Sechs Top-Unternehmen um 1 Euro in Bulgarien verkauft

Zum Dumpingpreis von je 1 Euro hat ein per Haftbefehl gesuchter Bulgare an eine diffuse Investorengruppe in Luxemburg Unternehmen verkauft. Bulgarische Politiker haben nun Bedenken, weil es sich um Unternehmen handelt, die die Sicherheit des Landes betreffen. Und die Unternehmen könnten genauso gut zu einem Kaufpreis von mehreren hundert Millionen Euro oder über eine Milliarde Euro verkauft werden.

Sechs Top-Unternehmen um 1 Euro in Bulgarien verkauft

Sofia. Eine Investorengruppe aus Luxemburg reibt sich die Finger, weil sie in Bulgarien offenbar das größte Geschäft aller Zeiten machen kann. Der per Haftbefehl gesuchte bulgarische Wirtschaftsmagnat Zwetan Wassilew, der sich offenbar in Serbien aufhält, verkauft nun sechs Unternehmen zum Dumpingpreis. Der Kaufpreis: jeweils 1 Euro. Und dabei handelt es sich offenbar nicht Schrottfirmen, sondern um Unternehmen, die für die staatliche Sicherheit Relevanz hat. Und auch um Unternehmen wie den Telekomanboter Vivacom, dem Marktführer Bulgariens.

Auf der Zielgeraden des Verkaufs haben nun auf einmal auch die Politiker in Bulgarien ihre schweren Bedenken bekommen. Vizeregierungschef Tomislaw Dontschew erwartet sogar, dass sich auch die EU-Kommission zu diesem Geschäft äußern werde.

"Die Investoren erwerben Unternehmen, die mit der nationalen Sicherheit (Bulgariens) verbunden sind", begründete Dontschew dies am Mittwoch im Staatsfernsehen in Sofia.

Die goldenen Nasen

Die Investorengruppe LIC33 aus Luxemburg hatte am Dienstag den Kauf für einen Euro von 43 Prozent von Bulgariens größten Telekommunikationsunternehmen, Vivacom, sowie 91 Prozent eines Munitionswerkes und eines Reparaturunternehmens für Militärflugzeuge bekanntgegeben.

Dazu kommen zwei digitale Multiplexbetreiber und eine Einschaltquoten-Messagentur. LIC33 möchte auch die Schulden dieser Unternehmen von etwa 900 Mio. Euro übernehmen. Trotz der Schuldenübernahme blättern Unternehmen üblicherweise für derartige Beteiligungen mehrere hundert Millionen Euro oder sogar satte Milliardenbeträge auf den Tisch.

"Das ist kein Geschäft für einen Euro, sondern für eine Milliarde Euro", sagte Dontschew. Auch der frühere Energieminister Trajtscho Trajkow äußerte sich kritisch: "Es geht um strategische Aktiva sowie um durchschaubare Verbindungen zum Kreml", sagte Trajkow im privaten Fernsehsender Nova.

Diffuser Verkäufer

Die bulgarische Regierung hatte die LIC33-Investoren bereits aufgerufen, die Herkunft ihres Kapitals offenzulegen. Wirtschaftsmagnat Wassilew, dem in Bulgarien Unterschlagung im großen Stil vorgeworfen wird, soll der Prozess gemacht werden. Er soll aus Serbien ausgeliefert werden. Wassilew war Mehrheitseigentümer der 2014 geschlossenen viertgrößten Bank des EU-Landes - der Korporativen Handelsbank KTB.

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