Restaurantkette Vapiano rutscht weiter in die Verlustzone

Restaurantkette Vapiano rutscht weiter in die Verlustzone

Leere Tische, wenig Umsatz: Vapiano steckt in der Krise

Die Restaurantkette Vapiano kämpft weiterhin mit hohen Verlusten. Der Sanierungskurs des letzten Jahres ist bislang von wenig Erfolg gekrönt. Die Aktie grundelt dahin und hat im Jahresverlauf erneut über 30 Prozent verloren.

Die auch in Österreich mit aktuell 17 Lokalen aktive Restaurantkette Vapiano kämpft weiter mit Verlusten. Die italienische Schnellküche - angeboten werden Pastas, Pizzas und Salate in verschiedensten Varianten - hat zwar einen hohen Bekanntheitsgrad, macht aber trotz allem zu wenig Geschäft und die Kosten sind weiterhin zu hoch. Die Folge: In den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 ist der Verlust gegenüber dem Vorjahr von 29,4 Millionen Euro auf nunmehr 46,1 Millionen Euro angestiegen. Der Aktienkurs des börsenotierten Unternehmens (ISIN DE000A0WMNK9) ist im Jahresverlauf um weitere 37 Prozent gefallen und liegt nun schon 83 Prozent unter dem Ausgabekurs des Jahres 2017.

Bereits 2018 wurde die Sanierung des Unternehmens eingeleitet. Jochen Halfmann, der das Franchise-Systemgastronomie-Unternehmen an die Börse geführt und die Expansion in 33 Staaten vorangetrieben hatte, trat zurück. Ihm folgte glücklos und kurzzeitig der Starbucks-Manager Cornelius Everke und im September 2018 schließlich die heute 52-jährige Britin Vanessa Hall, eine Wirtschaftsprüferin, die ihr Management-Geschick zuvor als Chefin der Kette Yo! Sushi bewiesen hatte.

Schwierige Sanierung

Rasend erfolgreich war Hall bei den Bemühungen, das Ruder herumzureißen, bislang noch nicht. Für sie ist es bereits ein Erfolg, dass sich das Geschäft zuletzt einigermaßen stabilisiert hat und die Verluste im dritten Quartal zumindest in die Nähe der Verluste aus dem Vorjahr gedrückt werden konnten. Das Geschäft sei zuletzt im Rahmen ihrer Erwartungen verlaufen, erklärte sie und verwies auf den vom Vorstand entwickelten Umstrukturierungsplan. "Die Maßnahmen greifen und haben bereits positiven Einfluss auf das Gästeerlebnis und die operative Entwicklung von Vapiano."

Vapiano-Aktie (DE000A0WMNK9): Für Eigentümer, Anleger und Investoren bisher ein Desaster.

Vapiano-Aktie (DE000A0WMNK9): Für Eigentümer, Anleger und Investoren bisher ein Desaster.

Die Großaktionäre - die mit Tchibo reich gewordene Unternehmerfamilie Herz, die über ihren Mayfair-Beteiligungsfonds 47,4 Prozent hält, Vapiano-Mitgründer Gregor Gerlach (Vap Leipzig GmbH ;17,75 Prozent) und die Wella-Erben Hans Joachim und Gisa Sander (Exchange Bio GmbH 15,5 Prozent) - stehen vorerst noch zu dem Unternehmen. Doch die Frage ist mittlerweile, wie lange sie noch Verluste deckeln wollen. In Summe schrammen diese bereits an der 150-Millionen-Euro-Grenze und in der Systemgastronomie wird die Konkurrenz zudem zusehends schärfer.

Auch in Österreich steckt Vapiano seit Jahren in den roten Zahlen. Dem erst Mitte Oktober 2019 veröffentlichten Jahresabschluss 2018 zufolge belief sich der Verlust der österreichischen Vapiano Restaurant Betriebs-und Beteiligungs GmbH im vergangenen Jahr auf 1,4 Millionen Euro. Über mehrere Jahre summiert sich der Bilanzverlust somit schon auf 6,9 Millionen Euro.

Bei einem Durchschnittskonsum von etwas mehr als 12 Euro pro Gast und hohen laufenden Kosten für Mieten, Personal und den Materialeinsatz muss Vapiano sehr viele Mahlzeiten verkaufen, damit die Rechnung eines Tages aufgehen kann.

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