Air Berlin Pleite: 100.000 Flugtickets verfallen

Gescheitert: CEO Thomas Winkelmann (re) und Treuhänder Lucas Floether müssen die Air Berlin abwickeln.

Gescheitert: CEO Thomas Winkelmann (re) und Treuhänder Lucas Floether müssen die Air Berlin abwickeln.

Nach der Air Berlin Pleite kommen jetzt die Passagiere zum Handkuss, die noch in gutem Glauben bei der Airline gebucht. Betroffen sind vor allem Buchungen auf der Langstrecke. Rund 100.000 Tickets verfallen .

Rund 100.000 Passagiere, die noch Tickers bei der insolventen Air Berlin gebucht haben, werden den die bereits bezahlten Flüge nicht mehr antreten können und auch kein Geld für ihre Flugtickets zurückbekommen.

Betroffen sind vor allem um Fluggäste mit Fernzielen, die vor dem 15. August, dem Tag der Insolvenzanmeldung, Tickets gekauft haben. Die Air Berlin hat ihre Fernverbindungen in großem Stil gestrichen. Bis zum 15. Oktober werden die Langstreckenverbindungen nach und nach komplett eingestellt. Doch auch auf der Kurzstrecke wird bereits ausgedünnt. Mit Ende September wurden etwa die Verbindungen zwischen Hamburg und München sowie zwischen Köln/Bonn und München gestrichen.

Das von den Passagieren bezahlte Geld geht in die Insolvenzmasse und ist damit bis zum Ende des Insolvenzverfahrens gesperrt. Im günstigsten Fall erhalten die Kunden dann als Gläubiger einen Bruchteil des Kaufpreises zurück, wahrscheinlicher ist jedoch ein Totalverlust. Eine Insolvenzversicherung, die bei Veranstaltern von Pauschalreisen Pflicht ist, gibt es im Falle der air Berlin nicht.

Besser ist die Lage für Passagiere, die erst nach dem 15. August Tickets gekauft haben. Deren Geld wird, wie die Airline versichert, beiseite gelegt und im Falle eines Flugausfalles werde Ticketpreis komplett erstattet. Air Berlin hatte am Montag angekündigt, die Langstrecken. Die Gesellschaft hat seit dem Insolvenzantrag auch wiederholt Kurz- und Mittelstreckenflüge gestrichen.

Langstrecke: Verkaufsverhandlungen gescheitert

Air Berlin verhandelt derzeit mit Lufthansa und Easyjet über einen Verkauf großer Teile des Unternehmens. Bis zum 12. Oktober soll das Geschäft besiegelt sein. Vorstandschef Thomas Winkelmann sieht gute Jobperspektiven für 80 Prozent der rund 8.000 Beschäftigten. Der Lufthansa-Aufsichtsrat hat bereits rund eine Milliarde Euro bewilligt, um 61 Flugzeuge von den Leasinggesellschaften der Air Berlin zu erwerben.

Für das Langstreckengeschäft von Air Berlin fanden hingegen sich keine Interessenten. Von den einstmals 17 Langstreckenmaschinen wurden bereits zehn an die Leasinggesellschaft AerCap zurückgegeben. Das Karibik-Flugprogramm ab Düsseldorf ist bereits seit dem 25. September beendet. Ebenso seit dem 25. September gibt es auch die Verbindungen zwischen Berlin und Abu Dhabi, Chicago, Los Angeles und San Francisco nicht mehr. Weggefallen sind auch die Strecken von Düsseldorf nach Boston und Orlando.

Unregelmäßigkeiten im Flugplan von Air Berlin mit Verspätungen und Flugausfällen gibt es seit Ende März. Das hatte anfangs mit Engpässen bei Crews und Flugzeugen zu tun, weil das Unternehmen umgebaut wurde. Nach dem Insolvenzantrag verschärfte sich die Lage. Mitte September meldeten sich zahlreichen Piloten krank, wodurch an einem Tag 100 von 750 Flüge abgesagt werden mussten.

Italien: Was die Wirtschaft zum Kollabieren bringen könnte

Geld

Italien: Was die Wirtschaft zum Kollabieren bringen könnte

Reinhold Gütebier, CEO Kika/Leiner

Wirtschaft

Neuer Kika/Leiner-Chef Gütebier will mehr Glanz im Möbelreich

Wirtschaft

Wiener Kino-Gruppe Cineplexx expandiert am Balkan