Post AG übernimmt Paketdienst von DHL in Österreich

Georg Pölzl, CEO Österreichische Post AG

Post-Chef Georg Pölzl hat eine lukratives Paket vom Konkurrenten DHL übernommen.

Die Österreichische Post AG sichert sich die Spitzenpostion im Paketgeschäft. Der Großteil des Zustellgeschäfts der Deutsche-Post-Tochter DHL wird übernommen. Es wird bereits über weitere Kooperationsmöglichkeiten gesprochen.

Wien. Die Österreichische Post hat einen Konkurrenten weniger und dafür einen Partner mehr: Sie will im Laufe des Jahres 2019 bereits mit das Zustellgeschäft der deutschen DHL in Österreich übernehmen. Teil des Deals mit der Deutsche-Post-Tochter DHL ist auch die Übernahme von Mitarbeitern und einen Großteil der betroffenen DHL-Logistik-Standorten.

Für die Post AG ist dieser Deal im Kampf um Marktanteile ein großer Schritt nach vorn. Im Endkundengeschäft kommt der heimische Spitzenreiter auf 47 Prozent, dahinter folgt auf Rang zwei der deutsche Zusteller DHL mit immerhin 27 Prozent.

Die Voraussetzung für die Kooperation ist die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden in Österreich und Deutschland. Die DHL-Mutter Deutsche Post sprach heute in einer Pressemitteilung von einer "langfristigen Partnerschaft zur Forcierung des Paketgeschäfts".

Weitere Kooperationsmöglichkeiten im Bereich E-Commerce würden geprüft. Weiters betonten die Deutschen: "Die Vereinbarung hat keinerlei Auswirkung auf die Aktivitäten von Deutsche Post DHL Group im internationalen Expressgeschäft, beim Frachttransport und bei Supply-Chain-Lösungen in Österreich."

Post-Chef Georg Pölzl zeigte sich kürzlich in einem Interview mit dem trend bereits offen für eine stärkere Kooperation mit der Deutschen Post-Tochter DHL. Allerdings wollte er dem Deal nicht vorgreifen.

"Die Zusammenarbeit soll beide Parteien in die Lage versetzen, gemeinsam das Potenzial im wachsenden, grenzübergreifenden E-Commerce-Geschäft auszuschöpfen und verbindet die Stärken der beiden Unternehmen in ihren jeweiligen Zustellnetzen", so die Post AG. Der Einstieg des US-Onlineriesen Amazon in die Paketzustellung in Österreich dürfte den Druck auf die Post und DHL zuletzt deutlich erhöht haben.

DHL hatte zuletzt stärker unter dem neuen Konkurrenten Amazon gelitten als die Österreichische Post. "Wir nehmen jedes Paket, das in Österreich zugestellt werden soll. 2017 mussten deutsche Unternehmen im Weihnachtsgeschäft Pakete ablehnen", sagte Post-CEO Pölzl im trend-Interview. Noch im Jahr 2015 wurden der Österreichischen Post infolge des Markteintritts von DHL erhebliche Probleme vorausgesagt.

MARKTFÜHRER bei Paketen ist eindeutig die Post. Aber Amazon startete erst Ende 2018.

Die Post will den Paketversand weiterhin forcieren. 108 Mio Paketen hat die heimische Post im Jahr 2018 transportiert. Mittelfristige Ziel der Österreichischen Post ist die Menge bis 2022 auf 150 Millionen Pakete zu steigern. Wie Post-Chef Pölzl im trend-Interview bestätigt, kommt die Post im Endkonsumentengeschäft auf einen Marktanteil von 70 Prozent. Bei Rücksendungen bringt es die Post auf 90 Prozent.

Mit der Kooperation will die Post das ursprünglich fixierte Ziel früher erreichen. Der stabile Ausblick für das operative Ergebnis Jahr 2019 bleibt vor dem Hintergrund steigender Paketmengen, aber auch steigender Investitions- und Integrationskosten laut Post-Mitteilung unverändert.

Der Aktienkurs der Post AG (ISIN AT0000APOST4) hat am Dienstag einen kräftigen Sprung hingelegt. Die Aktie notierte nach Börseneröffnung um bis 3,83 Prozent höher als am Vortag.

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