RHI CEO Borgas: Werksschließungen und Jobgarantien

RHI CEO Stefan Borgas

RHI CEO Stefan Borgas

Nach dem Zusammenschluss des österreichischen Feuerfestkonzerns RHI mit der brasilianischen Magnesita soll die Auslastung durch Werksschließungen und Produktionslinienoptimierungen deutlich erhöht werden. Für Mitarbeiter in Österreich gibt CEO Stefan Borgas eine dreijährige Beschäftigungsgarantie.

Am Freitag wurde die Fusion der Feuerfestkonzerne RHI und Magnesita mit der Zustimmung von 99,7 Prozent der Aktionäre endgültig besiegelt. Nun soll es mit dem weiteren Zusammenschluss schnell gehen: Schon ab dem 1. November soll das neue Unternehmen RHI-Magnesita mit Konzernholding in den Niederlanden und Börsennotierung in London operativ sein. Die Wettbewerbsbehörden haben bereits grünes Licht gegeben.

RHI-CEO Stefan Borgas hat nun auch einen Ausblick auf die Zeit nach dem Zusammenschluss der Unternehmen gegeben. Ein strategisches Ziel ist es demnach, die Produktivität der Produktionslinien durch Zusammenschlüsse und Werksschließungen zu steigern: "Größere Werke werden wir noch größer machen und kleinere schließen", sagte Borgas, der auch designierter CEO der zukünftigen RHI-Magnesita Gruppe ist.

Die RHI-Mitarbeiter in Österreich können dabei aufatmen: Mit dem Betriebsrat wurde eine dreijährige Beschäftigungsgarantie vereinbart. Auch für danach gebe es für Österreich keine Pläne, "wilde Dinge zu tun", betonte der RHI-Chef. Borgas verwies darauf, dass auch die Konzernzentrale in Wien gestärkt werde und das gesamte "Leadership"-Team in der österreichischen Bundeshauptstadt sitze sowie der Vorstand damit nicht zersplittert sei.

Fusion: Positiver Effekt ab 2019

Im ersten Jahr werden die Fusion-Einmalkosten nach Angaben von Borgas noch die Synergieeffekte aufzehren, aber im zweiten Jahr sollen die Synergievorteile bereits 70 Millionen Euro ausmachen. RHI muss aus wettbewerbsrechtlichen Gründen drei Standorte abgeben. Der Verkaufsprozess ist derzeit am Laufen. Der Umsatzbeitrag dieser Werke macht rund 50 Millionen Euro oder rund drei Prozent des RHI-Umsatzes aus, Magnesita muss aus Wettbewerbsgründen Produktionsleistung im Umfang von rund vier Prozent des Jahresumsatzes abgeben.

Der Zusammenschluss der beiden Feuerfestkonzerne soll laut dem RHI-Chef die Wettbewerbsfähigkeit der Werke erhöhen, mehr Forschung & Entwicklung (F&E) ermöglichen und dadurch eine bessere Position gegenüber Produzenten aus Billiglohnländern ermöglichen. Derzeit sind in China aus Umweltgründen kurzfristig viele Feuerfest-Werke stillgelegt, die aber voraussichtlich wieder in Produktion gehen werden. In der Feuerfestbranche gibt es "strukturell eine Überkapazität von 30 bis 40 Prozent, so Borgas.

Die RHI baut mit der Magnesita-Übernahme ihre Position als Weltmarktführer bei Feuerfestprodukten für die Stahl-, Glas- und Zementindustrie weiter aus. Beide Unternehmen erzielten zuletzt zusammengerechnet mit knapp 15.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Euro.

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