Shutdown als Chance: Attensam setzt zur Expansion an

Von seinem Tiroler Ferienhaus aus hat der Unternehmer Oliver Attensam sein 1.500-Mitarbeiter-Unternehmen erfolgreich durch den Corona-Shutdown geführt. Und bereitet nun die weitere Expansion vor.

Desinfektion von Büro-Räumen

Desinfektion von Büro-Räumen

Mitte März wurde der Unternehmer Oliver Attensam, Chef der gleichnamigen Reinigungsfirma, vom Corona-Shutdown beinahe am falschen Fuß erwischt. Als über ganz Tirol die Quarantäne verhängt wurde befand er sich gerade dort mit seiner Familie im Urlaub. Die Firmenzentrale und sein Büro in Klosterneuburg bei Wien waren plötzlich unerreichbar und Attensam musste an allen Ecken und Enden improvisieren, um sein Unternehmen mit rund 1.500 Mitarbeitern und über ganz Österreich verteilten Standorten durch die Krise zu manövrieren.

Dem Reinigungsspezialisten ging es zunächst kaum anders als den meisten österreichischen Unternehmern. Aufträge brachen weg und über allem hing ein großes Fragezeichen. „Es herrschte regelrechte Schockstarre. Niemand wusste, was auf uns zukommt. Ob wir Mitarbeiter kündigen oder vielleicht ganz zusperren müssen. Oder ob wir sogar alle sterben werden“, erinnert sich Attensam an die ersten Tage des Shutdowns, in denen er in seinem Tiroler Ferienhaus ein provisorisches Büro einrichtete hatte und hauptsächlich damit beschäftigt war, verängstigte Kunden und Mitarbeiter zu beschwichtigen.

Expansion statt Kurzarbeit

„Wir haben dann vorsorglich 400 bis 500 Mitarbeiter beim AMS zur Kurzarbeit angemeldet“, sagt er. Doch schnell erkannte der Unternehmer, dass dieser Schritt nicht notwendig sein werde. „Sehr geholfen hat uns, dass wir als ein systemrelevantes Dienstleistungsunternehmen anerkannt und daher unsere Leistungen weiter anbieten konnten“, sagt Attensam. Und bald war Kurzarbeit in seinem Unternehmen kein Thema mehr. „Es ist uns gelungen, alle Mitarbeiter zu halten und wir konnten die Gehälter weiter zu 100 Prozent bezahlen“, sagt Attensam stolz.

Oliver Attensam

Expandiert in der Corona-Krise: Unternehmer Oliver Attensam

Der Unternehmer wollte sich jedoch nicht mit dem bloßen Erhalt begnügen und begann in seinem Quarantäne-Büro nachzudenken, wie er sein Unternehmen umstrukturieren, besser gestalten und damit weiter expandieren könnte. Er entwickelte eine neue Gesellschaftsstruktur und begann über die weitere Expansion nachzudenken. „Die bisher fünf Tochtergesellschaften werden nun in drei zusammengefasst und wir haben zehn neue Standorte definiert, in die wir in der nächsten Zeit expandieren werden“, sagt Attensam. Die ersten beiden, jener in Krems an der Donau und jener in Kitzbühel werden bereits in den ersten Mai-Tagen, also noch mitten in der Corona-Krise eröffnet.

Mit Sauberkeit gegen das Virus

Und zumindest für die kommenden Monate, die Zeit bis ein Impfstoff gegen das heimtückische Corona-Virus verfügbar ist, bietet Attensam auch neue Dienstleistungen an. Das großflächige Desinfizieren von Büros etwa, bei dem Desinfektionsmittel vernebelt wird, oder gegen einen geringen Aufpreis zur normalen Hausbetreuung die regelmäßige Desinfektion von Berührungspunkten wie Türklinken, Griffe von Eingangstüren, Knöpfe und Tasten von Gegensprechanlagen und Klingeln oder Aufzügen.

„Es ist gut, dass nun wieder alles geöffnet wird. Aber wir müssen in der nächsten Zeit besonders aufmerksam sein, denn das Virus ist sehr heimtückisch“, sagt der Reinigungs-Spezialist, der davon ausgeht, dass sein Unternehmen noch länger von den Folgen der Corona-Krise und dem Bedürfnis der Menschen nach Sauberkeit profitieren wird. „In zwei Jahren werden wir sicher um 30 bis 40 Prozent mehr Mitarbeiter haben als heute“, schätzt er. Wissend, dass das die absehbare positive Entwicklung nicht nur auf sein eigenes unternehmerisches Geschick zurückzuführen ist. „Wir haben einfach das Glück, dass wir arbeiten können. Ein Hotelier kann derzeit zum Beispiel noch so geschickt sein. Er kann keine Gäste aufnehmen und wird daher trotzdem kein Geschäft machen.“

Andreas Lampl, Chefredakteur trend

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