Schweizer Bell übernimmt Hubers Landhendl

Schweizer Bell übernimmt Hubers Landhendl

Die Stifter Johannes Huber und seine Schwester Sylvia Huber verkaufen ihre Unternehmen an den Schweizer Geflügelspezialisten Bell.

Der börsennotierte Basler Fleischverarbeiter Bell steigt mit März 2016 beim österreichischen Geflügelspezialisten Huber. Zum Kaufpreis des oberösterreichischen Hendlimperiums werden keine Angaben gemacht. Die beiden Stifter trennen sich somit von dem Familienunternehmen, das ihre Eltern 1973 gegründet hatten.

Basel/Pfaffstätt. Hubers Landhendl aus dem oberösterreichischen Pfaffstätt wird vom Schweizer Fleischverarbeiter Bell übernommen. Das österreichische Familienunternehmen aus dem Innviertel nahe Braunau habe eine starke Marktposition in Österreich und Deutschland, teilte Bell am Mittwoch mit. Die Huber-Gruppe erziele mit 900 Beschäftigten einen Jahresumsatz von über 300 Millionen Euro. Laut Firmen-Compass hat alleine Hubers Landhendl GmbH als Hauptumsatzbringer im Jahr 2014 einen Gewinn von 12,5 Millionen Euro erzielt (EGT) und gegenüber dem Jahr davor fast verdreifacht.

Zur Huber-Gruppe gehört laut Bell der österreichische Marktführer im Geflügelbereich, die Hubers Landhendl GmbH in Pfaffstätt (Oberösterreich) sowie die beiden kleineren Unternehmen Brüterei Schlierbach und das Logistikunternehmen Frisch Express in Österreich. Auch die drei Unternehmen der Huber-Gruppe in Deutschland werden übernommen. Das sind die auf Putenfleisch spezialisierte Süddeutsche Truthahn AG, VTE Beteiligungs GmbH & Co KG sowie die Vereinte Truthahnerzeugergemeinschaften GmbH.

Eigentümer des Huber-Gruppe sind die zwei Stiftungen Johannes Mattsee Privatstiftung sowie Sylvia Mondsee Privatstiftung mit jeweils 50 Prozent über die H.L.Verwaltungs-GmbH. Die beiden Stifter sind gleichzeitig im operativen Geschäft über die Verwaltungsgesellschaft der Huber-Gruppe tätig: Sylvia Huber ist Aufsichtsratsvorsitzende der H.L. Verwaltungs-GmbH, ihr Bruder Johannes Huber ist deren Geschäftsführer.

Im operativen Bereich soll bei den Huber-Unternehmen laut Bell alles beim Alten bleiben. Das Unternehmen soll demnach mit dem bisherigen Management als selbstständige Einheit weiter geführt werden.

Das Familienunternehmen wurde 1973 als "Geflügelhof Huber" von den Eltern der beiden Stifter gegründet. Maria und Johann Huber beschäftigten seinerzeit zehn Mitarbeiter. Im Jahr 2007 haben die Kinder der Gründer Johannes und Sylvia Huber den Betrieb ihrer Eltern übernommen. Im Jahr 2012 folgte unter anderem die Erweiterung der Fertigungstiefe des Betriebs um eine Wursterei und eines Conveniencebetriebes.

Laut Bell steigt die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Geflügelprodukten kontinuierlich. Speziell für Convenience- und Charcuterieprodukte spiele die Verfügbarkeit der Rohstoffe eine immer wichtigere Rolle.

Die Übernahme lege die Basis für weiteres Wachstum in diesem Bereich. Zudem steige die Bell-Gruppe durch die Akquisition mit einer neuen Produktgruppe in den österreichischen und deutschen Markt ein.

Wie Bell weiter mitteilte, sollen in den nächsten Jahren die Schweizer Standorte ausgebaut werden. Mit einem neuen Investitionsprogramm sollen die Grundsteine für eine noch leistungsfähigere Produktion in der Schweiz gelegt werden.

Mit einem Planungshorizont von 2016 bis 2025 sollen verschiedene Projekte für Neu- und Umbauten ausgearbeitet werden. Die Bell-Gruppe gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Fleisch- und Convenienceherstellern in Europa. Rund 8.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im ersten Halbjahr 2015 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Franken (1,20 Mrd. Euro). Bell ist an der Schweizer Börse notiert.

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