Ryanair: Millionenverlust mit Laudamotion

Die Beteiligung an Laudamotion kostet Ryanair viele Millionen. Airline-Chef Michael O'Leary rechnet zudem mit weiteren Streiks beim Bordpersonal und den Piloten. Die Streiks und die Laudamotion-Kosten drücken den Gewinn.

Ryanair CEO Michael O'Leary

Ryanair CEO Michael O'Leary

Die Beteiligung an Laudamotion drückt das Ergebnis von Ryanair. Die 24,9-Prozent-Beteiligung von April schlug bis Juni mit minus neun Millionen Euro zu Buche. Laudamotion dürfte heuer einen Jahresverlust von 150 Millionen Euro einfliegen - damit landet der Niki-Nachfolger tiefer in den roten Zahlen als gedacht: Die irische Ryanair, die ihren Anteil an Laudamotion von rund 25 auf 75 Prozent erhöhen will, hatte bisher nur ein Minus 100 Millionen Euro veranschlagt.

Laudamotion kämpft nicht nur um neun Flugzeuge, die sie von der Lufthansa geleast hat, sondern auch mit steigenden Kerosinkosten. Zudem seien die Ticketpreise niedriger ausgefallen als erwartet. All dies münde in einem "sehr schwierigen" ersten Jahr für Laudamotion, heißt es im Ryanair-Bericht zum ersten Geschäftsquartal 2018/2019.

"Ich würde davon ausgehen, dass sie zum Ende des dritten Jahres Gewinn schreiben", sagte Ryanair-Finanzchef Neil Sorohan am Montag zu Reuters. Laudamotion-Chef Andreas Gruber kündigte vergangene Woche neue Verbindungen an und sah sich bei den Wachstumsplänen auf Kurs.

Streiks belasten das Geschäft

Ryanair bekommt zudem die Folgen des Arbeitskampfes zu spüren. Wegen eines Streiks des Kabinenpersonals in Spanien, Portugal, Italien und Belgien hat der größte europäische Billigflieger etwa für Mittwoch und Donnerstag mehr als 300 seiner täglich 2.400 Flüge gestrichen. Die Fluglinie steckt in einem Wandel, seit sich Piloten und Flugbegleiter zunehmend in Gewerkschaften organisieren und europaweit vernetzen. Sie setzen sich für höhere Löhne, gegen Leiharbeit und für bessere Arbeitsbedingungen ein.

Die Streiks haben bereits im ersten Geschäftsquartal 2018/19 auf die Bilanz gedrückt. Auch höhere Kosten für Piloten, Crew und Treibstoff sowie niedrigere Ticketpreise ließen das Ergebnis tiefer ausfallen. Der Gewinn fiel von April bis Juni um ein Fünftel auf 319 Millionen Euro. Analysten hatten dies in etwa erwartet. Kunden seien mit dem Kauf von Tickets wegen jüngster Streiks zurückhaltender, hieß es.

Ryanair erwartet weitere streikbedingte Flugausfälle im Sommer. Man sei nicht bereit, unvernünftige Forderungen zu akzeptieren, die das Geschäftsmodell oder die niedrigen Ticketpreise gefährdeten, hieß es in einer Mitteilung. Sollten die Streiks anhalten, müsse der Winterflugplan überprüft werden, was zu Flottenreduktionen und Jobverlusten führen könne.

Jahresziel bestätigt

Das Jahresziel für den Gewinn bestätigte Ryanair-Chef Michael O'Leary, machte es aber "sehr" von den Preisen für die Tickets im laufenden zweiten Quartal abhängig. Für das Gesamtjahr peilt er einen Gewinn von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro an, weniger als im Vorjahr. Neben den Streiks macht Ryanair auch der bevorstehende Brexit zu schaffen.

Im Ende Juni abgelaufenen ersten Quartal hatte die Fluggesellschaft trotz sinkender Ticketpreise den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf fast 2,1 Milliarden Euro gesteigert. In dem Zeitraum stieg die Zahl der Fluggäste um 7 Prozent auf 37,6 Millionen.

Michael Ludwig

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