Panama Papers - Neue Daten zu Briefkastenfirmen Online

Panama Papers - Neue Daten zu Briefkastenfirmen Online

Surfen in der Datenbank - Neue Rohdaten zu Unternehmen, Treuhandfonds und Stiftungen in 21 Steueroasen online.

Das Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) ermöglicht nun weitere Einblicke in die "Panama Papers": Die Adressen Hunderttausender Briefkastenfirmen und Personen - darunter auch zahlreicher aus Österreich - können nun abgerufen werden.

Fünf Wochen nach den ersten Berichten über die "Panama Papers" hat das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) die Rohdaten über Hunderttausende Briefkastenfirmen veröffentlicht. Die Gruppe stellte am Montagabend eine interaktive Datenbank mit Informationen über Firmen, Treuhandfonds und Stiftungen in 21 Steueroasen online. Darunter sind auch 76 Unternehmern und 121 Personen mit Verbindungen nach Österreich. Weiters gibt es 23 als "Vermittler" geführte Personen und aus dem Adressverzeichnis führen 115 Adressen nach Österreich

"Es ist wahrscheinlich die größte Datenbank über geheime Offshore-Firmen und die Hintermänner, die je veröffentlicht wurde", teilte das ICIJ mit. Im Disclaimer zu der Datenbank hält das ICIJ fest, dass damit nicht impliziert ist, dass die darin genannten Personen, Unternehmen oder Gesellschaften gegen eines oder mehrere Gesetze verstoßen haben.

Eine "Müllhalde" für Originaldokumente solle die Plattform allerdings nicht sein. Persönliche Daten wie Kontoverbindungen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Ausweispapiere seien nicht enthalten. Das ICIJ, die "Süddeutsche Zeitung" und weitere Medien würden in den kommenden Wochen und Monaten weiter über einzelne Fälle berichten, an denen ein öffentliches Interesse besteht, kündigte das Konsortium an.

Zahlreiche Medien hatten Anfang April über gut 200.000 von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung der "Panama Papers" führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer internationalen Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.


International Consortium of Investigative Journalist (ICIJ) - Steueroasen online
Explore the Database => Offshore Leaks Database


Mossack Fonseca sieht sich als Opfer eines Datendiebstahls und betont, sich bei ihren Geschäften stets an die Gesetze zu halten. Das Unternehmen gründet Kapitalgesellschaften und verkauft sie an Zwischenhändler wie Banken, Anwälte und Vermögensberater, die sie wiederum an ihre Endkunden weitergeben.

Bis zuletzt versuchte die Kanzlei, die Veröffentlichung der Rohdaten zu verhindern. In der vergangenen Woche forderte sie das ICIJ auf, die Plattform nicht online zu stellen. "Es handelt sich um gestohlene Informationen. Das stellt eine Verletzung des Verschwiegenheitsabkommens zwischen Anwalt und Mandant dar, das wir beschützen müssen", hieß es in einer Stellungnahme.

Wirtschaft

Casinos-Affäre: dringliche Anfrage an Finanzminister

Wirtschaft

Apple bleibt der Markenkaiser - Google und Amazon legen kräftig zu

Geld

Kunstmarkt: Nachfrage kühlt deutlich ab

Wirtschaft

VKI-Preisvergleich: Skifahren wird auch heuer deutlich teurer