Shutdown bringt im März historischen Arbeitslosenrekord

Die Arbeitslosenquote ist im März um 4,7 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent gestiegen. Mit 562.522 Arbeitslose wird der höchsten Stand seit 1946 erreicht. Die Pandemie führt zum ersten Arbeitslosenanstieg seit Anfang 2017.

Shutdown bringt im März historischen Arbeitslosenrekord

Die Arbeitslosigkeit ist nach dem Shutdown in der Corona-Krise auf ein unrühmliches Hoch gestiegen.

Wien. Die Coronavirus-Pandemie hat die Arbeitslosenzahlen in Österreich auf einen historischen Höchststand seit 1946 nach oben schnellen lassen. Ende März gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat um 52,5 Prozent mehr Personen ohne Job. Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet waren 562.522 (+193.543) ohne Beschäftigung.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg um 4,7 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent. Seit 16. März sind zur Virus-Eindämmung hierzulande Ausgangsbeschränkungen in Kraft, viele Dienstleistungsbetriebe mussten schließen. "Der extreme Anstieg der Arbeitslosigkeit ist nicht nur eine enorme Herausforderung für die so vielen von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen und deren Familien, sondern stellt auch das AMS und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einen noch nie dagewesene Belastungsprobe", kommentierte AMS-Vorstand Johannes Kopf die aktuellen Zahlen. Mit dem aktuellen Anstieg sind die Arbeitslosenzahlen erstmals seit Anfang 2017 wieder gestiegen.

Im Tourismus und in der Gastronomie sowie am Bau kam es zu einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit. So wurden laut AMS im Bereich Beherbergung und Gastronomie ein Plus von 145,1 Prozent verzeichnet, was einem Zuwachs von 60.784 Personen ohne Arbeit gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Am Bau ist die Arbeitslosigkeit um 94,8 Prozent und somit 28.191 Personen ohne Arbeit gestiegen. Im Verkehr und Lagerwesen ist die Arbeitslosigkeit um 83,8 Prozent und 13.728 Personen nach oben geschnellt.

Die Anzahl der Menschen ohne Job im Handel stieg per Ende März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 34,4 Prozent, bei der Herstellung von Waren wurde ein Anstieg von 34,2 Prozent, bei der Arbeitskräfteüberlassung ein Plus von 34,0 Prozent) verzeichnet. Im Gesundheits- und Sozialwesen haben sich um 22,5 Prozent mehr Menschen arbeitslos melden müssen als noch im Vorjahresmonat.

Der Shutdown zur Viruseindämmung ließ in Österreich auch die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren Stellen um 20,5 Prozent auf 60.722 einbrechen.

Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in Österreich

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