Ryanair-Piloten drohen mit Streikdebüt in der Urlaubszeit

Ryanair-Piloten drohen mit Streikdebüt in der Urlaubszeit

Die Piloten werden wohl Ryanair-Chef Michael O'Leary die Laune etwas verderben, wenn sie erstmals in der Firmegneschichte steiken.

Nun haben auch die Piloten der Ryanair erstmals den Arbeitskampf mittels Streik ins Auge gefasst. Die Piloten-Gewerkschaft VC will die Tarifverhandlungen durchsetzen. Ryanair will aber nichts von der Gewerkschaft VC wissen. Sie erkennen VC nicht an.

Dublin. Ryanair-Passagieren droht ein Streik in der Ferienzeit, allerdings nicht zu den Weihnachtsfeiertagen zwischen 23. und 26. Dezember. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit will Tarifverhandlungen bei der irischen Billigfluglinie mit Streiks durchsetzen und kündigte an, es sei "ab sofort jederzeit" mit Arbeitsniederlegungen zu rechnen.

"Wir geben Ryanair eine letzte Gelegenheit, Streiks in Deutschland abzuwenden, indem sie nun unverzüglich die Bereitschaft erklären, über Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu verhandeln", erklärte VC-Präsident Ilja Schulz am Dienstag.

Ryanair reagierte gelassen. Man habe bisher keine Benachrichtigung seiner deutschen Piloten dazu erhalten, teilten die Iren mit. Sollte es zu Arbeitskampfmaßnahmen kommen, werde man sich damit befassen. Ryanair betonte allerdings, dass man die "Lufthansa-Pilotengewerkschaft VC" nicht anerkennen und sich nicht mit der VC beschäftigten werde - unabhängig davon, ob es zu Maßnahmen komme.

Die 1985 gegründete Ryanair hat sich mit einem strengen Kostenmanagement zu Europas größter Airline gemausert - 2016 überholten die Iren bei der Passagierzahl sogar Branchenprimus Lufthansa. Kritiker werfen der Fluglinie allerdings eine harte Gangart gegenüber Mitarbeitern vor. VC sprach von Sozialdumping. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hatte Ryanair als "arbeitnehmerfeindliches Unternehmen" mit einem "frühkapitalistischen" Geschäftsmodell kritisiert. Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte den SPD-Politiker im Zuge der Air-Berlin-Insolvenz als "Mad Mike" verspottet.

Ryanair hat jüngst rund 20.000 Flüge gestrichen, um die Pünktlichkeit zu erhöhen. Branchenfachleute begründen den Schritt auch damit, dass die Iren auf der Suche nach Flugzeugführern seien. "Derzeit laufen Ryanair in Scharen die Piloten davon, weil fast alle anderen Fluggesellschaften bessere Arbeitsbedingungen bieten als Ryanair selbst und derzeit europaweit viele Piloten gesucht werden", teilte VC mit. Sie erklärte, nun seien erstmals europaweite Streiks denkbar, die von mehreren Gewerkschaften ausgerufen werden. So hätten auch der italienische und der portugiesische Pilotenverband für die kommenden Tage Arbeitskampfmaßnahmen in Aussicht gestellt. Am Montag hatten zudem Piloten in Dublin in einer Urabstimmung für Schritte im Arbeitskampf votiert.

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