Rapid-CEO Peschek: „Einen Investor mit Anteilsmehrheit wird’s bei Rapid nicht geben!“

Fünf Jahre nachdem Christoph Peschek von der Politik Abschied genommen und beim Fußball-Traditionsverein SK Rapid Wien die Geschäftsführung übernommen hat, zieht er Bilanz - die gemischt ausfällt. Der 36-jährige Wiener spricht über Investoren, über den Nachwuchs, kontrollierte Risiken und Ziele sowie über seine Spielphilosophie. Wenig über die Austria.

Rapid-CEO Peschek: „Einen Investor mit Anteilsmehrheit wird’s bei Rapid nicht geben!“

SK Rapid Wien CEO Christoph Peschek

Sportlich ist er noch nicht zufrieden, wirtschaftlich steht der SK Rapid Wien eigenen Angaben zufolge auf soliden Beinen, obwohl heuer wichtige Einnahmen in Millionenhöhe aus der UEFA-Euro-League fehlen. Auch wenn an der Kostenschraube einmal mehr gedreht werden musste, blickt Rapid-Geschäftsführer Peschek optimistisch in die Zukunft. Und hofft trotz begrenzter Mittel für die Verstärkung des Profikaders, dass sich auch der sportliche Erfolg bald wieder einstellt.

trend: Im Fußball kann man an Spielsystemen erkennen, wie ein Trainer oder Manager gestrickt ist, welches Risiko er mit der Aufstellung seines Teams verbindet - welche Philosophie er vertritt. Und welche Handschrift er seinem Team mitgeben will. Rein sportlich betrachtet - welches Spielsystem bevorzugen Sie: 5-3-2, 4-2-3-1, 3-4-3 oder was ganz anderes?
Christoph Peschek: Ganz klar: 4-2-3-1 - eine gute Mischung aus Offensivgeist, aber auch eine sinnvolle Absicherung und Stabilisierung nach hinten zur eigenen Abwehr.

Wären Sie Teil des Teams, wo würden Sie ihre eigene Position in der Formation sehen?
Als Sechser, also direkt vor der Abwehr.

Also eher defensiv, als einer der nicht über die Mittelauflage geht, um selbst zu scoren?
: Das kann sich so nicht stehen lassen (lächelt) . Meine Rolle sehe ich im strategischer Spielaufbau und natürlich mit dem Zug nach vorne. Und wenn es die Gelegenheit ergibt, dann muss auch ein eher defensiv ausgerichteter Spieler scoren.

4-3-3 wäre doch etwas offensiver, attraktiver für den Zuseher - was ich persönlich präferiere. Für Sie nicht denkbar? Oder ist das "Holländische System" zu konservativ, gar anachronistisch?
Das würde ich so nicht sagen, es ist die Spielweise von Ajax Amsterdam. Und die machen es ja nach langer Durststrecke wieder ganz gut – sportlich, aber auch wirtschaftlich. Und sehr offensiv.

Legen wir nun ihre bevorzugte 4-2-3-1 Formation um auf ihre Funktion als Rapid-Geschäftsführer. Würde das heißen, dass Sie auch als Manager aus einer kontrollierten Deckung, eher einen defensiveren Ansatz im Management von Rapid vertreten?
Abseits des grünen Rasens kommt es auf die Nachhaltigkeit an. Jede Maßnahme muss sinnvoll und geplant sein, um die sportliche, aber auch wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Wenn man so will, stimmt es schon, dass aus einer sicheren Grundordnung heraus gespielt wird, manchmal mit Risiken, die man abschätzen kann und auch muss.

SK Rapid Wien Geschäftsführer Christoph Peschek: Rapid, eine "love brand".

Mit der Übernahme der Geschäftsführung vor fünf Jahren haben Sie eine nicht so leichte Aufgabe übernommen. Sie wechselten aus der SPÖ-Stadtpolitik ins Management eines Fußball-Klubs, der betriebswirtschaftlich wieder einmal schwer angeschlagen war. Stichwort negatives Eigenkapital. Und dennoch wurden große Vorhaben wie der 54 Millionen Euro teure Stadionneubau für 28.000 Zuschauer geplant und realisiert.
Wir haben uns damals einen Masterplan abgesteckt. In fünf Phasen haben wird unsere Ziele definiert. Und vor allem dem Verein eine neue, professionelle Struktur verpasst. Wir haben geschaut, wo wir im betriebswirtschaftlichen Umfeld besser werden müssen, wo wir besser werden können. Rapid Wien war immer eine sehr gute Marke, wir wollten noch mehr „love brand“ werden. Daher haben wir auch gesagt, dass wir in allen Bereichen, vor allem mit dem neuen Stadion, beim Sponsoring und Hospitality, noch einiges an Spielraum haben, wenn wir es richtig machen. Wir wussten aber auch, dass wir dafür auch etwas bieten müssen: sportlich sowieso, aber auch was die Infrastruktur anbetrifft.

Jetzt ist es aber so, dass sich Rapid zum zweiten Mal seit dem Einzug ins Allianz-Stadion im Sommer 2016 nicht für die UEFA Euro League qualifizieren konnte. Und somit Umsätze aus Ticketverkauf und Hospitality im zweistelligen Millionenbereich fehlen, die der Klub unbedingt benötigt - etwa für die Rückzahlung des Darlehens fürs neue Stadion, für die Gagen der Spieler, Rapid-Investor … wie können Sie das ausgleichen
Unser Ziel war von vornherein und ist weiterhin auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Das heißt auch, dass wir ohne Erlöse aus der Europa League Gruppenphase planen. Klar, das ist bitter, wenn im Vergleich zum Vorjahr die lukrativen Einnahmen von bis zu zwölf Spielen fehlen. Und es ist auch schade für die Mannschaft, vor allem für unsere treuen Fans und für die Sponsoren. Eines kann ich aber jetzt schon sagen: Wir werden trotz der internationalen Absenz mit Stand heute diese aktuelle Saison positiv bilanzieren, auch wenn der Gesamtumsatz unter dem des Vorjahres liegt.

In den Vorjahren konnte Sie das noch mit hohen Erlösen aus Spielerverkäufen ausgleichen - das wird heuer wohl nicht der Fall sein?
Wir haben freilich auch kostenseitig gespart. So haben wir bei der IT etwa vor einiger Zeit einen sechsstelligen Betrag eingespart. Und die IT wieder ins Haus geholt, wir hinterfragen ständig unsere Aufwendungen. Aber auch bei den Spieltagserlösen konnten wir doch einiges hinzugewinnen. Die Treue der Fans ist unverändert hoch, auch wenn es sportlich nicht so klappt. Der Schnitt von 16.100 Fans im Vorjahr bei den Bundesliga-Heimspielen bewegt sich wieder Richtung 20.000 Zuschauer. Und auch die Sponsoren stehen zu Rapid. Und wir sind weiterhin attraktiv genug, neue Sponsoren zu gewinnen. Man sieht das auch am Hospitality-Bereich, wo die Treue sehr hoch ist – bei über 90 Prozent Auslastung.

"Ein Investor erwartet sich Rendite, will Gewinn erzielen und könnte recht bald wieder aussteigen."

Ein Ziel des Fünf-Phasen-Plans war ja auch mindestens einen Titel, Meisterschaft oder ÖFB-Cup-Sieg, zu holen. Ex-Präsident Michael Krammer hatte von seiner Wahl zum Präsidenten 2013 an bei jeder Gelegenheit getrommelt, dieses Ziel bis 2019 zu erreichen. Wird nun nachjustiert?
Natürlich bleiben Titel weiter ein Ziel für die nächsten Jahre. Um das zu erreichen, wollen wir Kontinuität, vor allem in der sportlichen Führung, schaffen. Hier sind wir mit Zoran Barisic und Didi Kühbauer, aber auch Steffen Hofmann in der wichtigen Position als Talentemanager, auf einem guten Weg und haben eine Entwicklung eingeleitet. Drei Fachmänner, die zudem das Rapid-Gen in sich tragen! Auch unser Projekt neues Trainingszentrum ist ein enorm wichtiger Baustein für nachhaltigen sportlichen Erfolg.


Kurzfristiger Erfolg mit der Aufgabe seiner Identität und Eigenständigkeit wäre ein zu hoher Preis.

Wäre ein Investor für Rapid, der bis zu 49 Prozent der Anteile kauft, nicht interessant, um dem Klub auch sportlich zu helfen unter die Top 50, vielleicht mittelfristig vielleicht auch unter die Top-40 Europas zu bringen?
Ich sehe derartige Entwicklungen skeptisch. Ein Investor erwartet sich Rendite, will Gewinn damit erzielen und könnte recht bald wieder aussteigen. Das Ziel der Top-50 zu erreichen ist ohnehin ambitioniert, ungeachtet von der finanziellen Ausstattung.

Es gibt Beispiele, wo sich Investoren langfristig binden. Warum steigt man bei Rapid beim Thema Investor sofort auf die Bremse? Geld schießt halt doch Tore, wie etwa bei Salzburg über Jahre hinwegzu erkennen ist.
Dem SK Rapid würde die Identität verloren gehen. Rapid hat Tradition, ist ein Mitgliederverein, eine Gemeinschaft, wo Generationen übergreifend miteinander ins Stadion kommen. Das klingt zwar sehr traditionell, vielleicht antiquiert. Aber der Verein, die Mitglieder, wollen Rapid als Gemeinschaft, als Verein mit Tradition, in dem auch die Familie sich wohlfühlt. Und ich identifiziere mich zu 100 Prozent damit. Vermeintlich kurzfristiger Erfolg mit der Aufgabe seiner Identität und Eigenständigkeit wäre ein zu hoher Preis.

Sie als Geschäftsführer müssten doch pro Investor sein, würde doch dadurch eine neue Finanzquelle sprudeln. Mehr Geld bedeutet schon auch mehr Optionen, mehr Professionalisierung, mehr Spielraum, vielleicht auch sportlich schneller zum Erfolg zu kommen. Und die Teilnahme an der Champions League?
Da gebe ich ihnen nur bedingt Recht. Aber noch einmal: selbst Klubs wie Borussia Dortmund, die über andere, weitaus höhere finanziellen Mittel verfügen, ein Teil des Kapitals über die Börse holten, ist es nicht möglich seine Top-Spieler zu halten. Die Abgänge von Dembélé zum FC Barcelona, Mchitarjan zu Manchester United oder Aubameyang zu Arsenal London haben es gezeigt. Im Fußball gilt halt auch Angebot und Nachfrage. Und dass man beim Fußball den schnellen Erfolg nicht mit Geld erzwingen kann, haben schon viele erfahren.


Rapid setzt auf Nachhaltigkeit. Und lässt sich keinesfalls auf finanzielle Abenteuer ein.

Und wenn ein Investor einsteigen will, etwa vom Kaliber eines Dietrich Mateschitz bei Red Bull Salzburg, oder wie im Vorjahr der Unternehmer und Finanzinvestor Lars Windhorst bei Hertha BSC Berlin mit einer Viertelmilliarde – im übrigen auch ein Verein mit Tradition, ähnlich wie bei Rapid. Oder wie etwa bei italienischen und britischen Klubs, wo es Investoren aus der ganzen Welt hinzieht - würden sie als Klub dann bei einem lukrativen Offert nicht schwach werden?
Bestimmt nicht. Der SK Rapid ist nicht dafür da, dass er mit seinem Namen ein Produkt oder ein Unternehmen bewirbt und dafür seine Eigenständigkeit abgibt. Sponsoring, ja, die Sponsoren bekommen von uns auch Gegenleistungen, die klar ausgehandelt werden. Und die Treue der meisten Sponsoren sagt uns, dass wir das richtig machen und sie zufrieden sind – auch wenn es mal sportlich nicht so läuft, wie sich das alle vorstellen. Wir haben uns entschieden über die Erlöse in der Bundesliga, die verschiedenen Formen von Ticketing, Sponsoring und Merchandising, dem ÖFB-Cup und Euro League, sowie über Transfererlöse das „Unternehmen" Rapid zu finanzieren. Dazu kommen noch Erlöse aus dem Vermieten unserer Räumlichkeiten im Stadion für Messen, Firmenveranstaltungen und vielem mehr. Und außerdem: die Aufnahme eines Investors müsste ich bei der Hauptversammlung zur Abstimmung bringen …

… glauben Sie nicht, dass die Mehrheit der Mitglieder da zustimmen würden? Die Zeiten ändern sich.
Ich kenne die Rapid-Gemeinschaft soweit, die würden dagegen stimmen. Alle Verantwortungsträger bei Rapid sind gegen den Verkauf von Anteilen an Investoren. Sollte dies einmal anders sein, wäre ich auch der falsche Geschäftsführer. Die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bei Rapid ist sehr wichtig. Unabhängig von uns, sind wir überzeugte Verfechter der 50+1-Regel für den österreichischen Fußball! (Anm.: die 50+1-Regel besagt vereinfacht, dass eine einzelne Person oder ein Unternehmen nicht die Mehrheit an einem Fußballklub kontrollieren darf, die Stimmenmehrheit also immer beim Verein mit seinen Mitgliedern bleiben muss)

Und wie erklären Sie das der sportlichen Führung? Sportchef Zoran Barisic sowie Trainer Dietmar Kühbauer würden sich bestimmt über ein höheres Budget freuen, um auch die besten Spieler halten zu können, oder ein Talent für sechs Millionen Euro zu kaufen, wie Red Bull im Jahr 2018 mit dem damals noch unbekannten Norweger Erling Haaland. Aus Budgetgründen die Top-Spieler, die auch meist Publikumslieblinge sind, immer verkaufen zu müssen, ist auf Dauer eher ernüchternd.
Ein Talent wie Haaland um einen Millionenbetrag einzukaufen, das wird bei uns so nicht gehen. Zoran Barisic und Didi Kühbauer sind Rapidler durch und durch und kennen den Verein schon aus der Zeit, als sie selbst noch Spieler waren. Und sie wissen auch, was möglich ist, was nicht. Wir wollen verstärkt auf unsere Talente setzen. Und daher heißt es bei uns, sehr eng und sehr gut zusammen zu arbeiten. Und das tun wir.

Den Rekordumsatz aus dem Vorjahr wird Rapid Wien in der laufenden Saison nicht einspielen, weil sich Rapid nicht für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren konnte und somit mehrere Millionen an Einnahmen fehlen. Nach derzeitiger Kalkulation soll es heuer dennoch mit einem "positiven Ergebnis" ausgehen - ähnlich wie im Vorjahr, wo unterm Strich ein Minigewinn (nach Zinsen, Steuern und Abschreibungen) in Höhe von 179.989 Euro geschrieben wurde.

Das heißt: Rapid wird weiterhin nur in der zweiten Reihe antreten und hoffen?
Rapid setzt auf Nachhaltigkeit. Und lässt sich keinesfalls auf finanzielle Abenteuer ein. Das hatten wir schon einmal und brauchen wir nicht mehr. Und wir glauben, dass unsere Idee, unserer Strategie für uns die Richtige ist. Unsere Kraft ist die Vielfalt und die Gemeinschaft. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren professionelle Strukturen aufgebaut. Dies war ohnehin geplant, aber auch notwendig aufgrund des Erlasses des Finanzministeriums, den Profibetrieb in eine Kapitalgesellschaft, in unserem Fall in eine GmbH, auszugliedern. Nicht zur vergessen: wir haben bei Rapid heute rund 300 Mitarbeiter angestellt – berechnet auf Vollzeitbasis sind das 165 Vollzeitstellen, so viele, wie nie zuvor.
Und wir sind uns da auch einig, dass wir unseren Business-Plan und die vor fünf Jahren eingeschlagene Strategie, nicht einfach über Bord werfen. Er wird freilich angepasst, die Ziele müssen immer wieder nachjustiert werden, das ist schon klar. Wir wollen weiterwachsen und Top 3 in der Bundesliga sein. Die sportlichen Ziele wollen wir erreichen. Wir wollen siegen – ganz klar, da ändert sich nichts.

Das neue Nachwuchs- bzw. Trainingszentrum im Wiener Prater nimmt Gestalt an. Das kostet freilich auch wieder viel Geld. Gleichzeitig muss Rapid noch das Stadiondarlehen zurückzahlen. Kolportiert wird für die neue Nachwuchsakademie ein zweistelliger Millionenbetrag. Woher kommt das Geld, wie wird dafür die Finanzierung aufgestellt?
Wir haben zwei Varianten eingereicht und derzeit laufen Gespräche über unterschiedliche Finanzierungsformen. Ein Gebäude haben wir bereits vom Kultur- und Sportverein Wien Energie erworben. Die Planung läuft. Im Herbst 2021 soll eröffnet werden.

Christoph Peschek im Gespräch mit Thomas Jäkle

Zwei Varianten - was heißt das konkret?
Es gibt zwei denkbare Versionen: Die Euro League-Version, so wie sie derzeit geplant ist. Oder auch die Champions League-Version. Da würden wir nochmals rund 2000 Quadratmeter zum bestehenden Gebäude dazu bauen. Auf jeden Fall werden wir künftig aber die Akademie sowie Profiabteilung unter einem Dach haben. Und so die Rahmenbedingungen von den Nachwuchsmannschaften hinauf bis zu den Profis noch weiter professionalisieren. So wie es bei europäischen Spitzenklubs üblich ist. Die Spieler trainieren dort, es gibt dort die im Profifußball erforderlichen Räumlichkeiten, Kraftkammern, Räume für Besprechungen und Videoanalyse sowie für die medizinische Abteilung. Es gibt auch ein Restaurant und die Spieler werden dort rund um die Uhr versorgt.

Das heißt, Rapid will es nun wissen, wertet mit der Erweiterung den Nachwuchsbereich nun richtig auf?
Das Trainingszentrum bedeutet die sportliche Zukunft für Rapid. Wir wollen uns da auch verbessern und weiterhin aus den eigenen Reihen Spieler zu den Profis bringen. Das ist uns bisher auch schon sehr gut gelungen. Man sieht das daran, dass wir sehr gute Spieler ausbilden und somit hohe Transfererlöse erzielten konnten. Transfererlöse sind für uns, wie übrigens für jeden Verein in Österreich, wichtig. Das muss man in aller Deutlichkeit auch so sagen. Wir liegen in einem internationalen Ranking der UEFA sehr gut, was Eigenbauspieler in den höchsten Ligen Europas anbelangt – im Übrigen noch vor Salzburg, was eine jährlich durchgeführte unabhängige internationale Studie auch belegt!

Werden Sie wie beim Stadion auch ein Namensrecht für die neue Rapid-Akademie verkaufen?
Dies ist nicht ausgeschlossen

Und wie müsste der Naming-Sponsor dafür zahlen?
Ich ersuche um Verständnis über mögliche Summen keine Auskunft zu erteilen.

Wird es wieder Allianz sein oder Michael Tojners Varta, das sich ja im Jugendbereich schon engagiert hat?
Es gibt mit unterschiedlichen potentiellen Partnern Gespräche, aber noch keine Entscheidung.

In der Bundesliga eilen LASK und Red Bull voraus, im ÖFB-Cup ist Rapid schon ausgeschieden – gegen Red Bull. Die Meisterschaft ist ja noch offen - keine Ambitionen? Oder anders gefragt: Wer wird Meister?
Unser Ziel ist klar Rang 3, was die Teilnahme an der Europa League bedeutet. Und im Herbst würden wir dann wieder international spielen, hoffentlich die Gruppenphase schaffen, was uns sportlich und finanziell weiterbringt.

"Gegentore abseits des Platzes verhindern."

Erzrivale Austria Wien wird heuer im Abstiegs-Play-off spielen. Das kennen sie ja allzu gut, was das auch finanziell bedeutet. Schadenfreude?
Schadenfreude ist überhaupt nicht angebracht. Wir kennen diese Situation aus eigener Erfahrung allzu gut aus dem Vorjahr. Und zu wirtschaftlichen- bzw. Fan-Themen anderer Klubs äußere ich mich prinzipiell nicht. Das ist mein Grundsatz.

Sie sind nun fünf Jahre Geschäftsführer bei Rapid – haben Sie jemals den Wechsel aus der Politik in den Sport bereut?
Es ist für mich ein Bubentraum in Erfüllung gegangen. Und ich werde mich weiterhin für Rapid einsetzen.

Wie lange läuft ihr Vertrag noch?
Ich habe einen ganz normalen, unbefristeten Vertrag als Geschäftsführer. Ohne Ablaufdatum.

Im Herbst 2019 hieß es vor der Kampfabstimmung um die Präsidentschaft bei Rapid abermals, dass sie eventuell wieder zurück in die Politik kehren wollen und zwar nach Brüssel? Andere meinten, sie gehen ins Management eines Unternehmens, also weg vom Fußball-Business. Stimmt das?
Es gab immer wieder Anfragen, aber ich bin sehr gerne bei Rapid. Und wir haben noch viel vor. Was die Zukunft bringt, ob ich in zehn oder zwanzig Jahren noch hier sein werde, dass weiß ja keiner, es wäre unseriös zu beantworten. Alles andere wäre ja wie beim Blick in die Glaskugel.

Um auf das Eingangs geschilderte Spielsystem zurückzukommen: Wann wird aus aus Ihnen, dem „Sechser“ vor der Abwehr, ein etwas offensiver orientierter Antreiber?
Ich denke, dass ich schon ein sehr offensiver „Sechser“ bin, lustigerweise wurde mir in der Vergangenheit ja oft vorgeworfen, viel zu offensiv zur Sache zu gehen. Mir ist es jeden Tag eine Ehre, mit voller Kraft für den SK Rapid tätig sein zu dürfen, manchmal bin ich dabei auch der „Zehner“, der „Neuner“ oder gar der „Einser“ – in letzterem Fall so zu verstehen, um Tore abseits des Platzes gegen uns zu verhindern!

Zur Person

Christoph Peschek (Jahrgang 1983) ist seit dem 1. Februar 2015 Geschäftsführer Wirtschaft der SK Rapid GmbH. Bevor er ins Sport-Business eingestiegen ist, hatte der gebürtige Wiener eine Parteikarriere hingelegt. Im Jahr 2010 wurde Peschek in Wien Landtagsabgeordneter und Gemeinderat, wo er Lehrlingssprecher der SPÖ tätig war. Im November 2013 wurde Peschek Vizepräsident des SK Rapid Wien. Im November 2014 ist er aus der Politik ausgestiegen und legte auch die Vize-Präsidentschaft beim SK Rapid zurück um danach Geschäftsführer des Klubs zu werden.

Peschek hat in seiner Jugend selbst die Fußballschuhe geschnürt und war Spieler beim FC OMV Stadlau, SV Essling, FC Hellas Kagran und SC Süßenbrunn, wo er im Sommer 2006 seine aktive Karriere als 23-Jähriger beendet hat.

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