Red Alert: Red Bull, Red Square

Der Energydrink-Konzern Red Bull ist in der Defensive, was sein Russland-Geschäft betrifft - vermeidet bisher aber jede Festlegung.

Der Grafiker und Satiriker Tarquin ist einer von vielen, die auf Twitter das andauernde Engagement von Red Bull in Russland anprangern.

Der Grafiker und Satiriker Tarquin ist einer von vielen, die auf Twitter das andauernde Engagement von Red Bull in Russland anprangern.

Auf dem Tischchen vor Putin steht eine Legion Red-Bull-Dosen, die provokante Frage des Twitter-Aktivisten Tarquin (@Tarquin_Helmet) lautet: „Hey Redbull, verkaufst du noch immer dein * hüstel * ‚Getränk’ nach Russland?“

Die am 13. März veröffentlichte Nachricht mit der Fotomontage ist nur eine von vielen, die derzeit auf Twitter mit dem Hashtag #boycottredbull versehen wird.

Jene westlichen Marken und Unternehmen, die sich nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine noch nicht deklariert haben, werden derzeit von einer Heerschar digitaler Kämpfer aus aller Welt angegriffen, allen voran der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé.

Unter dem massiven Druck von Investoren, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit haben US-Größen wie McDonald’s, Pepsi und Coca-Cola bereits den Rückzug aus dem Putin-Reich angetreten. „Wer Geschäfte mit Russland macht, finanziert den Krieg“, ist die simple Botschaft, die Leute wie Maria Kurinna (@Maria62126785) unermüdlich trommeln: „Das Blut der Ukrainer klebt an euch allen.“

Die Aktivistin von ZMINA (@zminaUkraine), einer Menschenrechtsorganisation, ist selbst 2014 aus dem ostukrainischen Luhansk vertrieben worden, jetzt ist Kurinna ein zweites Mal vor russischen Angriffen geflohen - aus Kiew. Derzeit agiert die Juristin, selbst 2016 als Stipendiatin am Forum Alpbach, von einem kleinen Ort nahe der Grenze zu Belarus aus und sieht es als ihre Pflicht an, auf diese Weise ihr Land zu verteidigen.

Für Irritation sorgt bisher das Verhalten von Red Bull. Anders als bei Swarovski, die zweite bekannte Weltmarke aus Österreich, ist bisher keine Linie des Energydrinkkonzerns zum Russlandkrieg erkennbar. Während der Tiroler Kristallhersteller seine 12 eigenen Boutiquen und den Online-Shop in Russland „vorübergehend“ geschlossen hat, ist Red Bull nach wie vor an den meisten Verkaufsstellen erhältlich. Ob weiterhin neu produzierte Dosen aus den Werken in Vorarlberg und Schweiz nach Russland geliefert werden und ob an den Vertriebsaktivitäten etwas geändert wurde bzw. es Pläne dazu gibt, dazu gab der Mateschitz-Konzern auf dreimalige Anfrage des trend in den letzten Wochen keine Antwort.

Üblicherweise gibt Red Bull keine Antworten auf Fragen, die nichts mit der Marke und den Produkten zu tun haben - hält das aber auch jeweils explizit fest. Dass es nun nicht einmal eine einzige Silbe zur Positionierung der Weltmarke in einem kriegerischen Konflikt gibt, der mit Putins Russland einen klaren Aggressor kennt, lässt auf das Bemühen schließen, die Situation irgendwie durchzutauchen. Zwei Minuten nach der letzten trend-Anfrage kam eine nichtssagende, offenbar automatisierte Antwort von Red Bull Austria auf Ukrainisch in kyrillischen Buchstaben.

Russland gehört zu den Wachstumsmärkten des 6,3-Milliarden-Euro-Umsatz-Konzerns, der letzte verfügbare Red-Bull-Abschluss weist für das Land ein Umsatzplus von 16 Prozent auf. Mit Sport-Events haben sich die Österreicher eine treue Fan-Community geschaffen. Dass nun der Red Bull Home Run in Sheregesh am 12. März „aus technischen Gründen verschoben“ wurde, wie es auf der Homepage heißt, ist zwar ein Indiz dafür, dass auf die Situation nach dem Überfall auf die Ukraine reagiert wird. Weitere Fragen dazu wollte Red Bull aber nicht beantworten.

Für Rätselraten sorgt das Profil eines Bernhard Stephan auf der Karriereplattform LinkedIn (siehe unten), in dem sich dieser als Country Manager des Red Bull Media House in Russland und den CIS-Staaten ausweist. Zusatz: „Strategisches Business Development für Russische Großinvestoren in Europa. Business Development für europäische Unternehmen in CIS.“

LinkedIn-Profil von Bernhard Stephan, Founder UMA and PQS Russia, Country Manager Red Bull Media House-Russia/CIS

LinkedIn-Profil von Bernhard Stephan, Founder UMA and PQS Russia, Country Manager Red Bull Media House-Russia/CIS

Ob es dieses Geschäftsfeld noch gibt und was dahinter steckt- auch dazu gab es seitens des Konzerns keine Aufklärung.

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