Raiffeisen Bank International holt die Ernte ein

Raiffeisen Bank International holt die Ernte ein

Die Raiffeisen Bank International konnte im abgelaufenen Halbjahr ihren Gewinn massiv steigern. Das Ergebnis nach Steuern hat sich auf 656 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Auch beim Abbau der faulen Kredite kommt die Bank schneller voran. Für Bankchef Johann Strobl die "Ernte des Transformationsprogramms".

Die Raiffeisen Bank International RBI hat eine schwierige Phase hinter sich. Die auf Osteuropa ausgerichteten Geschäfte der Bank waren in den vergangenen Jahren schlecht gelaufen, das Kreditrisiko in den Märkten war dramatisch angestiegen. In der Folge hatte sich die RBI selbst einen starken Schrumpfkurs verordnet und sich aus einigen Ländern zurückgezogen. Zu Beginn des Jahres 2017 folgte schließlich die Verschmelzung der Bank mit ihrer Mutter, der Raiffeisen Zentralbank (RZB).

Ebenfalls zu Jahrsbeginn hat Johann Strobl die Rolle des Vorstandschefs von Karl Sevelda übernommen. Nun hat Stobl die erste Halbjahresbilanz der börsenotierten Bank präsentiert, und diese kann sich durchaus sehen lassen. Mit einem Konzernergebnis von 587 Millionen Euro hat die Bank ihre eigenen Erwartungen und die der Analysten weit übertroffen und das Vorjahresergebnis von 236 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Auch bei den weiteren Kennzahlen liegt die Bank sehr gut auf Kurs. Der Zinsüberschuss ist auf 1,58 Milliarden Euro gestiegen, die Nettodotierungen zu den Kreditrisikovorsorgen konnten um 76 Millionen reduziert werden und der Verwaltungsaufwand um beachtliche 1,57 Milliarden Euro. "Wir ernten jetzt die Früchte unseres Transformationsprogramms", sagte Strobl, "wir lehnen uns nicht zurück, sondern arbeiten intensiv daran, die RBI fit für das Digitale Zeitalter zu machen."

An der Börse zurück im Hoch

Hinter sich gelassen hat die Bank auch das jahrelange Tief an der Börse. Im Lauf des letzten Jahres ist der Kurs der RBI-Aktie (ISIN AT0000606306) bereits um 112 Prozent auf aktuell 25,50 Euro gestiegen.

RBI-Aktie; ISIN AT0000606306. 5-Jahres Entwicklung; Stand vom 10.August 2017: 25,50 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

RBI-Aktie; ISIN AT0000606306. 5-Jahres Entwicklung; Stand vom 10.August 2017: 25,50 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Für einen Börsengang der polnischen Tochter Polbank in Warschau will RBI-Chef Strobl einen neuen Anlauf nehmen. Der letzte Versuch, die Bank an die Börse zu bringen, war zur Jahresmitte aufgrund zu geringem Käuferinteresses gescheitert.

Abbau der Kreditrisiken

Auch beim Abbau der Kreditrisiken kommt die RBI schneller voran als geplant. Zur Jahresmitte lag der Anteil der notleidenden Kredite am gesamten Kreditvolumen (NPL Ratio) nur noch bei 7,3 Prozent. Damit wurde das Ziel von rund acht Prozent frühzeitig erreicht. "Die anhaltend starke Wirtschaftsentwicklung in Osteuropa hat dazu beigetragen, dass sich unsere Risikokosten deutlich besser entwickelt haben als erwartet", sagte Strobl dazu. Er rechnet damit, dass der Anteil der faulen Kredite mittelfristig weiter sinkt.

Besonders zufrieden ist die Bank mit der Entwicklung und den Ergebnissen aus Ungarn und der Ukraine. Erste Effekte des Sparprogramms zeigen sich auch in Polen.

An ihren Zielen hält die Bank auch angesichts des positiven makroökonomischen Ausblicks fest. Die Stimmungsindikatoren in Österreich und in der Eurozone haben die höchsten Werte seit Jahren erreicht. Auch die harten Daten sprechen der Einschätzung der Bank zufolge für einen sich selbsttragenden Aufschwung. Die Dynamik in Zentraleuropa (CE) sollte mit einem erwarteten BIP-Wachstum von rund 3,6 Prozent im Jahr 2017 stark bleiben und von einem noch stärkeren Wachstum von 4,1 Prozent in Südosteuropa (SEE) übertroffen werden. Selbst in Russland gibt es trotz der anhaltenden EU-Sanktionen ein moderates Wachstum von rund einem Prozent.

Die Kernkapitalquote (CET1 Ratio) soll mittelfristig auf rund 13 Prozent verbessert werden, mittelfristig wird ein Return on Equity vor Steuern von rund 14 Prozent und ein Konzern-Return-on-Equity von rund elf Prozent angepeilt.


Facts

Den Factsheet mit den Kernzahlen aus der Halbjahresbilanz 2017 der RBI finden Sie hier zum Download.

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