Der Rubel rollt - Russland stemmt sich gegen den Kursverfall

Der Rubel rollt - Russland stemmt sich gegen den Kursverfall

Der russische Rubel - ein Spielball.

Als Folge der Wirtschaftssanktionen hat der russische Rubel gegenüber dem Dollar seit Jahresanfang über 30 Prozent an Wert verloren. Vergangene Woche fiel die russische Landeswährung auf ein Rekordtief. Jetzt ändert die russische Zentralbank im Kampf gegen den Verfall des Rubels ihre Strategie. Die russische Notenbank will unbegrenzt am Devisenmarkt intervenieren, um die Währung zu stützen.

Die Ukraine-Krise ist in Russlands Wirtschaft angekommen. Auch wenn es der russische Präsident Vladimir Putin vehement abstreitet: Die Wirtschaftssanktionen der EU und der USA gegen Russland zeigen ihre Wirkung. Alleine in der vergangenen Woche hat die russische Landeswährung, der Rubel, gegenüber dem US-Dollar über acht Prozent an Wert verloren, seit Jahresbeginn sogar schon um rund 40 Prozent. Gegenüber dem Euro ist der Rubel um etwa 25 Prozent gefallen.

Zum Wochenbeginn hat der Rubel zwar leichte Zeichen einer Erholung gezeigt, für eine handfeste Erholung gibt es allerdings kein Anzeichen. Hinter der Aufwärtstendenz dürfte lediglich Putins Aussage stehen, er hoffe auf ein baldiges Ende des Kursverfalls, da es keine wirtschaftlichen Gründe dafür gäbe.

Weil aber eine Krise selten allein kommt, macht Russland auch der Preisverfall bei seinem wichtigsten Exportgut. dem Erdöl, massiv zu schaffen. Gleichzeitig ist die Inflation erheblich gestiegen. Die Preise haben in Russland seit Anfang des Jahres im Schnitt bereits um acht Prozent angezogen, was die Kauflust der Russen deutlich trübt. Die Wirtschaft versucht relativ vergeblich, dem mit massiven Preissenkungen zu entgegnen.

Notenbank reagiert

Gleichzeitig sieht sich Russland einer massiven Kapitalflucht ausgesetzt. Die russische Notenbank schätzt, dass Anleger und Unternehmen im Jahr 2014 rund 128 Milliarden Dollar aus Russland abziehen werden. Um die Kapitalflucht halbwegs einzugrenzen hat die russische Notenbank ihren Leitzins Ende Oktober bereits auf 9,5 Prozent erhöht

Mit Beginn dieser Woche hat die russische Zentralbank einen neuen Kurs eingeschlagen, um den Verfall des Rubels zu stoppen. Notenbankchefin Elwira Nabiullina kündigte an, bei Bedarf jederzeit und in ausreichendem Umfang mit Interventionen am Devisenmarkt auf spekulative Kursbewegungen zu reagieren. Dies gelte insbesondere, wenn Gefahr für die Finanzstabilität drohe. Erst Tage davor wurde erklärt, dass die täglichen Rubel-Ankäufe auf 350 Millionen Dollar begrenzt werden. Dmitry Polevoy, Chefökonom Russland bei der ING Bank in Moskau, kritisierte diese Entscheidung: "In solchen Zeiten sollte die Zentralbank intervenieren - wenn das kein Risiko für die Finanzstabilität ist, was dann?"

Mit dem Kurswechsel der russischen Zentralbank ist die Kirse aber noch lange nicht ausgestanden. Der russischen Wirtschaft droht nun ein langer, harter Winter, der möglicherweise Jahre anhalten könnte. Für das Jahr 2015 sagen die Notenbanker bereits eine Stagnation voraus. Erst im Jahr 2016 soll es wieder ein winziges, kaum wahrnehmbares Wirtschaftswachstum geben. Um nur 0,1 Prozent soll die russische Wirtschaft dann wachsen - vorausgesetzt, dass die Wirtschaftssanktionen nicht noch weiter verschärft werden, und eine Aufhebung der von offizieller russischer Seite immer als "unfair" bezeichneter Sanktionen werde es nach Einschätzung der russischen Zentralbank frühestens im Jahr 2017 geben

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