Sicher arbeiten - Hygiene am Arbeitsplatz

Mit der Rückkehr in die Büros werden Sicherheit und Hygiene am Arbeitsplatz als Management- und somit auch Beratungs- und Servicethema immer wichtiger. Anbieter feilen an ihren Konzepten.

Sicher arbeiten - Hygiene am Arbeitsplatz

Höchste Hygienestandards, bei Handdesinfektion ebenso wie bei Abstand und Reinigung in Meeting-und Gemeinschaftsräumen.

Ohne aktuellen negativen Corona-Test kommt am Empfang kein Besucher vorbei, aber auch nicht ohne das obligatorische Fiebermessen. Wie überall im Bürobereich steht gleich daneben ein Handdesinfektionsmittelspender als stummer, doch unübersehbarer Hinweis, was von Mitarbeitern und Besuchern danach erwartet wird.

"Hygiene ist bei uns als Kulturthema tief verankert, auch weil die Mitarbeiter im Tagesgeschäft damit intensiv zu tun haben", sagt Thomas Gittler, Leiter Integrierte Managementsysteme sowie als Corona-Beauftragter und Leiter des Krisenstabes verantwortlich für das Hygienekonzept beim führenden heimischen Miettextilunternehmen Salesianer mit 15 österreichischen und europaweit 30 Standorten. Da Krankenhäuser mit ihren höchsten Hygiene- und Desinfektionsstandards ein wichtiges Kundensegment sind und Salesianer daher auch als systemrelevanter Versorgungsbetrieb gilt, können die Corona-bedingten Maßnahmen auch im Bürobereich auf einer hohen Sensibilität für das Thema aufbauen. "Wir waschen chemothermisch desinfizierend und müssen das natürlich auch sichern, wenn Mitarbeiter danach mit der sauberen Wäsche hantieren", erklärt Gittler.

HYGIENE-PARTNER. Thomas Gittler, Corona-Beauftragter von Salesianer Miettex (l.), und Christoph Klaus, Geschäftsführer des Desinfektionsspezialisten Schülke & Mayr (r.).

Ebenso wie in der Wäscherei setzt Salesianer auch in den Büros auf den langjähriger Partner Schülke & Mayr als Lieferanten von Desinfektionsmitteln und Hygienetechnik. In der Pandemie bietet Schülke & Mayr neben Wasch-und Desinfektionsprodukten Unternehmen verstärkt sein Know-how im Hinblick auf neuralgische Hygienepunkte in Innenräumen und rechtliche Vorgaben in Form betrieblicher Hygienekonzepte an, ebenso kostenloses Informationsmaterial wie Sticker und Poster zur richtigen Handhygiene und Infektionsprävention.

Auf einer eigenen Website können sich Unternehmen anmelden und kostenlos einen individuellen Desinfektionsplan zu Geräten, Inventar und Personalhygiene erstellen (mein-desinfektionsplan.at).


Sichere Rückkehr ins Büro

Die sechs wichtigsten Verhaltensregeln für die Zeit nach dem Homeoffice von Martin Zimmermann, Bereichsleitung Bürobetreuung bei Attensam.

Martin Zimmermann, Bereichsleitung Bürobetreuung Attensam

Martin Zimmermann, Bereichsleitung Bürobetreuung Attensam

1. Händewaschen. Weiterhin gilt: Waschen oder desinfizieren Sie möglichst oft die Hände – nicht nur nach dem Toilettengang, sondern ebenso nach Meetings oder einem Aufenthalt in Gemeinschaftsräumen.
2. FFP2-Maske. Tragen Sie eine FFP2-Maske, sobald Sie Ihr Büro verlassen – denn an Orten wie Stiegenhaus oder Gang, an denen mehrere Menschen zusammenkommen, ist bei unzureichendem Eigenschutz immer ein gewisses Ansteckungsrisiko gegeben.
3. Lüften. Wenn möglich, öffnen Sie in regelmäßigen Abständen die Fenster Ihrer Büroräumlichkeiten. Regelmäßiges Lüften vermindert die Anzahl von Viren in der Raumluft.
4. Desinfizieren. Desinfizieren Sie häufig Gegenstände wie Telefonhörer, Tastaturen, Türschnallen und Liftknöpfe: Diese Objekte werden oft angegriffen und sind somit potenzielle Infektionsquellen.
5. Generalreinigung. Mit einer Generalreinigung, die neben dem Arbeitsplatz unter anderem auch die Innenreinigung von Kästen umfasst, werden alle Oberflächen gewissenhaft gereinigt. Damit wird ein sauberer und möglichst sicherer Start in den Büroalltag ermöglicht.
6. Professionelle Desinfektion. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte eine professionelle Desinfektion in Betracht ziehen: Mittels spezieller Verfahren wie Kaltvernebelung, UVC-Lichtlampen, Wisch- oder Sprühdesinfektion werden Büroräumlichkeiten gründlich desinfiziert, um Coronaviren, Keime und Bakterien deutlich zu reduzieren.


"Menschen müssen in ihren Büros so geschützt werden, dass sie sich weder im Betrieb anstecken noch Erreger mit nach Hause nehmen können", unterstreicht Andrea Kdolsky, Leiterin des Instituts für Gesundheitswissenschaften an der FH St. Pölten. "Richtige Hygiene wirkt nicht nur gegen Corona, sondern auch gegen andere Viren, Pilze und Bakterien, reduziert Krankenstände durch Magen-Darm-Infekte sowie Schnupfen und führt letztlich zu höherer Mitarbeiterzufriedenheit", betont Schülke-&-Mayr-Geschäftsführer Christoph Klaus, Genetiker und Experte für Infektionsprävention. Entscheidend sei aber die Qualität von Konzepten und Produkten.

"Als in der ersten Phase Desinfektionsmittel knapp waren, gab es eine Notfallverordnung, wonach jeder, der Alkohol trennen kann, Produkte außerhalb der klaren, strengen Norm anbieten durfte. Die haben dann in Ostösterreich oft nach Marille, im Westen nach Zirbe gerochen. Unsere Produkte sind hingegen Teil der Qualitätsprozesse der Kunden, in Krankenhäusern ebenso wie in der Lebensmittelindustrie", so Klaus.

Auch unter dermatologischen Gesichtspunkten sicherten nur hochwertige Produkte dauerhaft die Akzeptanz, erklärt er im Hinblick auf rissige, trockene Hände durch minderwertige Mittel. "Rissige Haut bietet wie raue Oberflächen den Keimen 'Verstecke'", ergänzt Gittler und weist darauf hin, dass dies auch im Licht einer sonst in Spitälern eingesetzten UV-Box von Schülke Optics sichtbar werde, die bei Salesianer zu Mitarbeiterschulungen dient (siehe Bild oben). Gittler zählt weitere Maßnahmen in den Büros bei Salesianer auf:

  • Fiebercheck nicht nur für Besucher, auch täglich bei Mitarbeitern.
  • Abstands-, Mund-Nasen-Schutz-und Handhygieneregeln als Standard.
  • Eine Vielzahl von Desinfektionssäulen mit den hauseigenen Fußmatten "Bitte desinfizieren!".
  • Permanente Erinnerung an Regeln durch Aushänge und auch auf den Bildschirmschonern.
  • Limitierte Teilnehmerzahl wird an Besprechungsräumen angezeigt, Buchung über Outlook informiert über die Limits.
  • Lüften vor jeder Besprechung zusätzlich zu den bestehenden technischen Lüftungsanlagen.
  • Stetige Reinigung und Desinfektion von Oberflächen speziell von neuralgischen Flächen und in gemeinschaftlich genutzten Räumen.

Sicherheit mit Sensoren

Einen Ansatz für ansteckungsfreies Arbeiten durch ausreichend Abstand präsentierte kürzlich der auf Corporate Services spezialisierte Dienstleister Sodexo. Neben Lösungen zur Mitarbeiterverpflegung wie Gutscheinabwicklung und Betriebsrestaurants bietet Sodexo auch Facility-Services und dabei nun auch die "Wx-Sensortechnologie", ein Start-up-Konzept aus dem eigenen Konzern.

Diese Kombination aus Sensoren und App ermöglicht einerseits die Messung der tatsächlichen Belegung sowie andererseits die Anzeige verfügbarer Plätze in Echtzeit. Sie kann DSGVO-konform in alle gängigen Buchungssysteme für Desk Sharing, Konferenzräume oder Firmenparkplätze integriert werden, aber auch die aktuelle Auslastung des Betriebsrestaurants anzeigen (siehe Grafik unten).

"Installation und Implementierung sind binnen weniger Wochen umsetzbar", sagt Michael Freitag, CEO und Country President von Sodexo Austria. In Frankreich hat Sodexo damit etwa schon Bürogebäude von SNCF und Grant Thornton mit mehreren Tausend Arbeitsplätzen ausgestattet.

Neben der sicheren Rückkehr in die Büros betont Freitag auch das mittelfristige Potenzial der mit der Sensortechnik gewonnenen Nutzungsdaten für die Planung künftiger Büroräume, "um kompaktere und dennoch attraktivere Flächen zu bieten und gerade für digital affine Mitarbeiter auch ein besonders attraktiver Arbeitgeber zu sein".


Sodexo: Sensortechnik als Messinstrument und Planungsbasis

1 Im Eingangsbereich von Büros oder Gesundheitseinrichtungen dokumentieren Durchgangszähler, wie viele Personen das Gebäude betreten haben. Man hat in Echtzeit den Überblick und kann dokumentieren, ob Sicherheits- und Hygienemaßnahmen eingehalten wurden.

2 Sensoren erkennen, ob genügend freie Arbeitsplätze verfügbar sind und wie Besprechungsräume ausgelastet sind. Das gibt den Mitarbeitenden gute Orientierung, denn sie können zu Hause per App nachschauen, ob genügend Arbeitsplätze verfügbar sind, und diese auch gleich einbuchen.

3 Meeting- oder Gemeinschaftsräume sind wie Eingangszonen Bereiche, für die sichergestellt werden muss, dass sich in ihnen nicht zu viele Menschen gleichzeitig aufhalten. Mit Anwesenheitszählern können Hygiene und Sicherheit gewährleistet werden. Ein Alarmhinweis macht darauf aufmerksam, sobald zu viele Menschen im Raum sind.

4 Ein elektronisches System mit Sensoren zeigt in Echtzeit an, wie voll das Mitarbeiterrestaurant ist. Das System funktioniert DSGVO-konform, anonymisiert die Daten und sorgt für mehr Effizienz in der Planung der Mittagspausen.


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