Paul Achleitners Patzer bei der Deutschen Bank

Der Rücktritt der Deutsche-Bank-Bosse Jain und Fitschen ist auch eine herbe Niederlage für Paul Achleitner. Warum der Deutsche-Bank-Präsident nun selbst unter Druck gerät. Die Großbaustellen der Deutschen Bank.

Paul Achleitners Patzer bei der Deutschen Bank

Aus geplanter Entspannung wurde programmierte Anspannung. Beim dieswöchigen "Bilderberg Meeting“ im Luxushotel Interalpen bei Telfs in Tirol wollte er mit seinem Freund Gerhard Roiss (OMV) über "künstliche Intelligenz“ plaudern oder mit Erich Hampel (Bank Austria) und Karl Sevelda (Raiffeisen) über "Globalisierung und Russland“.

Ernsthaft und ohne Stress, vielleicht bei Zigarre und Whiskey in der hoteleigenen Smoker’s Lounge. So ähnlich hatte sich das Paul Achleitner wohl vorgestellt. Als Mitglied des "Steering Committee“ sitzt er im Zentrum des elitären Machtzirkels und kennt die Vorzüge des alljährlichen Treffens. Doch nun ist alles anders.

Als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank befindet sich der Oberösterreicher Achleitner seit wenigen Wochen in ständiger Alarmbereitschaft. Die DB-Hauptversammlung Ende Mai wurde wegen eines Investorenaufstands zum Desaster, letztes Wochenende trat das umstrittene Vorstandsduo Jürgen Fitschen und Anshu Jain zurück, und am Dienstag wurde die DB-Zentrale in Frankfurt von der Polizei durchsucht. Der Verdacht: Beihilfe zum Steuerbetrug.

Doch dies ist nicht die einzige Baustelle. Milliardenschwere Strafen und spektakuläre Gerichtsprozesse und der Vorwurf, die Kunden systematisch abzuzocken, schädigen das Image der Deutschen Bank. "Keine Frage“, sagte Achleitner am Rande der Hauptversammlung: "Das öffentliche Bild der Deutschen Bank ist derzeit stark angeschlagen und beschädigt.“ Den Aufsichtsratsvorsitz will er trotzdem nicht so rasch aufgeben.

Insgesamt sechs Großbaustellen muss Chef-Aufseher Achleitner möglichst rasch unter Kontrolle bringen.

  1. Geldwäscheverdacht in Russland.
  2. Manipulation von Referenzzinssätzen
  3. Beihilfe zum Steuerbetrug
  4. Tricksereien bei Hypothekenbewertungen
  5. Gebührenabzocke bei Verbraucherkrediten
  6. Die Pleite des Leo Kirch

Lesen Sie den ganzen Artikel in FORMAT Nr. 24/2015
Zum Inhaltsverzeichnis und ePaper Download

Erste-Chef Spalt verlängert seinen Vertrag nicht

Erste-Chef Spalt verlängert seinen Vertrag nicht

Bernd Spalt, CEO der Erste Group, hat erklärt, dass er seinen bis Ende …

Energiemanagement: schlechte Noten für die Politik [Umfrage]

trend-Umfrage: Die Österreicher sind unzufrieden mit ihren …

Interview. ORS gestaltet Next Generation Broadcast.

Interview. ORS gestaltet Next Generation Broadcast.

Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORS Group, im Gespräch.

Die damalige Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Johann Mika, CIO der ORS, testeten auf dem Mobile World Congress 2022 in Barcelona die ersten 5G-Broadcast-fähigen Smartphones.

TV, Radio & Streaming. Die ORS versorgt das ganze Land.

430 Sender. Dienstleister für Rundfunkübertragung in ganz Österreich.