RZB steigt großteils aus UNIQA-Versicherung aus

Die Uniqa, eine der Versicherungstempel, der unter Minizinsen leidet.

Die Uniqa, eine der Versicherungstempel, der unter Minizinsen leidet.

Banken- und Versicherungsbeteiligungen sind in Bewegung. Am Montag fiel im Aufsichtsrat der Raiffeisen Zentralbank (RZB) der Grundsatzbeschluss, sich von 17,64 Prozent der Aktien an der börsennotierten Wiener UNIQA Insurance Group zu trennen. Aufgreifen wird das Paket die UNIQA Privatstiftung.

Die Raiffeisen Zentralbank (RZB) gibt große Teile ihrer Beteiligung an der UNIQA Versicherungsgruppe (ISIN AT0000821103) ab. Bisher hält die RZB 26,28 Prozent an der UNIQA, in Summe sind ihr über diverse Beteiligungsstränge 31,40 Prozent zuzurechnen.

Nach Abschluss der Transaktion würde die RZB mit rund 8,64 Prozent an der UNIQA Insurance Group AG beteiligt bleiben. Die Raiffeisen Zentralbank schaufelt mit dem Teilausstieg Kapital frei. Der Aufsichtsrat der RZB hat am 25. Juli 2016 den Eckpunkten der beabsichtigten Transaktion seine Zustimmung erteilt. Der Deal zwischen den beiden UNIQA-Kernaktionären soll noch 2016 abgeschlossen werden.

Mit dem Fusionsplan zwischen RZB und Raiffeisen Bank International (RBI; ISIN AT0000606306) habe dies nichts zu tun, erklärte eine RZB-Sprecherin. Die Strukturen zu straffen und zu vereinfachen sei schon lange Ziel der Gruppe. Und es wird auf die strengeren regulatorischen Kapitalvorgaben verwiesen.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die RZB hat aber ein paar Effekte auf die eigene Bilanz herausgerechnet. Auf die Common Equity Tier 1 Ratio (fully loaded) der RZB hätte die geplante Transaktion einen positiven Effekt von rund 60 Basispunkten, auf die Common Equity Tier 1 Ratio (transitional) einen positiven Effekt von rund 40 Basispunkten. Auf das RZB-Konzernergebnis 2016 nach IFRS würde sich die Reduktion der UNIQA-Beteiligung voraussichtlich mit einem negativen Effekt in Höhe von rund EUR 130 Millionen niederschlagen.

Keine Änderung in der Vertriebskooperation

Auf ihre UNIQA-Beteiligung hatte die RZB etwa für das Jahr 2015 eine Dividende von 40,7 Mio. Euro erhalten, im Jahr davor waren es 34 Mio. Euro gewesen.

"Wir schätzen die UNIQA als unseren wesentlichen Partner im Versicherungsbereich. Wir prüfen derzeit Maßnahmen zur Vereinfachung der Konzernstruktur und der Anpassung der Gruppe an die erhöhten regulatorischen Kapitalanforderungen. An unserer bewährten Vertriebskooperation mit der UNIQA im In- und Ausland würde sich nichts ändern", erklärte RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner dazu.

Der Vertrag zwischen Versicherung und Raiffeisen Österreich wurde erst kürzlich bis 2022 verlängert. Und die UNIQA bleibe auch nach dem Teilverkauf ein wichtiger Teil des Bankkonzerns. Der Deal braucht auch noch die Zustimmung von Behörden und die Billigung der Übernahmekommission.

Stimmrechtsanteil der RZB an Uniqa sinkt

Konkret geht es, wie die UNIQA am Abend schrieb, um jene 54.494.195 Aktien der UNIQA Group, die die RZB aktuell indirekt (durchgerechnet) über die BL Syndikat Beteiligungs Gesellschaft m.b.H. ("BL GmbH") hält.

Danach würde der der UNIQA-Stiftung zurechenbare Stimmrechtsanteil von 30,58 Prozent (durchgerechneter Anteil aufgrund einer 3,46 Prozent Beteiligung an BL GmbH: 31,36 Prozent) auf 49 Prozent steigen. Die UNIQA Privatstiftung und die Collegialität Versicherungsverein Privatstiftung werden dann künftig gemeinsam direkt und indirekt rund 51,39 Prozent halten.

Der der RZB zurechenbare Stimmrechtsanteil an der UNIQA sinkt dann von 31,40 Prozent (durchgerechneter Anteil aufgrund 77,48 Prozent Beteiligung an BL GmbH: 26,28 Prozent) auf 8,64 Prozent ab.

Die RZB soll weiterhin im Kernaktionärssyndikat bleiben, hieß es weiters. An den Kontrollverhältnissen soll sich nichts ändern.

Zu den finanziellen Modalitäten wurden am Montagabend keine Angaben gemacht. Geld hat die UNIQA Privatstiftung erst kürzlich wieder hereinbekommen, als sie im Juni ein 4-prozentiges Aktienpaket von Erste-Group-Titeln im Wert von 391 Mio. Euro verkauft hat.

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