SAP-Gründer Dietmar Hopp lässt Donald Trump auflaufen

US-Präsident Donald Trump hatte dem deutschen Biotech CureVac Avancen gemacht. Ein von CureVac entwickelter Corona-Impfstoff soll "exklusiv" im Sinne Trumps "America First" nur in den USA verkauft werden.

SAP-Gründer Dietmar Hopp lässt Donald Trump auflaufen

No Deal: SAP-Gründer und Investor Dietmar Hopp hat Donald Trump die "Rote Karte" gezeigt.

Doanld Trump wollte angeblich exklusiv sich das im schwäbischen Tübingen ansässige Biotech CureVac unter den Nagel reißen. Das Ziel: Er wollte damit einen Impfstoff zur Bekämpfung des von ihm bisher heruntergespielten Coronavirus einkaufen. Der Haken: CureVac sollte künftig "exklusiv" seine Produkte nur noch in den USA verkaufen. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf deutsche Regierungskreise.

Für das exklusive Lizenzrecht soll CureVac rund eine Milliarde Dollar geboten worden sein. Dem Management und den Forschern sollten zudem entsprechend lukrative Angebote gemacht worden sein.

Die Rechnung haben die US-Amerikaner rund um Donald Trump aber ohne den Mehrheitseigentümer Dietmar Hopp gemacht. Der Mitgründer von SAP hält über seine Divieni-Stiftung 80 Prozent, die Bill & Melinda Gates Foundation 20 Prozent der Anteile an CureVac.

Der Geschäftsführer von Hopps Divieni-Stiftung hatte sofort abgewunken. "Wir wollen einen Impfstoff für die ganze Welt entwickeln und nicht für einzelne Staaten", sagte Christof Hettich. CureVac wurde im Jahr 2000 gegründet. Hopp war im Jahr 2005 bei CureVac als Mehrheitsinvestor eingestiegen.

Klare Kante

Hopp hatte am Montag selbst klare Stellung bezogen und einen Verkauf des Biotechs oder der Lizenzrechte ausschließlich für den US-Markt ausgeschlossen. "Für mich ist das selbstverständlich, es kann gar nicht sein, dass eine deutsche Firma den Impfstoff entwickelt und dieser in den USA exklusiv genutzt wird. Das war für mich keine Option", bekräftigte Hopp im Interview mit Sport1. Er persönlich habe nicht mit Trump gesprochen. "Er hat mit der Firma gesprochen und man hat mir das dann sofort gesagt und gefragt, was ich davon halte und ich wusste sofort, dass das nicht infrage kommt."

Die Aufregung in der deutschen Politik und Verärgerung über US-Präsident Trump war dementsprechend groß. Im "Bericht aus Berlin" lobte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Abend das Tübinger Unternehmen. "Das ist eine großartige Entscheidung und eine großartige Position. Wir sorgen dafür, dass die notwendige Hilfe vorhanden ist. Deutschland steht nicht zum Verkauf. Und wenn es um wichtige Infrastruktur und nationale und europäische Interessen geht, dann werden wir notfalls auch handeln." Die Entwicklung eines Impfstoffs sei nicht eine wirtschaftliche, sondern eine "moralische" Frage. Und insbesondere beim Corinavirus sei Solidarität gefordert. Nicht "America First", wie mehrere deutsche Politiker an die Adresse von US-Präsident ausrichten ließen.

CureVac-Chef gefeuert

Anfang März war der Daniel Menichella als Vorstandschef von CureVac mit anderen Pharmamanagern im Weißen Haus, um mit Trump über die Entwicklung eines Impfstoffes und die Strategien gegen die Krankheit Covid-19 zu reden. Betriebswirt Manichella hatte von einem Blatt ablesend Trump erklärt: "Wir glauben, dass wir einen Impfstoff gegen Covid-19 sehr, sehr schnell entwickeln können." Ein paar Tage später war Menichella seinen Posten los. Hopp soll schon früher für die Ablöse von Menichella plädiert haben. Der Nachfolger wurde in der Vorwoche Ingmar Hoerr, der einst CureVac gegründet hatte.

Dass CureVac in der Entwicklung eines Impfstoff zur Bekämpfung des CoVid-19-Virus durchaus weit fortgeschritten ist, wird nicht bezweifelt. Auch Mehrheitseigentümer Hopp glaubt, dass CureVac im Idealfall bis Herbst einen Impfstoff auf den Markt bringen könnte.

Letztendlich hängt die Zulassung des Impfstoffs vom deutschen Paul-Ehrlich-Institut ab. Das Institut ist in Deutschland für die Sicherheit von Impfstoffen verantwortlich und untersteht dem Gesundheitsministerium. Im Sommer sollen für den Impfstoff von CureVac die ersten klinischen Studien durchgeführt werden.

Am Montag, 16. März 2020, hat die EU-Kommission angekündigt, CureVac bei der Entwicklung des Impfstoff finanziell zu unterstützen. "Bis zu 80 Millionen Euro" soll das deutsche Biotech an Förderung bekommen. Die EU habe die Forschung der Firma "früh unterstützt" und werde "nun wieder finanziell helfen", erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die zuvor mit dem Management des Unternehmen Gespräche führte.

Der Big Spender

Investor Dietmar Hopp gilt mit einem Vermögen von rund 15 Milliarden Euro als einer der reichsten Deutsche. Im Jahr 1972 hatte der Ex-IBM-Manager zusammen mit vier IBM-Kollegen SAP gegründet und von einem mittelständischen Softwarehaus zu einem börsennotierten Softwareunterkonzern gemacht. Nach dem Rückzug aus dem operativen Geschäft und als Aufsichtsrat im Jahr 2005 hat Hopp große Teile seines Vermögens reinvestiert, darunter auch in über einem Dutzend Biotech und Start-up. Über eine gemeinnützige Stiftung sponsert er zusätzlich auch Projekte für Schulen, Soziale Institutionen (unter anderem für Behinderte, Migranten, Flüchtlinge), Sport und Medizin.

Außerdem ist er ein Top-Sponsor im professionellen Sportbusiness. Seinen Heimatklub hatte er großzügig über nun fast 20 Jahre hinweg mit bisher rund 800 Millionen Euro ausgestattet, dazu ein Stadion und Nachwuchszentrum auf der grünen Wiese in der Provinz Nahe Heidelberg errichtet. Vom Dorfverein ist der Klub bis in die deutsche Fußballbundesliga aufgestiegen. Hopp gehören rund 95 Prozent der Anteile des Klubs, was nur durch eine Ausnahmegenehmigung mit den DFB-Statuten konform gemacht wurde, was viele Kritiker, vor allem Fanklubs, gegen ihn aufbringt. Hopp gilt symbolhaft als den Ausverkauf des Sports an den ungezügelten Kommerz. Die massive Kritik - zuletzt hatten Fans Hopps Konterfei einmal mit einem Fadenkreuz überdeckt auf Plakaten im Stadion affichiert - richtet sich vor allem dahingehend, dass der DFB für Hopp eigens Ausnahmeregeln gemacht hat und dadurch Wettbewerbsungleichheit begünstigt wird.

Hopp hat außerdem im Rhein-Neckarraum einen Superdome errichtet, in dem von ihm ein von ihm gesponserte Eishockeyklub und Handballklub ihre Heimspiele austragen. Die Arena ist außerdem Konzertarena.

Berhard Weinhofer, CEO Creditreform

KMU-Befragung: Optimismus macht sich beit

Unter den heimischen Klein- und Mittelbetrieben macht sich trotz der …

WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz

WKO-Vizepräsidentin: "Lockdown wie versprochen beenden"

Martha Schultz, Vizepräsidentin der Bundeswirtschaftskammer, appelliert …

WKÖ-Präsident Mahrer: "Lockdown-Schließungen sind skandalös"

Wirtschaftskammer Präsident Harald Mahrer kritisiert die Schließungen in …

Die Fussl-Chefs Ernst (links) und Karl Mayr: "Eigentlich dürfte es uns so gar nicht geben."

Fussl Modestraße - das unmögliche Modehaus

Kein Webshop, keine Influencer, keine Wegwerfmode: wie FUSSL MODESTRASSE …