Santander-Chef Botin tot- "Inoffizieller König von Spanien"

Emilio Botin, Chef von Santander, der größten Bank Spaniens ist einem Herzinfarkt erlegen.

Emilio Botin, Chef von Santander, der größten Bank Spaniens ist einem Herzinfarkt erlegen.

Der Firmenpatriarch der spanischen Großbank Santander, Emilio Botin, ist tot. Der 79-jährige Chef des Verwaltungsrats starb in der Nacht an einem Herzinfarkt, wie das größte Geldhaus der Euro-Zone am Mittwoch mitteilte. Politik und Wirtschaft würdigten die Leistungen von "El Presidente", wie er in der Branche genannt wurde. "Er war ein Mann, der fähig war, Santander zur wichtigsten Bank unseres Landes zu machen", erklärte etwa Ministerpräsident Mariano Rajoy. Ein Londoner Hegdefonds-Manager nannte Botin den "inoffiziellen König von Spanien". Sein Tod sorge für Unsicherheit und ein Machtvakuum an der Spitze von der Bank.

Santander wollte noch im Tagesverlauf über die Nachfolge entscheiden. Die naheliegendste Lösung sei Botins Tochter Ana, sagte der Londoner Hedgefonds-Manager, der namentlich nicht genannt werden wollte. Ana Botin verantwortet bislang Santanders Großbritannien-Geschäft. Ihr Vater habe sie aber nicht mehr richtig in Position bringen können. "Es könnte also interne Machtkämpfe geben." Ein Experte für gute Unternehmensführung, der für einen Vermögensverwalter und Santander-Aktionär arbeitet, äußerte sich ähnlich: "Die Nachfolge-Frage sollte nicht einfach nach dem Motto gelöst werden 'Meine Tochter übernimmt jetzt'."

Botin trug maßgeblich zum Aufstieg der Bank bei

Botin trug maßgeblich dazu bei, dass Santander von einem kleinen spanischen Institut zur größten Bank in der Währungsunion aufstieg. Bereits 1989 zettelte er auf der Suche nach Kunden einen Preiskampf in der Branche an. Fünf Jahre später kaufte er die angeschlagene Bank Banesto und verstärkte die Expansion nach Lateinamerika. Sein größter Coup gelang ihm 2004 mit dem Kauf der britischen Bank Abbey National für gut elf Milliarden Euro. Dank der Expansion kam Santander vergleichsweise glimpflich durch die Euro-Schuldenkrise. Derzeit macht die Bank nur noch 14 Prozent ihrer Gewinne in der Heimat.

Santander hat auch die Expansion nach Deutschland zuletzt durch Zukäufe verstärkt und betreibt gut 320 Filialen. Das Institut tritt hier unter dem Namen Santander Consumer Bank auf, mit Schwerpunkten auf Privatkunden- und Konsumentenkredite. Für diverse Übernahmen - etwa der Postbank - wurden die Spanier als Interessent genannt. Zuletzt stritt sich Santander auch mit dem Sparkassen-Lager vor Gericht um die Farbe Rot als Markenzeichen.

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