Österreichs Staatsdruckerei will mehr digitale Pässe nach Afrika verkaufen

Die börsennotierte private Staatsdruckerei (OeSD) hat im Geschäftsjahr 2015/16 weiter zugelegt und will sich künftig mehr aufs Auslandsgeschäft und den digitalen Bereich konzentrieren. Noch macht der Konzern mit seinem digitalen Ausweissystem keine Umsätze, ist aber international bereits in Gesprächen. In den kommenden beiden Jahren stehen in Österreich wieder "Mega-Passjahre" bevor.

Österreichs Staatsdruckerei will mehr digitale Pässe nach Afrika verkaufen

Vorstandschef Robert Schächter: Digitale Ausweise - vor allem für Afrika.

In den nächsten beiden Geschäftsjahren laufen vermehrt österreichische Pässe ab, was der Staatsdruckerei zupass kommt. Das Wiener Unternehmen macht einen Großteil seines Umsatzes mit klassischen Ausweisdokumenten und hat sich auch unlängst eine teure Stichtiefdruckmaschine für 2 Mio. Euro angeschafft. "Das war ein klares Bekenntnis zum Standort Wien", sagte Vorstandschef Robert Schächter zur APA.

Digitales Afrika

Gleichzeitig zieht es die Druckerei, die 140 Mitarbeiter beschäftigt, ins Ausland. Im Geschäftsjahr 2015/16 stiegt der Exportanteil von 16 auf mehr als 18 Prozent, der Auslandsumsatz wuchs um 30 Prozent. Die Staatsdruckerei bietet in einigen Ländern Registerlösungen an. Staaten, die kein funktionierendes Ausweissystem haben, wollen die Wiener künftig auch digitale Ausweislösungen - konkret ihre im November vorgestellte "My Identity App" (MIA) - verkaufen. Schächter denkt hier vor allem an Afrika, wo die meisten Menschen ein Smartphone hätten. "MIA findet international bereits großen Anklang", so der Firmenchef. Auch mit österreichischen Behörden hat Schächter schon über MIA gesprochen, ein Auftrag ist aber noch nicht in Sicht.

2015/16 setzte die Staatsdruckerei 40,5 Mio. Euro um, um 13 Prozent mehr als im Geschäftsjahr davor. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 11 Prozent auf 6,2 Mio. Euro. Unterm Strich verdiente das Unternehmen, das zum Großteil Schächter und dem Investor und früheren LIF-Politiker Johannes Strohmayer gehört, 4,7 Mio. Euro (2014/15: 4,2 Mio. Euro). Die Dividende soll bei 45 Cent je Aktie bleiben.

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