Rene Benko: kongeniale Partner aus Thailand

Die Übernahme der Selfridges-Gruppe ist bereits der dritte große Deal der SIGNA mit der thailändischen CENTRAL GROUP. Gemeinsam will man den europäischen Einzelhandel revolutionieren.

Unternehmer René Benko und sen Partner Tos Chirathivath, der in dritter Generation die Geschäfte der thailändischen Central Group leitet.

Unternehmer René Benko und sen Partner Tos Chirathivath, der in dritter Generation die Geschäfte der thailändischen Central Group leitet.

René Benko hat in der Wahl seiner Geschäftspartner am Beginn seiner Karriere auch schon mal Pech gehabt. Man erinnere sich an den israelischen Diamantenhändler Beny Steinmetz, der später wegen Korruption verurteilt wurde, oder die Falcon Private Bank, die inzwischen der Geldwäsche überführt wurde. Doch bei der thailändischen Central Group scheint sich alles anders zu verhalten. Noch kurz vor Jahreswechsel hat der Tiroler Immobilientycoon ja gemeinsam mit der Central Group die Übernahme der britischen Selfridges Gruppe mit dem gleichnamigen größten Londoner Kaufhaus bekanntgegeben.

Kolportierte 4,8 Milliarden Euro hat das thailändisch-österreichische Konsortium für das Schmuckstück bezahlt. Gemeinsam wollen die Eigentümer den Umsatz von Selfridges von aktuell fünf auf acht Milliarden Euro im Jahr 2024 steigern. Ähnlich wie beim geplanten KaDeWe in Wien soll an den meisten Standorten eine Kombination aus Luxuskaufhaus und Luxushotel entstehen.

Das Londoner Kaufhaus Selfridges ist nun auch Teil des austro-thailändischen Kaufhaus-Imperiums.

Das Londoner Kaufhaus Selfridges ist nun auch Teil des austro-thailändischen Kaufhaus-Imperiums.

Bewährte Partnerschaft

Dass die Zusammenarbeit funktioniert, haben die Geschäftspartner nun schon mehrfach bewiesen: Im Frühjahr 2020 hat Signa gemeinsam mit der Central Group, die im Eigentum der thailändischen Familie Chirathivat steht, die Schweizer Globus Gruppe gekauft und führt sie nun in einem 50-50- Joint-Venture. Die Partnerschaft soll aber noch länger zurückdatieren: 2015 hat die Signa 50,1 Prozent am KaDeWe-Business an die Central Gruppe verkauft. Das Eigentum an den Immobilien ist bei der Signa verblieben. Der Kontakt der beiden Gruppen soll über den ehemaligen Rinascente-Manager Vittorio Radice zustande gekommen sein. Radice arbeitet heute als Non-Executive Director für die Central Group und soll auch am Umbau von Selfridges, wo er selbst früher als CEO tätig war, maßgeblich mitarbeiten.

Das italienische Kaufhaus Rinascente gehört bereits seit 2011 den Thailändern. Neben Rinascente, Globus und KaDeWe gehört der Central Gruppe in Europa außerdem noch die Warenhauskette Illum mit Standorten in Dänemark, Holland und Italien. Die thailändischen Tycoons, deren Vermögen auf mehr als elf Milliarden Dollar geschätzt wird, zählen aber auch Hotels, Restaurants, Anteile an Luxusmarken (Calvin Klein, Armani, Vivienne Westwood) sowie Fußballclubs (FC Barcelona, Manchester United, Liverpool) zu ihrem Besitz. Online und Innovation schreiben die Chirathivats groß. In ihren thailändischen Kaufhäusern wurde kürzlich eine eigene Kryptowährung an Mitarbeiter ausgegeben, mit der dort eingekauft werden kann. Gut möglich, dass diese Währung (C-Coin) später auch auf Kunden übertragen wird.

Britische Medien berichten darüber, dass sich die Familie Charivath vier Mal im Jahr mit Vertretern der Signa trifft - inklusive Familienmitgliedern und gemeinsamer Freizeitgestaltung. Signa-Manager Dieter Berninghaus formuliert es so:"Wir haben eine professionelle Partnerschaft, aber auch eine enge Freundschaft."


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