Prognose: Gewinne der Banken sinken bis 2022 kräftig

Europas Banken haben zwar seit der Krise ihre Hausaufgaben gemacht und können diesen nun besser widerstehen, die Profitabilität ist aber nach wie vor gering und droht weiter zu sinken. Die Gründe und mögliche Auswege.

Prognose: Gewinne der Banken sinken bis 2022 kräftig

Niedrige Zinsen, hohe Anforderung der EU, steigender Wettbewerb: Banken bewegen sich in einem schwierigen Umfeld.

Europas Banken werfen seit Jahren wenig Gewinn ab. Das Problem wird sich in Zukunft weiter verschärfen, prognostizieren die Autoren der europäische Bankenstudie des deutschen Strategie- und Managementberaters zeb. Doch es gäbe Wege die Profitabilität zu steigern. Woran es den Banken mangelt, mit welchen Problemen sie konfrontiert sind und was die Experten empfehlen.

Das Resümee der Strategen lässt wenig Raum für Illusionen. „Zehn Jahre nach Lehman stehen die europäischen Banken noch immer vor großen Schwierigkeiten“, fasst Michaela Schneider, Managerin bei zeb in Österreich einer der Ergebnisse der Studie zusammen. Die höheren regulatorischen Auflagen wurden zwar abgearbeitet und die vorgeschriebene bessere Kapitalausstattung erfüllt, die Profitabilität wird allerdings noch immer als mager eingeschätzt. Zwar ist Eigenkapitalrendite im Vorjahr auf 7,1 Prozent gestiegen. „Doch der Anstieg ist auf Sondereffekte zurückzuführen und nicht auf die Steigerung des Ergebnisses aus dem operativen Geschäft heraus“, so das Urteil der Studie. Die Profitabilität bewegt sich damit immer noch unter den Kosten des Eigenkapitals (Cost of Equity). Diese spiegelt die erwartete Verteilung von Unternehmensgewinn an die Eigenkapitalgeber und die Kapitalrendite wieder.

Stark sinkende Gewinne bis 2022 erwartet

Die Studie hat anhand wichtiger Bankenkennzahlen die künftige Entwicklung simuliert. Diese stützen sich auf die Bilanzen und Gewinn-und-Verlust-Werte der 50 größten Banken Europas und unterstellt für die nächsten Jahre ein Szenario unter gleichen Bedingungen wie aktuell. Die Berechnung ergab, dass die Rentabilität der Banken von 7,1 Prozent im Jahr 2017 auf 4,2 Prozent im Jahr 2022 sinken wird. Die Kapitalisierung, der laufende Ertrag auf den Kapitalwert, der Institute könnte demnach von durchschnittlich 14,1 Prozent im Vorjahr auf 12,2 Prozent sinken. Als wesentliche Ursachen für sinkende Rentabilität und Kapitalisierung werden hohe regulatorische Anforderungen und das anhaltend niedrige Zinsumfeld genannt.

Bewertung der Banken auf dem Niveau der Krisenjahre

Die Aktienrendite der Top-50-Banken ist von 2016 auf 2017 zwar gestiegen, das Kurs-Buchwert-Verhältnis bleibt allerdings unter der wichtigen Schwelle von 1,9x und liegt damit unter dem Marktdurchschnitt und so noch immer auf dem Niveau der Krisenjahre 2009/10.

Die Autoren der Bankenstudie von zeb raten auf Basis ihrer Studie vier Handlungsoptionen

Harmonisierung der rechtlichen Basis für Banken in Europa, um Konsolidierung zu beschleunigen. Als Grund für diese Forderung nennt zeb Probleme bei Fusionen durch nicht haromonisiertes Recht bei europäischen Banken. „Das stellt bei Fusionen eine erhebliche Schwelle dar“, so die Autoren. Aufgrund der unterschiedlichen Rechtslage sei es bisher auch möglich Sonderlösungen für einzelne Länder zu konstruieren. „Das kompensiert teilweise den Skaleneffekt bei Übernahmen.“ Würden das Recht harmoniert, würde das laut zeb die erforderliche europäische Konsolidierung der Banken beschleunigen.

Spezialisierung auf bestimmte Produkte. Das würde nach Ansicht von der Studienautoren die Profitabilität erhöhen. „Für viele Universalbanken ist eine solche Öffnung aber ein schwer vorstellbarer Weg“, so die Einschätzung der zeb-Experten.

Vertrieb von Produkten Dritter verstärken. Die Öffnung nach außen lege zwar nicht in der DNA von Banken, könnte aber die Profitabilität signifikant steigern. Die Bank als Plattform könnte etwa auch mit ihren vorhandenen Infrastrukturen ihre Softwareschnittstellen bereitstellen, um Dritten die Nutzung ihrer Plattform zu gewährleisten.

Koexistenz mit Fintechs. Die Öffnung von Plattformen der Banken für Dritte und damit einhergehender, flexibler agierende Banken, die mit unterschiedlichen Produkten, auch Dritter, die Interessen der Kunden besser bedienen, bietet aus Sicht der Studie den größten Hebel zur Hebung der Profitabilität. Und so auch die Chance durch Koexistenz mit FinTechs, im zunehmenden Wettbewerb mit Nichtbanken - oder Bankennahen Anbieter besser zu bestehen

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