RZB konzentriert sich auf Stärkung ihrer Kapitalquoten

RZB konzentriert sich auf Stärkung ihrer Kapitalquoten

Im ersten Halbjahr 2016 sinkt das Konzernergebnis der RZB von 215 Millionen Euro auf zwölf Millionen Euro. Dieses Ergebnis wird laut RZB-Chef aber durch den Teilverkauf der Uniqa verzerrt. Er selbst zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden und legt den Fokus auf die Stärkung der Kapitalsituation.Geprüft wird weiterhin eine mögliche Fusion von RZB und RBI.

Das Ergebnis des Konzerns der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) – dieser wird von der Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG) und seinen Beteiligungen gebildet, darunter der Teilkonzern Raiffeisen Bank International AG (RBI), die UNIQA Insurance Group und die Verbundunternehmen – ist aber stark vom herausfordernden wirtschaftlichen und regulatorischen Umfeld geprägt: Das Ergebnis vor Steuern lag bei € 300 Millionen, das Konzernergebnis der RZB betrug € 12 Millionen. In der Periode des Vorjahres waren es noch 215 Millionen Euro Gewinn gewesen, das Ergebnis vor Steuern war bei € 549 Millionen gelegen.

Dennoch fällt das Ergebnis dem Unternehmen zufolge positiv aus. „Unser Halbjahresergebnis ist stark vom Niedrigzinsumfeld geprägt und durch den negativen Effekt in Höhe von € 126 Millionen aus dem Teilverkauf der UNIQA verzerrt. Unser Fokus liegt weiterhin klar auf der Verbesserung unserer Kapitalsituation“, bilanziert RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner über die ersten sechs Monate dieses Jahres.

RZB und RBI: Fusion wird geprüft

Zahlreiche in der Vergangenheit gesetzte Maßnahmen wie das erfolgreich angelaufene Transformationsprogramm der RBI oder der Verkauf des Hilton-Hotels am Stadtpark wirken sich bereits jetzt positiv aus, heißt es vom Unternehmen: „Im ersten Halbjahr 2016 konnten wir unsere Kapitalsituation deutlich verbessern. Mit einer Common Equity Tier 1 Ratio (fully loaded) von 10,6 Prozent geht die Entwicklung in die richtige Richtung. Parallel dazu arbeiten wir daran, diese Quote weiter zu verbessern“, so Rothensteiner. Mit dem noch für Herbst geplanten Closing des Teilverkaufs der UNIQA-Anteile sowie der Verschmelzung der Raiffeisen-Landesbanken-Holding GmbH und der R-Landesbanken-Beteiligung GmbH in die RZB kommt es zu weiteren kapitalwirksamen Beiträgen. Die geplante UNIQA-Transaktion wird sich voraussichtlich noch im Jahresverlauf mit einem positiven Effekt auf die Common Equity Tier 1 Ratio (fully loaded) der RZB von rund 60 Basispunkten und auf die Common Equity Tier 1 Ratio (transitional) von rund 40 Basispunkten auswirken. „Damit hätten wir unter Berücksichtigung des UNIQA-Teilverkaufs bereits jetzt eine Common Equity Tier 1 Ratio (fully loaded) von über 11 Prozent erreicht“, analysiert Rothensteiner weiter.

Ebenfalls vor dem Hintergrund, die gesamte RZB-Gruppe an die erhöhten regulatorischen Anforderungen anzupassen und die Konzernstruktur zu vereinfachen, prüfen RZB und RBI derzeit unabhängig voneinander eine mögliche Fusion der Institute. „In der zweiten Septemberhälfte wollen wir die Entscheidung über einen möglichen Zusammenschluss bekannt geben. Eine Fusion von RZB und RBI hätte unter anderem durch entfallende Minderheitenabzüge weitere positive Auswirkungen auf die Kapitalquote der RZB-Gruppe“, so Rothensteiner.

Rückgang bei Kreditrisikovorsorgen

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um insgesamt 33 Prozent oder € 203 Millionen auf € 403 Millionen zurück. Hervorgerufen wurde dies durch niedrigere Nettodotierungen zu Einzelwertberichtigungen. Der deutlichste Rückgang wurde hier in der Ukraine mit einem Minus von € 107 Millionen verzeichnet. Außerhalb der RBI waren in der RZB-Gruppe im ersten Halbjahr keine neuen Kreditrisikovorsorgen erforderlich (netto).

Die Betriebserträge sanken im Vergleichszeitraum um 6 Prozent oder € 150 Millionen auf € 2.488 Millionen. Der Zinsüberschuss war dabei aufgrund des niedrigen Zinsniveaus weiter rückläufig und reduzierte sich um 13 Prozent auf € 1.586 Millionen. Das Handelsergebnis verbesserte sich im Periodenvergleich um € 94 Millionen auf € 88 Millionen, hervorgerufen durch geringere Währungsabwertungen sowie eine verbesserte offene Devisenposition in der Ukraine. Der Provisionsüberschuss ging im Vergleichszeitraum um 1 Prozent auf € 773 Millionen zurück. Auslöser dafür waren unter anderem Währungseffekte, geringere Garantieerträge in der RBI und der Ausstieg aus dem Automobilfinanzierungsgeschäft in Russland. Die Bilanzsumme der RZB entwickelte sich stabil und verzeichnete einen leichten Rückgang um -0,5 Prozent auf € 137.677 Millionen.

Höhere Cost/Income Ratio

Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich im Vergleich zum Halbjahr 2015 um 3 Prozent auf € 1.541 Millionen. Einfluss darauf hatten unter anderem höhere Aufwendungen für den Bankenabwicklungsfonds. Die Cost/Income Ratio stieg – auch aufgrund des gesunkenen Zinsüberschusses – um 5 Prozentpunkte auf 61,9 Prozent an. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nahm weiter ab, sie verringerte sich in der Vergleichsperiode um 2.751 Personen auf 53.234. Die Zahl der Geschäftsstellen reduzierte sich um 139 auf 2.658.

Die Common Equity Tier 1 Ratio (fully loaded) ergab zum Stichtag 10,6 Prozent. Die Common Equity Tier 1 Ratio (transitional) lag bei 10,4 Prozent.

Der Uniqa-Effekt

Die RBI publizierte ein Konzernergebnis von € 210 Millionen. Die Kapitalausstattung wurde dem Unternehmen zufolge spürbar verbessert und die wirtschaftlichen Kennzahlen "entwickelten sich dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld und der Reduktion des Kreditvolumens entsprechend zufriedenstellend".

Die weiteren Beteiligungen leisteten – den UNIQA-Einmaleffekt herausgerechnet – mit insgesamt
€ 62 Millionen laut Aussendung "einen erneut sehr stabilen Beitrag zum Konzernergebnis der RZB". Der Beitrag der UNIQA (nach Minderheitenabzug, ohne Berücksichtigung der Bewertungseffekte und des Teilverkaufs der Anteile) betrug € 24 Millionen. Die Raiffeisen-Produkttöchter (z.B. Bausparkasse, KAG, Leasing) sowie Gesellschaften wie Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs-AG oder Card Complete trugen ebenfalls deutlich positiv zum Konzernergebnis bei.

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