Sebastian Kurz besucht Südafrika: So profitiert die Wirtschaft

Sebastian Kurz besucht Südafrika: So profitiert die Wirtschaft

Außenminister Sebastian Kurz ist zu Besuch in Südafrika. Das Land ist für Österreich der wichtigste Handelspartner des gesamten Kontinents. Die Staatsverschuldung ist dort geringer als in Österreich, allerdings kämpft Südafrika mit Energieproblemen und sozialen Spannungen. Chancen ergeben sich für heimische Unternehmen vor allem bei Infrastruktur-Projekten.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) beginnt am Montag seine Wirtschaftsmission mit WKO-Präsident Christoph Leitl und einer Delegation von 23 österreichischen Unternehmen in Südafrika. Geplant ist ein Gespräch von Kurz mit der südafrikanischen Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane in Pretoria und die Eröffnung eines Wirtschaftsforums mit 150 Unternehmern in Johannesburg.

Diese Reise diene in erster Linie dazu, "Türöffner zu sein für die österreichische Wirtschaft und wichtige Investoren vor Ort zu treffen", so Kurz im Vorfeld. Denn Südafrika ist mit Abstand Österreichs wichtigster Handelspartner in Afrika.

Energieprobleme und soziale Spannungen

Die südafrikanische Volkswirtschaft wuchs 2015 um 1,3 Prozent, für 2016 wird ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet. Allerdings wäre ein jährliches Wirtschaftswachstum von mindestens 6,5 Prozent nötig, um die hohe Arbeitslosigkeit - offiziell bei 25,9 Prozent, inoffiziell gar bei 40 Prozent - nachhaltig zu reduzieren.

Negativ für das Wachstum wirkten sich laut dem Außenwirtschaftszentrum der Wirtschaftskammer (WKO) in Johannesburg vor allem 2014 und im ersten Halbjahr 2015 die massiven Stromrationierungen, die neben den Haushalten auch Industriebetriebe betrafen, aus. Aber auch strenge Arbeitsgesetze, soziale Spannungen und Unruhen und unverhältnismäßig hohe Lohnabschlüsse bremsten die Produktivität. Da half es auch nichts, dass 2015 die Streiksaison ruhiger als erwartet ausfiel.

Weniger Staatsverschuldung als Österreich

Für das Haushaltsjahr 2015 betrug das Defizit 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zurückzuführen war das einerseits auf die durch das geringere Wirtschaftswachstum niedrigeren Steuereinnahmen und andererseits auf hohe Staatsausgaben für Infrastrukturprojekte und im öffentlichen Sektor. Dennoch wird die Staatsverschuldung 2016 nur 43,6 Prozent betragen, ein international nach wie vor guter Wert (zum Vergleich: In Österreich wurde für 2016 eine Staatsverschuldung von 85,1 Prozent vorhergesagt).

Metalle, Edelsteine, Stahl, Maschinen und Fahrzeuge zählen zu den wichtigsten Exportgütern des Landes, der wichtigste Handelspartner ist die Europäische Union. 20,8 Prozent aller Exporte sowie 29,4 Prozent aller Importe Südafrikas entfielen auf die EU. Knapp ein Drittel aller österreichischen Exporte nach Afrika gehen nach Südafrika und ein Fünftel aller Importe aus Afrika kommen aus dem Land am Kap. 2015 wies Österreich einen Handelsbilanzüberschuss von 144,9 Mio. Euro aus.

Infrastruktur: Chance für Österreich

In den kommenden Jahren will Südafrika massiv in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Dadurch würden sich laut Wirtschaftskammer besondere Chancen für die österreichische Wirtschaft ergeben. So sollen bis 2030 insgesamt 43 Großprojekte verwirklicht werden. Schwerpunkte sind der Bau neuer Kraftwerke sowie der Ausbau der Transportinfrastruktur.

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