Ryanair-Chef O'Leary kämpft gegen eigene Piloten und Oster-Streiks

Ryanair CEO Michael O'Leary

Ryanair CEO Michael O'Leary ist üblicherweise entspannt, froh gelaunt und ätzt gerne gegen die Konkurrenz. Nun hat er den Spott gegen sich und kämpft gegen die eigenen Piloten.

Der irische Billigflieger will das Geschäftsjahr 2017/18 mit Rekord-Passagierzahl abschließen. Und auch beim Gewinn will Ryanair-Chef O'Leary zulegen. Zu den eigenen Piloten eröffnet O'Leary gerade eien Front: Die Forderungen seiner Piloten beizeichnet er als "lächerliche Forderungen" und überkommene Ansprüche.

Dublin/London. Ryanair-Chef Michael O'Leary bleibt im Konflikt mit seinen Piloten hart und nimmt dafür auch Streiks zur Hochsaison im Kauf. Sein Unternehmen werde den "lächerlichen Forderungen" der Flugkapitäne nicht nachgeben, erklärte O'Leary am Montag. Das Ryanair-Geschäft könnte deshalb zu Ostern durch Ausstände beeinträchtigt werden.

Der Kampf der Piloten für bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Bezahlung hatte schon in den vergangenen Monaten für Turbulenzen bei Ryanair gesorgt. Dennoch konnte Europas größte Billigfluggesellschaft ihren Gewinn nach Steuern im dritten Quartal 2017/18 um 12 Prozent auf 106 Millionen Euro steigern. Für den Sommer dämpfte O'Leary jedoch die Erwartungen, dass höhere Ticketpreise die Kassen klingeln lassen.

Der Kampf gegen die Piloten

Die Ansprüche der Piloten stellte der Konzernchef als überholt dar. Ihre Forderungen stammten aus vergangenen Zeiten, als die Branche von Ineffizienz geprägt gewesen sei. Damit spielt er auf Verträge und Gehälter bei traditionellen Fluggesellschaften an, die gerade Ryanair seit Jahrzehnten mit seinem Ultra-Billig-Geschäftsmodell angreift. Die Piloten halten O'Leary entgegen, sie wollten nur dieselben Bedingungen, die anderen Budget-Anbietern wie easyJet entsprechen. Einige Ryanair-Flugkapitäne hatten sich zuletzt über eine vergiftete Arbeitsatmosphäre und mangelndes Vertrauen zwischen Belegschaft und Konzernführung beschwert.

Seinen Aktionären stellte das Unternehmen unterdessen einen Aktienrückkauf von 750 Mio. Euro in Aussicht. Auch flog Ryanair im dritten Geschäftsquartal mehr Gewinn ein als am Markt erwartet. Dabei hatte es das letzte Vierteljahr 2017 in sich. Schon im Herbst musste der Billigflieger massiv Flüge streichen, was er mit "Dienstplanproblemen" begründete.

Kurz vor Weihnachten konnte Ryanair weitreichende Streiks gerade noch abwenden, indem sie sich dem Druck der Piloten beugten und in mehreren europäischen Ländern Gewerkschaften akzeptierten.

Überraschend viel Umsatz brachten Ryanair zuletzt vor allem Gebühren für Sitzreservierungen und Extra-Gepäck ein. Der Konzern peilt im Geschäftsjahr jetzt 130 Millionen Passagiere an, um eine Million mehr als bisher prognostiziert.

Dass die Fluggäste in der Sommersaison für ihre Tickets tiefer in die Taschen greifen müssen, hält O'Leary aber nicht für ausgemacht: Ryanair teile nicht den Optimismus der Konkurrenz, dass es in der wichtigen Saison mit den Flugtarifen aufwärtsgehe. In Europa waren die Ticketpreise zuletzt unter anderem wegen der Pleite von Air Berlin gestiegen.

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