Rückschlag für Chinas Industrie - Brexit-Votum belastet

Rückschlag für Chinas Industrie - Brexit-Votum belastet

Der Ausstieg aus der EU hat durchschlagende Wirkung auf die Ökonomie in China, wo vor allem kleine und mittlere Unternehmen schon mit Umsatzrückgängen zu kämpfen haben. Der Einkaufsmanagerindex sank auf 49,9 Punkte.

Peking/London. Chinas Industrie hat im Juli überraschend einen Dämpfer erhalten. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen verzeichneten einer Umfrage zufolge schrumpfende Geschäfte. Der am Montag veröffentlichte offizielle Einkaufsmanagerindex sank auf 49,9 Punkte und lag damit knapp unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Fachleute hatten nicht mit einem Rückgang gerechnet. Insbesondere das Auslandsgeschäft läuft schlecht, wie das Nationale Statistikbüro mitteilte. Das Votum der Briten, die Europäische Union zu verlassen, belaste die Stimmung.

Der private Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex stieg dagegen überraschend auf 50,6 Zähler nach 48,6 Punkten im Juni und signalisierte damit das erste Mal seit 17 Monaten Wachstum. Die staatlichen Konjunkturprogramme sorgten für Hoffnung. Die Inlandsaufträge legten zu, die Produktion zog an. "Die chinesische Wirtschaft zeigt erste Anzeichen einer Stabilisierung", sagte Zhengsheng Zhong vom Analysehaus CEBM. Das habe mit der schrittweisen Einführung einer proaktiven Haushaltspolitik zu tun. "Aber der Druck auf das Wachstum bleibt, und die Unterstützung von Fiskal- und Geldpolitik ist weiterhin nötig."

Besser sieht es bei den Dienstleistern aus. Hier stieg der offizielle Einkaufsmanagerindex auf 53,9 Punkte von 53,7 Zählern im Juni. Nach Einschätzung von Analysten hat die Wirtschaft in China zwar Fuß gefasst, das Wachstum hängt aber vor allem von staatlichen Ausgaben und höheren Schulden ab. Viele Fachleute befürchten zudem eine Abkühlung im zweiten Halbjahr. Die Regierung in Peking geht derzeit gegen Überkapazitäten vor, dadurch fallen zahlreiche Stellen weg. Vor allem in der Stahlindustrie dürften Arbeitsplätze gestrichen werden: Einer jüngst veröffentlichten Studie können mehr als die Hälfte der börsennotierten Stahlbetriebe als "Zombie-Firmen" eingestuft werden. Im vergangenen Jahr ist die chinesische Wirtschaft so langsam gewachsen wie seit 25 Jahren nicht mehr.

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