Rosenberger-Kette: CEO Wollner ist neuer Miteigentümer

Rosenberger-Kette: CEO Wollner ist neuer Miteigentümer

"Das Konzept ist in die Jahre gekommen", sagt CEO Thomas Wollner. Die Rosenberger-Kette soll nicht nur runderneuert werden.

Der Autobahn-Raststättenbetreiber Rosenberger war seit 2013 in der Hand von zwei chinesischen Familien. CEO Thomas Wollner übernimmt nun 30 Prozent der Anteile. Und ist ab sofort alleiniger operativer Chef der Rosenberger-Kette. Er will einen zweistelligen Millionenbetrag investieren und das Geschäft neu ausrichten.

Loosdorf. Die Rosenberger-Autobahnraststätten haben wieder eine eindeutige österreichische Handschrift: CEO Thomas Wollner hat einen Geschäftsanteil von 30 Prozent an der Rosenberger Gruppe (Rosenberger Holding GmbH) erworben. Die beiden chinesischen Familien Liu und Ni werden sich künftig rein auf die Rolle als Finanzinvestor beschränken.

Wollner ist seit 2014 Geschäftsführer der Rosenberger-Kette. Aufgrund von Syndikatsverträgen wird trotz Minderheitenanteil künftig auch der alleinige Geschäftsführer sein. "Es ist so, als hätte ich mein eigenes Unternehmen, ich habe freie Hand, das Unternehmen so zu führen, wie ich es für richtig finde", sagt Wollner im Gespräch mit dem trend.

Wie viel er für den Geschäftsanteil in Höhe von 30 Prozent bezahlt hatte, wollte Wollner nicht konkret nennen. "Ich habe vor gut zwei Jahren einen siebenstelligen Betrag als Darlehen eingebracht, das nun unter anderem in einen Geschäftsanteil umgewandelt wurde."

CEO Thomas Wollner hat nun das Sagen und bestimmt den Kurs bei Rosenberger. Er setzt auf viel Neues.

Die vor gut zwei Jahren eingeleitete Sanierung des Unternehmens will er fortführen. Ein Großteil der Raststätten sollen demnach einem Facelifting unterzogen werden.
Wollner setzt zwar weiterhin auf das österreichische Image der Betriebe. In den Autobahnraststätten will der aus Kitzbühel stammende Gastronom "die österreichische Gastlichkeit und Gemütlichkeit" weiterhin pflegen, weil sie Grundlage für den Erfolg in der heimischen Gastronomie sei.

Das aktuelle Sortiment der Autobahnraststätten soll jedoch gestrafft werden. Mit sogenannten "Foodhalls" will Wollner auch ein neues Konzept umsetzen. Teil der neuen Strategie: Neben österreichischer Küche soll der Fokus auch auf leichte Küche und mediterrane Speisen sowie Säfte, sonstige Frischprodukte sowie auf Kaffeekultur gerichtet werden.

Die Runderneuerung

Für die Renovierung eines Teils der Raststätten hat Wollner bereits eine Finanzierung von "zehn bis 15 Millionen Euro" in Aussicht. Die Runderneuerung der Betriebe soll in den kommenden zwei Jahren erfolgen.

Vorher gilt es jedoch mit der Asfinag und der ABG (Autobahn Betriebs Gesellschaft) als Besitzer der Liegenschaften noch die Verträge für sein Investment abzusichern, was auch in Verträgen neu vereinbart werden müsse. "Die Verhandlungen laufen gut, die Asfinag ist sehr an der Kooperation interessiert, ich denke, dass wir demnächst bald die Verträge unter Dach und Fach haben", sagt Wollner.

Ähnlich verhält es sich bei den Verhandlungen mit der US-amerikanischen Schnellrestaurantkette Burger King. Der im Vorjahr vereinbarten Kooperation mit Burger King sollen jedoch auch heuer noch Taten folgen, nachdem sich die Vertragsverhandlungen noch dahingezogen haben. Wollner rechnet damit, dass heuer auf einem Rosenberger-Standort der erste Burgerladen eröffnet wird.

Aktuell betreibt Rosenberger in ganz Österreich 18 Autobahn-Raststätten, drei Seminar-Hotels, sechs Tagungszentren, elf Tankstellen, 16 Shops und zwei FIRST Cityrestaurants in Wien und Salzburg. Das Unternehmen zählt derzeit rund 800 Beschäftigte. Das Unternehmen hat im Jahr 2017 wie im Jahr davor einen Umsatz in Höhe von 50 Millionen Euro erzielt. Die Stagnation erklärt Wollner mit dem "schwierigen Umfeld und dem in die Jahre gekommenen Konzept".

Die Preissenkung als Umsatztreiber

Mit dem neuen Konzept soll die Trendwende wieder eingeleitet werden. Und auch die Umsätze wieder gesteigert werden. Wurden früher die Preise erhöht, um den Umsatz zu halten, geht Wollner genau den entgegen gesetzten Weg. Und der dürfte bereits Erfolge zeigen. Als eine erste Maßnahme nach dem Einstieg als Mitgesellschafter hat Wollner die Preise für Kaffee gesenkt und eine neue Kaffeesorte eingeführt. "Das hat sich bewährt, der Kaffeeumsatz steigt und auch unterm Strich bleibt mehr."

Laut aktuellem Firmenbuchauszug hält Jian Haiping mit 35 Prozent den größten Geschäftsanteil an der Rosenberger Holding GmbH. Neo-Miteigentümer Thomas Wollner und Liu Xudong besitzen jeweils 30 Prozent. Franz Groißenberger hält 5 Prozent.

Ab September 2018 wird es noch einmal zu einer Änderung kommen, wie Neo-Miteigentümer Wollner dem trend bestätigte. Das Ehepaar Jian/Liu wird insgesamt 70 Prozent der Anteile halten, Wollner 30 Prozent. Franz Groißenberger wird bis dahin seinen 5-Prozent-Anteil abgeben.

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