Schoko-Osterhasen im Test: Nur wenige fair oder bio

Schoko-Osterhasen im Test: Nur wenige fair oder bio

Nicht alles Gold, was glänzt: NGOs testeten Schoko-Osterhasen auf ihre soziale und ökologische Komponente.

Süße Hasen mit bitteren Beigeschmack: Die Zutaten für die Oster-Naschereien stammen nur selten aus biologischer oder Fair-Trade-Produktion.

Dem "bitteren Beigeschmack" von Schokolade-Osterhasen in Form von mangelnder ökologischer und sozialer Qualität waren die beiden NGOs Südwind und Global 2000 auf der Spur. 20 Hasen wurden in den Sparten "öko" und "sozial" jeweils auf vorhandene Gütesiegel untersucht und nach dem Ampelsystem beurteilt. Zweimal Grün bekam dabei nur ein einziges Produkt, ganze acht Hasen dafür ein doppeltes Rot. Was bedeutet, dass sie weder ein Öko- noch ein Fair-Trade-Gütezeichen aufweisen.

Grund für die schlechte Bewertung waren hier die prekären Umwelt-und Produktionsbedingungen im Kakaoanbau. Sechs Schoko-Hasen konnten entweder aufgrund ihrer sozialen oder ökologischen Verträglichkeit positiv, also mit der Kombination Grün und Gelb bewertet werden. Die restlichen fünf Hasen bekamen zweimal Gelb.

Ihr Urteil fällten die beiden NGOs anhand der in Österreich bestehenden unabhängigen drei Siegel - dem Fairtrade-Siegel, dem UTZ-Siegel und dem EU-Bio-Siegel. Unternehmenseigene Nachhaltigkeitsinitiativen der Schokolade-Anbieter wurden in diesem Test nicht berücksichtigt, da sie auch für die Konsumenten nicht am Produkt nachvollziehbar sind, hieß es.

Prekäre Situation für Kakao-Bauern

Ostern zählt neben Weihnachten zu den Jahreszeiten, in denen die meiste Schokolade verkauft wird. Doch ohne den Rohstoff Kakao gibt es keine Schokolade. Tatsache ist, dass über zwei Millionen Kinder im Kakao-Anbau in Westafrika arbeiten. In der Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) lebt fast jeder vierte Einwohner der sechs Millionen Menschen vom Kakaoanbau. Die Elfenbeinküste ist der größte Kakaoproduzent der Welt. Rund 40 Prozent des weltweit angebauten Kakaos kommen aus dem westafrikanischen Land, das fast viermal so groß ist wie Österreich. Doch viele Bauern leben weit unter der Armutsgrenze, viele müssen mit einem halben Dollar pro Tag auskommen. Wenig Geld für die Ernte einer Frucht, die mühsame Handarbeit ist.

Überdies schädigen die beim Anbau eingesetzten Pestizide die Kleinbäuerinnen, ihre Familien und die Umwelt. Die Ergebnisse eines Pestizidtests von 20 Schokolade-Osterhasen und 21 Eigenmarken-Schokolade-Tafeln stellen Südwind und Global 2000 zusammen mit einem Report zu den ökologischen und sozialen Hotspots in der Schokoladenproduktion kommende Woche vor.

Der Osterhasen Test zum Download

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