trend-EXKLUSIV: Post plant Leben ohne Bawag

trend-EXKLUSIV: Post plant Leben ohne Bawag

Wenig zu lachen hat Post-Chef Georg Pölzl im Moment mit seinem Noch-Partner Bawag. In der Kooperation ist der Wurm drin.

Die Post ist auf der Suche nach einem neuen Kooperationspartner. Interessenten für die Zusammenarbeit gibt es reichlich.

Eigentlich läuft der Kooperationsvertrag zwischen der Post AG und der Bawag P.S.K. noch bis 2020, doch zuletzt mehrten sich die Anzeichen, dass damit schon früher Schluss sein könnte. Denn zwischen den beiden Unternehmen hängt der Haussegen schief. Dem trend wurde in der Post bestätigt, Alternativszenarien zur Zusammenarbeit mit der Bawag zu prüfen.

Denn die rund 500 von der Post betriebenen Ämter, die der Bawag als Vertriebsstellen dienten, warfen zuletzt immer weniger Geld ab. 50 Millionen Euro jährlich sollen es heuer nur mehr sein. Zu Beginn des Vertrags war noch vom Doppelten die Rede - wie der trend in der Print-Ausgabe 39/2017 am 29. September 2017 berichtet.

Die Post führt das darauf zurück, dass die Bawag Services und Produkte in den Filialen immer stärker eingeschränkt hat. Sogar Bankomaten seien abmontiert worden. Hinter vorgehaltener Hand ist gar von „brutaler US-Mentalität“ die Rede. Der schlechte Service könne der Post letztlich auf den Kopf fallen, weil Kunden verärgert sind, so wird befürchtet. Selbst der Begriff „Vertragsbruch“ seitens der Bawag ist zu hören. Was auf ein vorzeitiges Ausstiegsszenario hinweisen könnte.

Viele Interessenten

Darum wird nun intensiv nach Alternativen für die Post gesucht. Als Beispiel wie gut eine Kooperation laufen kann, verweist man in der Post darauf, dass man die Nummer eins bei Mobilfunkverträgen für A1 ist und dass man mit dem eigenen Stromwechsel-Angebot bald Marktführer sein werde. Auch der Finanzbereich soll sich rasch wieder erholen. „Wir sind fest entschlossen, auch nach 2020 noch Finanzdienstleistungen anzubieten“, heißt es dazu aus der Post. Die Kunden seien gewohnt, Bankgeschäfte im Postamt erledigen zu können. Die Marke genieße hohes Vertrauen.

Angeblich gibt es mehrere Unternehmen, die lieber heute als morgen die Bawag bei der Post ersetzen möchten. Ein Name, der in dem Zusammenhang immer wieder genannt wird, ist jener der Bausparkasse Wüstenrot, wo Ex-PSK-Chef Stephan Koren vor Kurzem den Aufsichtsratsvorsitz übernommen hat. Es bestehen also beste Kontakte. Auch Filialbanken sollen ihr Interesse bekundet haben. Die Option, eine eigene Postbank zu gründen, wird nur als Joint-Venture mit einem Partner in Erwägung gezogen.


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