rechnet Siemens 2016/17 nur noch mit einen geringen Zuwachs ohne Zukäufe und Wechselkurseffekte. Das bedeutet für Finanzchef Ralf Thomas "ein bis zwei Prozent". Auch bei der offiziellen Zielsetzung für den Gewinn je Aktie blieb das Management mit 6,80 Euro bis 7,20 Euro unter dem, was sich Analysten vorstellen. Vergangenes Jahr waren es 6,74 Euro pro Papier - für die Aktionäre insgesamt 5,45 Milliarden Euro - und damit mehr, als Siemens mit der zuletzt noch einmal erhöhten Prognose versprochen hatte. An den noch größeren Gewinn aus dem Jahr 2014/15 kam Siemens zwar nicht heran - das aber nur, weil damals Anteilsverkäufe für hohe Sondererträge gesorgt hatten.

Im Vorjahr war der Umsatz vor allem dank milliardenschwerer Kraftwerksaufträge in Ägypten und im Windkraftbereich um insgesamt 5 Prozent auf 79,6 Milliarden Euro gewachsen. Das operative Ergebnis im Industriegeschäft wuchs um 13 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, die Marge stieg auf 10,8 Prozent (+0,7%).

Medizintechnik an die Börse

In de Medizintechnik-Sparte laufen die Geschäfte nach wie vor rund. Siemens plant nun die Sparte auf eigene Beine zu stellen und an die Börse zu bringen. Die Schweizer Medizinaltechnik wurde bereits in die Siemens Healthcare AG ausgegliedert. Über Umfang und Zeitpunkt eines Börsengangs muss noch entschieden werden. Die im Konzern vergleichsweise profitable Sparte habe ihre Zukunft aber nach wie vor "unter dem Dach von Siemens". Man will aber für den hohen Investitionsbedarf auch in den kommenden Jahren gewappnet sein.

2016/17 will Siemens weiter an der Kostenschraube drehen. Die Produktivität soll jährlich um drei bis fünf Prozent steigen. Als operative Marge im Industriegeschäft peilt der Konzern 10,5 bis 11,5 Prozent an. (Vorjahr: 10,8 %).

Derzeit sind die Bücher mit 113 Milliarden Euro an Aufträgen gut gefüllt. Bei rund vier Fünftel davon wisse Siemens schon jetzt, wann daraus Umsatz werde, sagte Thomas. Außerdem versprächen die vorliegenden Bestellungen auch gute lukrative Deals. Im vierten Quartal verlor das Unternehmen im Vergleich mit dem starken Vorjahresquartal beim Auftragseingang wegen weniger Großaufträgen etwas an Schwung.

In der Problemsparte mit großen Antrieben und der Industrieautomatisierung fiel wegen Umbaukosten von 199 Millionen Euro im letzten Quartal ein operativer Verlust an. Siemens hatte hier rund 2.500 Arbeitsplätze gestrichen, davon 2.000 in Deutschland. Die Informationen über Siemens in Österreich werden zu Jahresbeginn 2017 veröffentlicht.

Börse-Informationen

Siemens-Aktie (DE0007236101); 5-Jahres-Kursentwicklung. Stand vom10.11.2016: 108,95 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Siemens-Aktie (DE0007236101); 5-Jahres-Kursentwicklung. Stand vom10.11.2016: 108,95 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Die Siemens-Aktie (DE0007236101) befindet sich in einer anhaltenden Aufwärtstendenz. Im laufenden Jahr hat das Papier bereits über 20 Prozent an Wert zugelegt (+20,94%). Am heutigen Tag legte es bis Mittag um 4,5 Prozent zu und markierte einen Höchststand seit Anfang 2008.

2016/17 soll die Dividende von 3,50 Euro Aktie auf 3,60 Euro steigen. Das lasse laut CFO Thomas Raum, bei den Ausschüttungen auch künftig keinen Schritt zurück machen zu müssen.

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