Der Preis der Arbeit: Oh, du teures Österreich!

Der Preis der Arbeit: Oh, du teures Österreich!

Teure Arbeit: Fast 50 Prozent gehen an den Staat.

Arbeit hat ihren Preis, und in Österreich ist der besonders hoch, denn der Staat schneidet, wie eine Analyse der TPA Steuerberatung zeigt, vergleichsweise kräftig mit: Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer müssen hohe Gehaltsanteile an den Fiskus abführen.

Dass die Steuerbelastung in Österreich sehr hoch ist muss man niemanden extra sagen. Dazu genügt schon ein Blick auf den eigenen Gehaltszettel. Angesichts der laufenden monatlichen Abzüge stellt sich vielen immer wieder die Frage, ob das nicht auch anders ginge. Und dabei sind bei diesen Abgaben die Arbeitgeberanteile noch gar nicht berücksichtigt. Ebenso wenig die zahlreichen Konsumsteuern, die im Lauf eines Monats immer wieder fällig werden. Von der Mehrwertsteuer über die Mineralölsteuer hin zu Alkohol- und Tabaksteuern, Energieabgaben, der Motorbezogenen Versicherungssteuer und vielen weiteren Abgaben - die Gesamtbesteuerung, die Konsumenten tragen müssen, ist enorm.

In vielen Bereichen liegt Österreich bei der Abgabenquote im Spitzenfeld, und das ist auch bei der Besteuerung der Arbeit der Fall. Zu dieser wenig überraschenden Erkenntnis kommt die TPA Steuerberatung GmbH in einem neuen Vergleich, in dem einmal Richtung Osten geblickt und die Kostenbelastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Österreich mit der in zehn Staaten Mittel- und Südosteuropas (Albanien, Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn) verglichen wurde.

Österreich ist dabei der einzige der elf untersuchten Staaten, der neben den Dienstgeberanteilen zur Sozialversicherung noch weitere Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber vorsieht – in Summe rund neun Prozent des Bruttogehalts. Bei einem Bruttogehalt von 40.000 Euro fallen in Österreich 12.281 Euro an Lohnnebenkosten an. Höher sind die von den Arbeitgebern zu tragenden Kosten lediglich in Tschechien und in der Slowakei mit 13.800 Euro bzw. 14.320 Euro. Am geringsten sind sie in Albanien und in Bulgarien mit 1.972 Euro, respektive 2.929 Euro. (siehe Grafik)

Mit steigendem Gehalt rutscht Österreich noch einen Platz weiter nach hinten. Bei einem Bruttogehalt von 90.000 Euro müssen Arbeitgeber in Österreich 23.159 Euro an den Fiskus zahlen. Einen größerer Anteil muss nur noch in der Slowakei abgeführt werden. Dort sind es 28.358 Euro. Abermals kommen die Dienstgeber in Albanien und in Bulgarien am günstigsten weg. Sie müssen weniger als 3.000 Euro an den Staat abführen (Albanien: 2.822 Euro, Bulgarien: 2.929 Euro). (siehe Grafik)

Nur eine Spur besser sieht es bei noch höheren Gehältern aus. Bei einem Bruttogehalt von 150.000 Euro liegt Österreich aber mit Gesamtkosten von 178.577 Euro - also Dienstgeberanteilen von 28.577 Euro - an drittletzter Stelle. Das ist darauf zurückzuführen, dass es in Rumänien, Slowenien und Ungarn keine Höchstbeitragsgrundlage bei den Sozialversicherungsbeiträgen gibt und dort die Dienstgeberkosten proportional zum Bruttobezug steigen. Wie bei den beiden anderen Gehaltsstufen sind auch in diesem Fall Bulgarien und Rumänien die für die Dienstgeber günstigsten Staaten. (siehe Grafik)

Doch nicht nur bei den Dienstgeberanteilen, sondern auch bei den Dienstnehmeranteilen schneidet sich der Fiskus in Österreich ein überproportional großes Stück vom Kuchen ab. Lediglich bei einem Bruttogehalt von 40.000 Euro liegt Österreich im Elf-Länder-Vergleich genau im Mittelfeld. Von den 40.000 Euro landen 27.754 Euro am Konto, 12.246 gehen an den Staat. (siehe Grafik)

Bei den beiden höheren verglichenen Einkommen (90.000 Euro und 150.000 Euro) rutscht Österreich wieder an den drittletzten Platz. Nur in Kroatien und in Slowenien ist die Besteuerung der Einkommen höher als hierzulande. Am geringsten ist die Besteuerung in allen drei Fällen in Bulgarien, gefolgt von Serbien und Albanien. (siehe folgende Grafiken)

Österreich liegt also bei der Lohnnebenkostenbelastung im Spitzenfeld – speziell bei den höheren Managergehältern. Bei einem niedrigeren Bruttogehalt („Angestelltengehalt“) haben Staaten wie Ungarn, Rumänien, Tschechien und die Slowakei höhere oder ähnlich hohe Lohnnebenkosten. Deutlich geringer sind diese jedoch in Bulgarien, Albanien oder auch in Serbien.

Unter dem Strich zeigt sich, dass der Preis der Arbeit in Österreich nahezu doppelt so hoch ist wie der Verdienst, den Arbeitnehmer letztlich beziehen. Wenn der Dienstgeber 52.281 Euro jährlich zahlt, dann landen lediglich 27.754 Euro am Konto des Arbeitnehmers - auf 14 Gehaltsanteile heruntergebrochen - monatlich 1.982 Euro.

Allerdings merken die Autoren des Ländervergleichs auch an, dass zwar das heimische Sozialversicherungssystem zwar teuer ist, es aber in den meisten anderen Staaten kein vergleichbar gutes System im Bereich der Krankenversicherung und der Pensionsleistungen gibt. Auch eine Flat Tax von lediglich zehn oder 15 Prozent bedeute nicht, dass die Steuerbelastung für den einzelnen tatsächlich derart niedrig ist. Entscheidend sei jeweils die Basis für die Steuerberechnung.


Weitere Details zu der Untersuchung erhalten Sie in der Broschüre "Wie teuer ist Arbeit?", die Sie kostenlos auf der TPA-Website zum Download angeboten wird.

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