trend Podcast: Flugtaxis heben ab

trend Podcast: Flugtaxis heben ab

Bernhard Ecker nimmt für den trend-Podcast Platz im Flugtaxi. Kann der Personen-Mikrocopter Verkehrsprobleme lösen oder ist er selbst Teil des Problems?

Dem Stau entfliegen? Personen-Mikrocopter, eingesetzt als Flugtaxis, sollen eine neue Form der Mobilität ermöglichen. Doch wie praxisnah ist diese Idee? trend-Redakteur Bernhard Ecker hat in der Zukunftsvision Platz genommen.


Der trend Podcast: Jungfernflug im Flugtaxi

Zukunftsvision oder bloßes Spektakel? trend-Redakteur Bernhard Ecker nimmt Platz im Flugtaxi.

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Flugtaxis – Warum Autos in die Luft gehen

Gastkommentar von Daniel Guffarth, Mobilitätsexperte bei Horváth & Partners

Bis vor kurzem wurden Flugzeugtüftler noch als Spinner belächelt, wenn sie über die Zukunft der Mobilität im städtischen Luftraum schwärmten. Doch der Start von Flugtaxis steht unmittelbar bevor. Schon 2025 werden auf ersten, festgelegten Routen Passagiere transportiert, prognostiziert eine neue Studie von Horvath & Partners.

Flugzeugbauer ebenso wie Autobauer arbeiten fieberhaft an Konzepten, wie man den zunehmenden innerstädtischen Verkehr entlasten könnte, und das nicht nur durch Schiene und Seilbahn, sondern eben auch in der Luft. “Urban Air Mobility” ist das Schlagwort der Stunde. Der europäische Flugzeugbauer Airbus etwa plant ein selbstfliegendes Flugtaxi, weltweit matchen sich die ganz Großen um den Markt für „bemannte Drohnen“, Audi, Bell, Boeing, Google, Rolls-Royce – um nur einige zu nennen.

Zwar bestehen hierzulande für den Luftraum strenge Sicherheitsauflagen - jedoch ist der Luftverkehr deutlich einfacher zu kontrollieren. Überraschend ist zudem, dass die Akzeptanz der Bevölkerung bei selbstfliegenden Passagierdrohnen höher ist als bei selbstfahrenden Autos. Experten führen dies darauf zurück, dass es hier noch keine negativen Berichte über Risiken und Unfälle bei Pilotversuchen gibt.

Urban Air Mobility

Business zwischen Himmel und Erde

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Doch autonomes Fliegen ist keine Zukunftsvision mehr, in zahlreichen Städten weltweit werden bereits erste Teststrecken für Flugtaxis eingerichtet. Sobald diese erfolgreich sind, wird sich auch die Politik hierzulande für Versuchsstrecken und Betriebsrouten öffnen und die erlassenen Restriktionen, die vor allem auf Hobby-Drohnen gemünzt sind, anpassen.

Endkundenreife Dienstleistung

In der Startphase der Urban Air Mobility (UAM) ab 2025 werden sich Flugtaxis in Megacitys über zehn Millionen Einwohnern und in Metropolregionen etablieren. In Deutschland könnten sich Pilotstrecken auf stark strapazierten Pendlerstrecken durchsetzen, etwa in der Rhein-Ruhr-Region.

Generell sind hier Stadt-Land- oder Stadt-Stadt-Verbindungen zur Entlastung des Berufsverkehrs von Relevanz. Ein Großteil der täglich 2.000 Staus entfallen auf den Berufsverkehr.

In einer zweiten Phase ab 2035 wird sich UAM weltweit als Mobilitätsdienstleistung etablieren, mit Regelstrecken für den Transport mehrerer Personen pro Flugkapsel in nahezu jeder Metropole. 125 Millionen Stunden werden Flugtaxis laut Berechnungen von Horváth & Partners im Jahr 2035 bereits in der Luft sein. Bis 2050, wenn der öffentliche Personennahverkehr mit Flugtaxis auch in kleineren Städten mit bis zu 600.000 Einwohnern Normalität wird, steigt dieser Wert auf 9 Mrd. Flugstunden an.

Autohersteller als Anbieter bevorzugt

Im Kampf um die Vormachtstellung im UAM-Milliardenmarkt melden Unternehmen unterschiedlichster Branchen erfolgreiche Jungfernflüge. Audi und Airbus haben ein modulares Flugauto entwickelt, Daimler ist am Pionier-Startup Volocopter beteiligt, und das Urban Air Vehicle des amerikanischen Flugzeugbauers Boeing hat jüngst seinen ersten Testflug gemeistert. Der Einstieg der Autobauer ist besonders erfolgversprechend. Denn diese werden als Anbieter von Lufttaxis gegenüber Luftfahrtunternehmen von der Bevölkerung eindeutig bevorzugt.

Langfristig dürften autonomes Fahren und autonomes Fliegen zu einem Gesamtmarkt "autonome Mobilität" zusammenwachsen, da auch der Kunde ein ganzheitliches Mobilitätsangebot lieber hat. Marktteilnehmer mit Erfolgsaussichten benötigen also in beiden Bereichen ein Standbein - ein weiteres Pro für die Automobilindustrie, die sich aufgrund des hohen Marktdrucks schon länger mit neuen Anforderungen urbaner Mobilität auseinandersetzt.

Profit in Flugvermittlung und Services

So sehr aber die Technik im Fokus steht – die Produktion von Flugtaxis wird lediglich fünf Prozent am Gesamtmarkt ausmachen, der Betrieb maximal ein Drittel. Mehr als die Hälfte des Geschäfts werden auf die Flugvermittlung sowie begleitende Services entfallen.

In beiden Bereichen, auch in der Einzelbeförderung, haben deutsche Autobauer durch ihre Kundenbasis gute Chancen, sich durchzusetzen. Im weltweiten Massengeschäft wird sich aber wahrscheinlich ein globaler Technologiekonzern mit einer werbefinanzierten Plattform durchsetzen.


Für die Studie „Urban Air Mobility - Business Between Sky and Earth“ hat Horváth & Partners klassische Marktanalysen und digitale Sentiment-Analysen auf Basis künstlicher Intelligenz sowie qualitative Experteninterviews durchgeführt.

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