Reiche und Konzerne Gewinner von Trumps Steuerplänen

Reiche und Konzerne Gewinner von Trumps Steuerplänen

Der Präsident der Reichen und Bosse: Donald Trump bei der Präsentation der Steuerpläne samt Steuerformular.

Fast zehn Monate nach der Amtsübernahme der US-Präsidentschaft von Donald Trump hat seine republikanische Partei die Steuerpläne präsentiert. Der Steuerzahler soll entlastet werden. Die großen Gewinner sind Superreiche, Konzerne und Evangelikale. Ein Überblick.

Washington. Die am Donnerstag vorgestellten Steuerreformpläne der US-Republikaner würde Steuerzahler mit hohen Einkommen und multinationale Konzerne sowie evangelikale Kirchengemeinden begünstigen. Im folgenden eine Liste der Gewinner der geplanten Steuerreform:

  1. Reiche US-Amerikaner

    Die 40-prozentige Erbschaftssteuer auf geerbte Güter, die vor allem von den reichsten Amerikanern gezahlt wird, soll innerhalb von sechs Jahren wegfallen. In der Zwischenzeit sollen die Steuerausnahmen verdoppelt werden, wodurch dann Vermögen von bis zu 10 Millionen Dollar für ihre Erben steuerfrei sein würden. Derzeit sind Vermögen bis zu 5 Mio. Dollar für die Erben steuerfrei. Nach dem Jahr 2023 soll dann auch die Schenkungssteuer wegfallen.

    Weiters soll auch die sogenannte "alternative minimum tax" (AMT) gestrichen werden. Diese wird von Personen mit hohen Einkommen gezahlt, die Steuerschlupflöcher nutzen, und war eingeführt worden damit Vermögende zumindest etwas Steuern zahlen.

    Die höchste Steuerstufe von 39,6 Prozent soll zwar beibehalten werden, aber bei verheirateten Paaren erst ab einem gemeinsamen Jahreseinkommen von über einer Million Dollar (860.000 Euro) angewandt werden. Derzeit liegt für Paare diese Grenze bei 470.700 Dollar. Bei Einzelpersonen liegt die Grenze, ab der der höchste Steuersatz greifen soll, künftig bei 500.000 Dollar, bisher sind es 418.400 Dollar.

  2. Multinationale Konzerne

    Die Körperschaftssteuer (Gewinnsteuer) soll dauerhaft von 35 auf 20 Prozent gesenkt werden. Weiters soll die Besteuerung von Gewinnen, die von US-Konzernen im Ausland erzielt werden, deutlich sinken: Statt der normalen Besteuerung mit Körperschaftssteuer sollen nur mehr 12 Prozent Steuer für Cash und 5 Prozent für nicht liquide Vermögen anfallen.

  3. Kirchen und Religionsgemeinschaften mit politischem Sendungsbewusstsein

    Der republikanische Plan würde es Kirchen und anderen anerkannten Religionsgemeinschaften erlauben, ihren steuerbegünstigten Status zu behalten, aber sich trotzdem konkret in die Politik einzumischen und etwa einen Kandidaten zu unterstützen. Derzeit können religiöse Funktionäre nur als Einzelpersonen derartige Politik machen, aber nicht im Mandat ihrer Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften. In den USA sind vor allem evangelikale Kirchengemeinden sehr politisch aktiv, ihnen würde diese geplante Änderung also nutzen.

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