René Benkos neues Fitnessprogramm: SportScheck wird Signa-Company

Die Retail-Gruppe Signa von René Benko will mit der Übernahme von SportScheck auf den oberen Stockerlplatz der deutschen Sportartikelhändler.

René Benkos neues Fitnessprogramm: SportScheck wird Signa-Company

René Benkos Signa greift sich mit SportScheck das Sorgenkind der deutschen Otto-Gruppe.

Signa-Eigentümer René Benko rückt seinem Ziel näher, neben Immobilien und Kaufhäusern nun auch groß im Sporthandel mitzumischen. Die Signa Retail Group hat nun den deutschen Einzelhändler SportScheck übernommen. Der Marktführer im deutschen stationären Sporthandel wird in die deutsche Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof integriert, die zu Benkos Signa-Gruppe zählt.

Wie der trend bereits im November exklusiv berichtet hat (trend-PREMIUM 48/2019 vom 29. November 2019), hat die Wiener Signa-Gruppe mit dem Versandhändler Otto schon vor Wochen ein "Letter of Intent" unterzeichnet. Otto bestätigte Ende November dem trend, dass dessen Sporttochter "rote Zahlen" schreibe und sich zur "Weiterentwicklung des Businessmodells" in Gesprächen mit Marktteilnehmern befinde. Insgesamt 17 Ladengeschäfte in Innenstadtlage vorwiegend deutscher Großstädte standen zum Verkauf sowie der Online-Handel von SportScheck.

Das Sorgenkind von Otto

Der Coup kommt für Benko im richtigen Moment. Seit der Übernahme der deutschen Warenhauskette Karstadt ist man auch Betreiber des zweitgrößten deutschen Sport-Vollsortimenters Karstadt Sports. Gemeinsam mit SportScheck käme man auf bis zu 600 Millionen Euro Umsatz im stationären Handel, in der stark fragmentierten deutschen Branche eine mittlere Marktmacht. Dazu kommen die Onlineaktivitäten im Sportbereich, ebenfalls rund 600 Umsatzmillionen schwer.

Der deutsche Sporthändler zählt pro Jahr etwa zehn Millionen Besucher. Der Onlinehandel von SportScheck zählt 1,4 Millionen Onlinekunden und 85.000 Teilnehmer von SportSchecks-Events. Allerdings war SportScheck zuletzt das Sorgenkindern im Portfolio des Otto-Konzerns und schrieb Verluste. Das rund 1.300 Mitarbeiter zählende Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2018/19 einen Umsatz von etwa 280 Mio. Euro. Das war ein Minus von 2,3 Prozent zum Vorjahr.

Beinahe im Monatsrhythmus hatte Benko in der Vergangenheit Webspezialisten übernommen, von Outfitter über internetstores und Tennis-Point bis zu Probikeshop. Seit 2018 kooperiert er bei einem großen Teil des Geschäfts - dem Einkauf - mit Intersport, der weltweit größten Sporthandelskooperation mit elf Milliarden Euro Umsatz aus 5.500 Standorten in 45 Ländern.

Stephan Fanderl, CEO Signa Retail, skizzierte schon damals den Plan, der wohl auch heute noch gilt: "Durch die Partnerschaft stärken wir unsere nationale und internationale Beschaffungs- und Servicekompetenz und bauen die Basis für weiteres Wachstum als eine der führenden Multichannel-Sportsplattformen in Europa aus."

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