Rekord-Halbjahr für Österreich-Tourismus

Straßencafé am Wiener Kohlmarkt

Straßencafé am Wiener Kohlmarkt

Österreich ist ein beliebtes Reiseziel, und erst recht in einer Zeit, da die Sorge vor Terroranschlägen oder politischen Unruhen viele davon abhält, auf Reisen zu gehen. Mehr als 70 Millionen Nächtigungen im Halbjahr bedeuten einen neuen Rekord. Ein Lokalaugenschien in Wien.

Österreich wird als als Reiseziel immer beliebter. Das zeigt sich an der neuen Beherbergungsstatistik der Statistik Austria zum ersten Halbjahr 2016, nach der es in den heimischen lizenzierten Betrieben erstmals über 70 Millionen Nächtigungen (70,75 Millionen) und fast 20 Millionen Gäste gab. Das entspricht einem Plus von 4,2 Prozent.

Den größten Zuwachs gab es unter den Gästen aus Deutschland. 6,4 Millionen Touristen sind in den ersten sechs Monaten des Jahres aus unserem Nachbarland nach Österreich gekommen, um 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. (Siehe untenstehende Tabellen.)

Tourismus: Ankunftsstatistik 1. Halbjahr 2016

Tourismus: Ankunftsstatistik 1. Halbjahr 2016

Beherbergungsstatistik 1. Halbjahr 2016: Nächtigungen

Beherbergungsstatistik 1. Halbjahr 2016: Nächtigungen

Beim Lokalaugenschein in der Wiener Innenstadt, wo die Top-Sehenswürdigkeiten ebenso gut besucht sind wie die Cafés, hat der trend Touristen befragt, wie sie Österreich als Reiseziel bewerten - in der Folge einige Eindrücke davon.

Spaziert man durch die Bundeshauptstadt Wien, so hört man, wenn man genau hinhört, viele verschiedene Sprachen. Vor dem Stephansdom versammeln sich Touristen aus aller Welt und schießen Fotos. Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten wird an heißen Sommertagen auch der Wasserspender am Graben zu einer Pilgerstätte für Touristen, der neben klimatisierten Luxusläden die Stimmung bei Laune hält.

Beliebteste Nachbarn

Hin und wieder hört man Passanten deutsch sprechen und wenn man dem Wortlaut aufmerksam lauscht, so merkt man schnell, dass es sich dabei um Gäste aus dem deutschen Nachbarland handelt. Zwei ältere Damen plaudern gut gelaunt über ihren Wien-Aufenthalt. Sie sind in einer Gruppe mit dem Bus aus Deutschland angereist und bleiben für fünf Tage in der Hauptstadt, wo sie das kulturelle Angebot genießen. Unsicher fühlen sie sich in Wien, trotz Menschenansammlung und mancher Demonstrationen trotzdem nicht. Mit dem Besuch eines Heurigen in Grinzing beenden sie kulinarisch ihre Reise.

Deutschland ist laut Statistik Austria für den heimischen Tourismus das wichtigste Herkunftsland. 6,35 Millionen Deutsche sind im ersten Halbjahr nach Österreich gekommen, womit sie sogar die Zahl der inländischen Gäste (6,01 Millionen) übertreffen). Danach folgen in der Statistik der wichtigsten Herkunftsländer die Niederlande, die Schweiz und Liechtenstein.

Urlaub zu Hause

Im Inneren der Stadt ist es auf Anhieb gar nicht leicht, Touristen aus Österreich zu finden, doch schließlich stoßen wir auf zwei zwei Paare aus Kärnten, dem südlichsten der neun Bundesländer. Sie besuchen Wien bereits zum dritten Mal und sind mit einem Angebot für Senioren mit der ÖBB angereist. Fünf Tage verbringen sie diesmal in Wien, ihr 4-Sterne Hotel liegt etwas außerhalb des Zentrums.

Ihr Reisebudget liegt bei 600 Euro pro Person. Darin sind auch die Eintrittspreise für Museen und diverse Sehenswürdigkeiten inkludiert. Der Twin City Liner, die Schiffsverbindung nach Bratislava wird zusätzlich für einen Tagestrip in Anspruch genommen. In die Urlaubsstimmung, in der sie sich befinden, haben sie sich schon vor der Reise nach Wien durch einen Aufenthalt in Porec, Kroatien, gebracht.

Hotel, Airbnb, Couchsurfing und Co

Immer gefragter werden bei den Gästen Quartiere im oberen Bereich, also der Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie. Laut Statistik Austria gibt es in der Sommer-Vorsaison (Mai und Juni 2016) in diesen Betrieben ein Nächtigungsplus von 0,4 Prozent. 3-Stern-Betriebe und Privatquartiere verzeichnen hingegen einen Verlust von minus 0,3 Prozent bzw. minus 1,2 Prozent.

Gespräche mit Touristen bestätigen das: Viele wohnen in 4-oder 5-Sterne Hotels. Die meisten der etwas älteren Generation haben von Alternativen wie sie etwa die Online-Plattform Airbnb bieten, noch nichts gehört. Etliche Familien mit Kindern oder jüngere Erwachsene haben den Dienst dagegen schon genutzt. Zwei junge Männer aus Spanien, die mit Rucksack durch Europa reisen, bevorzugen von allen Möglichkeiten das Couchsurfing. „Es ist gratis ist und die Einheimischen zeigen dir die Stadt zeigen und helfen dir mit allem“, sagen sie. Die Frage, ob sie sich in Österreich und in Wien im besonderen sicher fühlen, beantworten sie sofort mit ja. "Wien ist die sicherste Stadt Europas", ist ihre Antwort.

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