Ryanair droht mit Abzug der England-Flotte ab 2019 wegen Brexit

Der irische Billigflieger plant die in England stationierten Flugzeuge nach Irland und Kontinentaleuropa zu verlegen. Nach Easyjet wäre Ryanair die zweite Airline, die nach dem Brexit einen Teilabzug aus Großbritannien vornimmt.

Ryanair droht mit Abzug der England-Flotte ab 2019 wegen Brexit

Dublin. Der irische Billigflieger Ryanair will für den Fall eines harten Brexit den Rest der EU mit zig zusätzlichen Flugzeugen fluten. Falls es bis September 2018 keine Klarheit über ein neues Luftverkehrsabkommen mit Großbritannien gebe, werde Ryanair für Sommer 2019 viele Flüge von und nach England streichen, kündigte Ryanairs Verkaufschef David O'Brien im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" an.

Die 85 in England stationierten Maschinen würden dann auf die 72 Ryanair-Basen in Kontinentaleuropa und Irland verteilt. Schon ohne diesen harten Schritt hatte Ryanair-Chef Michael O'Leary bereits angekündigt, die für das laufende Geschäftsjahr erwarteten 50 neuen Boeing-Jets außerhalb Großbritanniens zu stationieren.

Der britische Billigflieger Easyjet hat bereits die Konsequenzen aus dem Brexit gezogen. Easyjet hat ihren Europa-Sitz nach Wien verlegt und fliegt mit gestrigem Datum bereits unter einem österreichischen Hoheitszeichen. Wieviele Flugzeuge zusätzlich nun nach Wien verlegt werden, ist noch nicht entschieden. Wien hatte unter anderem wegen günstigen Standortvorteilen dern Vorrang vor Lissabon erhalten.

Eine Verlagerung von zig weiteren Maschinen in den Rest der EU dürfte den harten Konkurrenzkampf in der Branche weiter verschärfen. Schon jetzt rechnen neben Ryanair auch Lufthansa und Easyjet in den kommenden Monaten mit sinkenden Ticketpreisen.

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt kann sich O'Brien mittelfristig die Stationierung von bis zu 20 Ryanair-Flugzeugen vorstellen. Der Billigflieger greift die Lufthansa seit März an ihrem Heimatflughafen an. Von derzeit zwei Maschinen soll die dort stationierte Ryanair-Flotte im kommenden Winter zunächst auf sieben Jets wachsen.

Der Flughafenbetreiber Fraport hatte mit Gebühren-Rabatten für neue Strecken Ryanair und andere Billigflieger angelockt.


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