Pfusch bleibt in Österreich 2021 auf hohem Niveau

Der massive Anstieg der Schwarzarbeit im Jahr 2020 wird heuer etwas eingebremst. Nur um ein Prozent wird die Schwarzarbeit gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres wachsen. Handwerk und Bau liegen beim Pfusch weiterhin in Führung.

Pfusch bleibt in Österreich 2021 auf hohem Niveau

Wien. Das im Vorjahr wegen der Coronakrise stark gestiegene Schwarzarbeits-Volumen in Österreich dürfte heuer kaum noch weiter wachsen. Nach mehr als 12 Prozent im Jahr 2020 wird der Pfusch 2021 nur um rund ein Prozent zulegen, nimmt der Linzer Ökonom Friedrich Schneider an. Weil die Wirtschaftsleistung Österreichs etwas stärker zulegen dürfte, wird der Anteil der Schwarzarbeit am BIP unter 7 Prozent sinken. Das ist der geringste Anteil in der EU.

2020 dürfte die Schattenwirtschaft um 12,0 Prozent auf 26,9 Mrd. Euro geklettert sein, immerhin 7,2 Prozent des offiziellen BIP. Das sei der höchste Anstieg des Pfusch seit 20 Jahren, so Schneider zur APA. 2021 dagegen werde es nur einen Anstieg um 1,1 Prozent auf 27,2 Mrd. Euro geben - gemessen am Bruttoinlandsprodukt 6,9 Prozent. Auch heuer werde die seit September geltende Lohnsteuerreform den Pfusch drücken, voriges Jahr habe dieser Effekt 800 Mio. Euro betragen.

Innerhalb der EU ist Österreich nach diesen Berechnungen 2021 mit 6,9 Prozent des BIP das Land mit der geringsten Schattenwirtschaft, dicht gefolgt von den Niederlanden mit 7,8 Prozent und Luxemburg mit 8,4 Prozent. Die höchsten Pfusch-Anteile haben Bulgarien mit 32,4 Prozent, Rumänien mit 28,9 Prozent und Kroatien mit 29,0 Prozent. Im Schnitt wird der Pfusch in der EU nach einem Anstieg von 16,3 auf 17,9 Prozent im Vorjahr heuer aufgrund der erwarteten Wirtschaftserholung geringfügig auf 17,4 Prozent absinken.

Der Treiber

Historisch gesehen ist in Österreich das Schwarzarbeits-Volumen ab 2005 in den meisten Jahren mehr oder weniger kontinuierlich gesunken. Erst 2020 kam es - durch die schwere coronabedingte Rezession - zum massiven Anstieg von 12 Prozent. Starker Treiber für den Pfusch war voriges Jahr die hohe Arbeitslosigkeit. Rechnerisch würde die Schattenwirtschaft laut Schneider auch heuer um 1,1 Mrd. Euro steigen, doch gebe es durch die Lohnsteuersenkung auch 2021 eine Reduktion des Anstiegs um 800 Mio. auf nur 300 Mio. Euro.

Den größten Pfusch-Anteil stellen Baugewerbe und Handwerksbetriebe (inkl. Reparatur) mit über einem Drittel, gefolgt von sonstigen Gewerbebetrieben und haushaltsnahen Dienstleistungen mit einem Sechstel sowie anderen Gewerbe- und Industriebetrieben sowie Dienstleistungsbetrieben (Hotels, Gaststätten).

Dietrich Mateschitz bei Formel 1 Tests in Jerez, 2015

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