Rapid Wien-Neo-Präsident Bruckner: „Den Erfolg hart erarbeiten"

Der neue Rapid-Präsident Martin Bruckner will nach der gewonnen Wahl schleunigst die beiden Lager des Traditionsklubs vereinen. Aber ohne sportlichen Erfolg sind alle großen Pläne nur wenig wert.

Rapid Wien-Neo-Präsident Bruckner: „Den Erfolg hart erarbeiten"

Martin Bruckner setzt bei seinem neuen Ehrenamt als Präsident von Rapid Wien auf Kontinuität, die zum sportlichen Erfolg führen soll.

Kontinuität gegen vieles-neu-machen hat sich am Montagabend bei der Präsidentenwahl beim Traditionsklub Rapid Wien durchgesetzt. Martin Bruckner, bisher Finanzreferent bei Rapid Wien, im Hauptberuf Vorstand der Allianz Investmentbank AG in Wien, hat sich in der ersten Kampfabstimmung des österreichischen Traditionsklubs nur knapp gegen seinen Konkurrenten Roland Schmid durchsetzen können. 1059 Rapid-Mitglieder, 53 Prozent, stimmten für Bruckner, Schmid konnte 926 Rapidler überzeugen. Nur 133 Stimmen trennten somit die Kontrahenten. Von den 2245 anwesenden Mitgliedern waren 2005 wahlberechtigt, 1985 gültige Stimmen wurden gezählt.

Der 57jährige Bruckner hat mit seiner "Liste Leitbild" das Rennen gemacht. Der Neo-Präsident war bereits im Rapid-Präsidium unter seinem Vorgänger Michael Krammer, der nach zwei Wahlperioden von insgesamt sechs Jahren nun abgetreten ist. Herausforderer Roland Schmid, Chef vom Rapid-Premiumsponsor ImmoUnited, hatte in den vergangenen Wochen mit seiner Liste Grün Weiß einen Intensivwahlkampf geführt, der bisher in der 120-jährigen Vereinsgeschichte einzigartig war. Denn bisher kam es nie zu Kampfabstimmungen. Vor den Hauptversammlungen konnten sich die Mitglieder über den Beirat stets auf einen Kandidat für die Wahl einigen. Die Wahl durch die Mitglieder war somit bisher stets Formsache.

Anders am Montagabend. Roland Schmid mit seinem Team Grün Weiß forderte das Präsidiumsmitglied Bruckner heraus. Beide Kandidaten hatten 11 Minuten Redezeit, um ihre Programme und Mitstreiter zu präsentieren. Kern von Schmids Programm: Rapid müsse wieder Sportverein werden, vor allem erfolgreich werden. Und der Ausbau der Akademie müsse forciert werden. Schmid konnte in den vergangenen Wochen auch Michael Tojner gewinnen, der einen Millionenbetrag für den Ausbau der Rapid- Akademie in Aussicht stellte. Zudem hatte Schmid mehrere Rapid-Legenden als Unterstützer gewonnen, die auch in seiner Präsentation am Wahlabend in einem Video Schmid ihre Unterstützung zusagten. Hans Krankl, Michael Konsel, Peter Pacult, Herbert Feurer stärkten Schmid den Rücken. Im Video gefehlt hatte übrigens Ex-Rapid-Legende Ernst Dokupil, der sich im Wahlkampf unter anderem für Schmids Akademie- und Nachwuchspläne und klar gegen Bruckner & Co ausgesprochen hatte. Dokupil war zuletzt offenbar nicht mehr so administrabel, hatte er doch den 90er-Jahren die Auflösung der Jugendabteilung angeregt, als er noch selbst Rapid-Sportchef war.

Mit Kontinuität zum sportlichen Erfolg

Bruckner hatte am Ende die Nase vorn. Er will weiterhin auf Kontinuität setzen und den eingeschlagenen Weg um den Klub in eine erfolgreichere Zukunft zu führen. Die Akademie wird auch unter Bruckner große Bedeutung haben. Auch er will den Ausbau forcieren und in die Rapid-Akademie investieren. Finanzielle Abenteuer wird es unter Bruckner jedenfalls nicht geben. "Wir haben Experimente hinter uns, so etwas wollen wir nicht noch einmal haben", betonte Bruckner.

Er will im sportlichen Bereich den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Unter der Leitung von Sportdirektor Zoran Barisic und Cheftrainer Dietmar Kühbauer soll auch eine sportliche Platzierung unter den Top Drei und damit die Teilnahme an lukrativen internationalen Wettbewerb gesichert werden. Die Teilnahme an internationalen Wettbewerbe wie Europa League oder Champions League ist für Rapid schon deswegen wichtig, um den finanziellen Spielraum wieder auszubauen. Zuletzt hatte Rapid gerade einmal unterm Strich 180.000 Euro Gewinn erzielt - trotz Rekordumsatz in Höhe von 50,7 Millionen Euro.

"Unser Anspruch ist sicher unter den Top Drei zu sein, Wir wollen ganz vorne mitspielen und wenn es die Möglichkeit gibt, um Titel mitspielen", sagt Bruckner.

Dass der sportliche Erfolg das Um und Auf ist, dessen ist sich Bruckner freilich bewusst, weiß aber auch, dass dabei große Anstrengungen notwendig sein werden: "Wir wollen uns den sportlichen Erfolg hart erarbeiten."

Auf 6 Jahre gepeilt

Der Allianz-Manager will das Ehrenamt über die kommenden drei Jahre hinaus aktiv gestalten. Die individuelle Planung hat der Neo-Präsident auf zwei Präsidentschaften, also sechs Jahre ausgerichtet. Ob es in drei Jahren wieder zu einer Kampfabstimmung kommen werde, steht indes noch in den Sternen. "Das ist eine wichtige Frage, die es von den Mitgliedern diskutiert werden muss."

Neben Bruckner werden auch Nikolas Rosenauer und Philipp Newald weiterhin im Präsidium vertreten sein. Neu dazu kommen der Ex-Rapid-Profi Gerald Wilfurth, Ex-Skirennläuferin Michaela Dorfmeister, Ex-Formel-1-Teamchefin Monisha Kaltenborn sowie die Unternehmer Stefan Singer, der aus der Fanszene kommt, und Gerhard Höckner.

Der Doppelpass

Zwei Projekt mit größere Dringlichkeit hat Bruckner bereits umrissen, die sofort anzugehen sind. In einem Satzungskonvent will Bruckner die Mitglieder einberufen, um den Verein ein neuen rechtlichen Rahmen mit einer "zeitgemäßen Satzung" zu geben. "Die Satzung ist 120 Jahre alt und wurde immer wieder stückweise ergänzt, was aber heute nicht mehr reicht, wo der Verein 15.000 bis hoffentlich bald 20.000 Mitglieder zählt."

Der zweite wichtige Punkt betrifft den sportlichen Bereich mit einer klaren Spielphilosophie, die "ohne wenn und aber" für die Teams umgesetzt wird.

Bruckner will das zuletzt Trennende wieder zusammenführen. Der neue Präsident will mit Roland Schmid und seiner Gruppe Grün Weiß den den Dialog suchen und die Gräben zwischen den beiden Parteien so rasch wie möglich zuschütten. „Gegen gute Inhalte, ein gutes Konzept, das wir adaptieren und aufnehmen können, ist nichts einzuwenden“, sagt Neo-Präsident Bruckner. „Und wir werden in großer Runde auf ein Bier gehen, wir sind ja alle Rapidler."

Arbeitskräftemangel: EU-weite Mobilität forcieren

Arbeits- und Wirtschaftsminster Martin Kocher und Wifo-Chef Gabriel …

Keywan Riahi, Leiter des Energieprogramms am Internationalen Institut für angewandte Systemanalysen (IAASA) in Laxenburg.

Klimaforscher Keywan Riahi: "Wir werden nicht ärmer werden"

Der weltweit führende Klimaforscher Keywan Riahi im trend. Interview über …

Erste-Chef Spalt verlängert seinen Vertrag nicht

Erste-Chef Spalt verlängert seinen Vertrag nicht

Bernd Spalt, CEO der Erste Group, hat erklärt, dass er seinen bis Ende …

Energiemanagement: schlechte Noten für die Politik [Umfrage]

trend-Umfrage: Die Österreicher sind unzufrieden mit ihren …