Patient Erde: Klimawandel bleibt trotz Pandemie das größte Risiko

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) betont im neuen Weltrisikobericht, dass der Klimawandel trotz der Corona-Pandemie die größte Herausforderung der Menschheit geblieben ist. Neue wirtschaftliche und soziale Systeme sollen die kollektive Widerstandsfähigkeit verbessern.

Patient Erde: Klimawandel bleibt trotz Pandemie das größte Risiko

Patient Erde: Gegen den Klimawandel wird es keine Impfung und kein Medikament geben.

"It's the climate" - es geht um das Klima! Es wirkt, als wolle das Weltwirtschaftsforum (WEF) den alten Wahlkampfspruch des früheren US-Präsidenten Bill Clinton über den Vorrang der Wirtschaft in abgewandelter Form wiederbeleben. Denn die Antwort des WEF auf alle Gefahren und damit auch auf die Corona-Pandemie lautet: mehr Klimaschutz. Gedeckt wird dies vom neuen Weltrisikobericht, den das WEF nun vorstellte. Demnach gelten extreme Wetterereignisse, Versagen im Kampf gegen den Klimawandel und menschengemachte Umweltschäden weiter als größte Gefahren.

Allerdings hinterlässt die Pandemie ihre Spuren im Bericht, den das WEF zusammen mit dem Versicherer Zurich, dem Risikoberater Marsh und dem Mischkonzern SK Group aufbereitet. Erstmals in seiner Geschichte untersucht die Studie dabei, welche Risiken wann als Bedrohung für die Welt gesehen werden. Demnach gelten - sicher unter dem Einfluss der Coronakrise - Pandemien als kurzfristigste Risiken. Das deckt sich mit dem Risikobarometer des Versicherungskonzerns Allianz.

Das WEF und seine Partner betonen, dass beim Wiederaufbau von Gesellschaft und Wirtschaft nach der Pandemie der Klimaschutz zwingend berücksichtigt werden müsse. Unausgegorene Maßnahmen bedrohten den Kampf gegen den Klimawandel. "Es gibt keinen Impfstoff gegen Klimarisiken", sagte Peter Giger, Risiko-Chef des Versicherungskonzerns Zurich.

Weitere große Risiken

Pandemien werden im Weltrisikobericht nun als zweitgrößtes Risiko gesehen. Betriebsunterbrechungen und Hackerangriffe folgen.

WEF-Managerin Saadia Zahidi mahnte Regierungen, Unternehmen und Gesellschaften zur Zusammenarbeit. Denn auch soziale Spaltung sowie digitale Benachteiligung hätten Auswirkungen auf den Umweltschutz. "Untätigkeit gegen wirtschaftliche Ungleichheiten und gesellschaftliche Spaltung kann Maßnahmen gegen den Klimawandel weiter behindern, der immer noch eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit ist."

Das passt zum Motto des WEF: "Den Zustand der Welt verbessern." Zahidi betonte, es müssten neue wirtschaftliche und soziale Systeme gestaltet werden, "die unsere kollektive Widerstandsfähigkeit" verbessern. Die Corona-Pandemie habe Millionen Leben gekostet sowie die langjährigen gesundheitlichen, wirtschaftlichen und digitalen Unterschiede noch vergrößert.

So sieht der Weltrisikobericht auch kurzfristige Gefahren in Arbeitsmarktkrisen und digitaler Ungleichheit. Mittelfristig gilt die Angst vor wirtschaftlichen und technologischen Risiken, langfristig - und damit existenziell - ist die Furcht groß vor Massenvernichtungswaffen, dem Zusammenbruch von Staaten und dem Verlust biologischer Vielfalt. Vor allem soziale Gefahren bereiten dem WEF Sorgen. Wenn die Kluft zwischen Menschen mit Zugang zu Technologien und digitaler Kompetenz und denjenigen ohne zunehme, werde dies vor allem die Zukunft junger Leute gefährden.

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