Reform der Lehre: Meistertitel und Bachelor auf einer Stufe

Die Lehre soll aufgewertet und reformiert werden. Was sich ändern soll, wie auf Mütter, die eine Lehre absolvieren, eingegangen werden soll, was die Opposition kritisiert und was sich die Wirtschaft noch wünscht.

Reform der Lehre: Meistertitel und Bachelor auf einer Stufe

Die Lehrpläne sollen alle fünf Jahre evaluiert werden und neuen Trends angepasst werden.

Der Fachkräftemangel macht vielen Unternehmen zu schaffen. Um dem entgegenzuwirken, soll die Lehre durch eine Aufwertung der Ausbildung und flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten aufgewertet werden. Die Gesetzesnovelle geht nun in Begutachtung.

Ministerin Margarete Schramböck hat dazu ein Lehrlingspaket vorgestellt. Die damit einhergehende Reform der Lehre beinhaltet mehrere Bereiche. So soll alle fünf Jahre sämtliche Lehrberufe auf technische und wirtschaftliche Trends geprüft werden und diesen angepasst werden, um so in der Ausbildung auf der Höhe der Zeit zu bleiben.

Kommt neuer Titel Mst?
Mit dem Lehrlingspaket soll die Lehre verbessert und aufgewertet werden. So soll ein Meister zukünftig ein eintragungsfähiger Titel für offizielle Dokumente werden. Die Abkürzung soll nach derzeitigen Plänen vor dem Begutachtungsstart auf "Mst." bzw. "Mst.in" lauten. "Das ist ein Zeichen der Wertschätzung und zeigt, dass der Meister die höchste Weihe der beruflichen Ausbildung ist“, so Martina Kaufmann, ÖVP-Bereichssprecherin für Berufsausbildung und Lehre im Nationalrat. Die Reform böte damit eine echte Wahlfreiheit zwischen beruflicher und schulischer Ausbildung.

Ausbildung zum Meister sollte kostenlos sein
"Den Meistertitel mit dem Bachelor gleichzustellen, ist zwar ein guter Schritt in Richtung Wertschätzung. Die hohen Kosten für die Ausbildung zum Meister sind aber für viele, vor allem junge Menschen, eine hohe finanzielle Belastung“, moniert Susanne Hofer, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). „Im Sinne der Gleichstellung sollten die Ausbildungskosten für den Meister wie auch für einen Bachelor vom Bund übernommen werden.“

Flex-Lehre: Geringere Arbeitszeit für Mütter möglich
Eingeführt werden soll auch die sogenannte "Flex-Lehre". Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Lehre in reduzierter Arbeitszeit zu absolvieren. Allerdings nur, wenn eine Betreuungspflicht für Kinder vorliegt oder der Lehrling selbst gesundheitliche Gründe nachweisen kann. So soll vor allem die Vereinbarkeit von Lehre und Kinderbetreuung erleichtert und Attraktivität der Lehre für die Zielgruppen Frauen und Wiedereinsteiger gesteigert werden.

Lehrlinseinkommen statt -Entschädigung
Auch die gesetzliche Wortwahl wird geändert. Um Lehrlingen auch im gesetzlichen Rahmen einen angebrachten Stellenwert zu geben, soll aus der Lehrlingsentschädigung ein Lehrlingseinkommen werden. Aus der Verwendung von Lehrlingen wird eine Beschäftigung.

Wirtschaft lobt die Reform
Die Aufwertung und Reform der Lehre stößt in der Wirtschaft auf Zustimmung. Gerade in Branchen mit großem Fachkräftemangel, wie den Elektrikern. Der Bundesinnungsmeister für Elektriker, Andreas Wirth, etwa lobt Ansätze von Ministerin Schramböck als richtigen Weg dem Facharbeitermangel entgegenzuwirken. Die Standesvertretung von rund 7.700 Betrieben in Österreich, bietet auch an eigene Ausbildungsansätze für Männer und Frauen, die vielleicht schon einen Bildungsweg hinter sich haben und einen neuen Beruf erlernen wollen, zu unterstützen.

Hoffen auf Erwachsenen-Klassen
Die Bundesinnung der Elektriker wünscht sich eigene„Erwachsenen-Klassen“ in Berufsschulen, um auf die Bedürfnisse von Quereinsteiger, Wiedereinsteiger oder Menschen, die einen neuen Beruf erlernen wollen, Rücksicht zu nehmen. "Das könnte zusätzlich zu einer positiven Entwicklung am derzeit angespannten Arbeitsmarkt führen", so Wirth.

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