Red Bull Media House - Imperium im Namen der Dose

Red Bull Media House - Imperium im Namen der Dose

Als "multi-platform media company" bezeichnet sich das Red Bull Media House. Der TV-Sender wird nun aber abgedreht.

Das im Jahr 2007 gegründet Medienunternehmen Red Bull Media House verliert mit ServusTV ein wichtiges Segment. Das Unternehmen bleibt aber weiterhin gut aufgestellt.

Fuschl. Mit einem Umsatz von 51,45 Millionen Euro (2014) und rund 900 Mitarbeitern unter seinem Dach zählt die Red Bull Media House GmbH zwar nicht zu den größten Medienunternehmen im Land, allerdings zu den jüngsten und aufstrebendsten. Umso schmerzlicher ist für das 2007 eingetragene Unternehmen mit Sitz im Salzburger Wals die Einstellung seines österreichischen Fernsehsenders ServusTV.

Alleiniger Gesellschafter des Red Bull Media House ist der Energy Drink-Multi Red Bull, der seit Jahren immer stärker auch zur Medienmarke wurde. Unter seinem Dach hat Konzern-Chef Dietrich Mateschitz seine verschiedenen Medienbeteiligungen und -neugründungen gebündelt. Der Strauß ist bunt, exklusiv und unterscheidet sich vom Geschäftsmodell zumeist recht deutlich von herkömmlichen Medienunternehmen, in deren Revier Mateschitz wildert. Servus TV ist es seit seiner Inbetriebnahme am 1. Oktober 2009 gelungen, vom Exoten zum etablierten Qualitätssender aufzusteigen.

Neben Servus TV, dessen Einstellung am Dienstag angekündigt wurde, hält die Red Bull Media House GmbH laut Website noch zwei weitere Fernseh-Marken: Die digitale Plattform Red Bull TV und den Doku-Produzenten Terra Mater Factual Studios. Im Print-Bereich setzt man mit den Formaten "The Red Bulletin", Servus in Stadt & Land", "Terra Mater", dem "Seitenblicke"-Magazin, "#ICH" und "Bergwelten" auf Hochglanz-Information. Die Frequenz des "Seitenblicke Magazins" wurde erst im März von 14-tägig auf monatlich heruntergestuft.


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Deutlich ausgebaut wurde in den vergangenen Jahren das App- und Online-Angebot. Zudem versucht Mateschitz mit "Red Bull Records", "Red Bull Music Publishing" und dem "Red Bull Music Academy Radio" im Musikmarkt Fuß zu fassen.

Selbst bezeichnet sich das Red Bull Media House auf seiner Website als "multi-platform media company" mit dem Schwerpunkt auf Sport, Kultur und Lifestyle. Dabei wird nicht nur auf gängige Medienproduktion gesetzt, auch Inhalte werden vertrieben. Der Zielmarkt ist - wie die berühmte Dose - die ganze Welt: So ist das Männer-Lifestyle-Magazin "The Red Bulletin" mit einer Auflage von zwei Millionen Stück im Monat Zeitungen in Österreich, Frankreich, Deutschland, Irland, Mexiko, Südafrika, der Schweiz, Großbritannien, den USA und Südkorea beigelegt.

Neben Mateschitz ist seit der Gründung am 8. August 2007 der frühere ORF-Technikdirektor Andreas Gall Geschäftsführer der Red Bull Media House GmbH. Im Dezember 2011 stieß Christopher Reindl zum Team. Einen Kurzauftritt gab es 2011 von Horst Pirker. Der ehemalige Styria-Vorstand und nunmehrige Vorstandschef der Verlagsgruppe News (VGN) schied allerdings aus familiären Gründen nach neun Monaten wieder aus.

Im Firmenbuch wird der Umsatz für das Jahr 2014 mit 51,45 Mio. Euro beziffert, im Jahr davor waren es 37,57 Mio. Euro. Beschäftigte im Konzern allein: 272 Mitarbeiter. Im österreichischen Medienhäuser-Ranking, das jährlich von "Standard"-Redakteur Harald Fidler erstellt wird, scheint das Unternehmen auf Platz 16 auf.

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