Ratingagentur S&P senkt Ausblick für die EU auf negativ

Ratingagentur S&P senkt Ausblick für die EU auf negativ

Von "stabil" auf "negativ": Die Ratingagentur Standard & Poor's sieht wegen dem milliardenschweren dritten Rettungspaket für Athen die Bonität der EU bedroht.

Die US-amerikanische Ratingagentur Standard & Poor's hat den Ausblick für die Europäische Union auf negativ gesenkt. Die Bonitätsnote bleibe vorerst bei AA+.

Damit erhöht sich für die EU die Gefahr einer Herunterstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre. Bisher war der Ausblick stabil. Insgesamt seien die Risiken für die Finanzlage der EU gestiegen, hieß es zur Begründung. Ein Grund sind die neuen Hilfen für Griechenland, hieß es in der Mitteilung von S&P.

Ein weiterer Faktor ist den Angaben zufolge der milliardenschwere Investitionsplan von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Dafür soll ein neuer europäischer Fonds für strategische Investitionen (EFSI) aufgesetzt werden, der über drei Jahre insgesamt 315 Milliarden Euro mobilisieren soll. S&P geht davon aus, dass die EU im Zusammenhang mit der Finanzierung das Erstrisiko tragen könnte.

Der negative Ausblick bedeutet, dass das Risiko einer Herabstufung in den nächsten zwei Jahren mindestens ein Drittel beträgt.

Großbritannien droht Entzug der Spitzenbonitätsnote

Zudem droht Großbritannien, dem zweitgrößten Beitragszahler, der Entzug der Spitzenbonitätsnote. S&P senkte erst vor kurzem für Großbritannien ebenfalls den Ausblick von "stabil" auf "negativ". Ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) würde der britischen Wirtschaft schaden, hieß es zur Begründung. Die Topbewertung "AAA" selbst blieb zunächst bestehen. S&P ist die einzige große Ratingagentur, die dem Land noch die Bestnote ausstellt.

Das von der Pleite bedrohte Griechenland hat die Aussicht auf ein drittes Hilfspaket Mitte Juli eine bessere Note von Standard & Poor's (S&P) beschert. Die Bonitätsbewertung wurde um eine Stufe auf "CCC+" angehoben. Die griechischen Anleihen gelten allerdings weiterhin als hoch riskant. Der Ausblick sei stabil, erklärten die Experten.

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