Palfinger will trotz Corona-Krise den nächsten Rekord

Der Salzburger Hebekranspezialist Palfinger hat 2019 ein Rekordergebnis erzielt. Trotz des durch den Coronavirus verursachten Produktionsstillstands peilt der Kranhersteller einen neuen Umsatzrekord an. Hohe Erwartungen hat das Unternehmen an den boomenden Kreuzfahrtschiffbau. Allerdings auch in China.

Palfinger will trotz Corona-Krise den nächsten Rekord

Palfinger-Vorstandschef Andreas Klauser bleibt optimistisch - trotz massiver Probleme in China.

Palfinger-Vorstandschef Andreas Klauser (CEO) packt mit seinem Kranhersteller einmal mehr als kräftig an: Bis 2022 will er die Zwei-Milliarden-Euro-Umsatzgrenze erreichen, erstmals die Ebit-Marge und den Return on Capital Employed (ROCE) auf ein zweistelliges Niveau heben. Das Rekordergebnis von heuer soll damit nochmals gesteigert werden. „Wir bleiben freilich aktiv, und lehnen uns nicht zurück, trotz hervorragender Ergebnisse“, sagt Klauser.

Allerdings ist der Hebespezialist aufgrund des Coronavirus in China gefordert. Und der Klimawandel macht ihm ebenfalls zu schaffen. Aktuell der außergewöhnlich warme Winter in Russland, in dem die Permafrostböden in der Tundra auftauen und die Landschaft großflächig in begehbare Sumpfgebiete verwandeln. Die Folge: Die Bestellungen für Kräne von Holztransportern aus Russland stagnieren, weil die Holztransporteure auf dem aufgetauten Boden nicht in die Wälder kommen.

Für das Geschäftsjahr 2019 hat der Weltmarktführer immerhin ein Rekordergebnis erzielt: Der Umsatz wurde um 8,6 Prozent auf rund 1,75 Milliarden Euro erhöht. Der Gewinn wurde sogar um 38,1 Prozent auf 80 Millionen Euro angehoben, das Ebit ist um 17,4 Prozent auf 149 Millionen Euro gestiegen.

Bei der Bekanntgabe des Ergebnis hat Klauser deshalb auch gleichzeitig eine Gewinnwarnung für das erste Quartal 2020 ausgegeben. Was aber nicht heißt, dass der Palfinger-CEO von seiner Strategie abweichen will. Die neue Rekordmarke im Jahr 2022 will CEO Klauser durch organisches Wachstum erreichen, wenngleich der Wettbewerb über den Preis schärfer wird.

China im Fokus

Im ersten Quartal 2020 hadert Klauser vor allem mit Problemen in China, wo wegen des Coronavirus Ausnahmezustand herrscht. In Rudong nahe Shanghai, wo Palfinger im Vorjahr im Rahmen eines Joint Ventures die operativen Führung übernommen hat, gibt es derzeit aufgrund der Epidemie quasi einen Produktionsstillstand.

245 der insgesamt 500 Mitarbeiter des Werkes durften nach dem chinesischen Weihnachtsfest aufgrund behördlicher Verfügung nicht mehr aus ihren Heimatprovinzen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. „130 Mitarbeiter sind derzeit noch in Rudong in der Produktion beschäftigt“, sagt Palfinger COO Martin Zehnder. Das Problem: „Die Zulieferketten ins Werk und auch nach außen sind unterbrochen. China steht sozusagen still. Und das betrifft alle.“ Derzeit ist es allerdings nicht abzuschätzen, wie lange die Produktion noch still stehen wird. Mit einem Zeitraum von „drei bis sechs Monaten“ müsse man jedoch rechnen. "Abzuschätzen kann das aber derzeit keiner, weil Chinas Regierung darüber entscheidet, wer wann wohin darf", sagt Zehnder.

Am Ergebnis geht das freilich nicht spurlos vorbei. Auf 2,5 Millionen Euro weniger Ebit wird der Beitrag aus China geschätzt. Klauser rechnet aber damit, dass der Rückschlag noch im Verlauf des Jahres wieder eingeholt werden kann.

Trotz derzeitiger Schwierigkeiten in China bleibt die mittelfristige Strategie aufrecht. Palfinger weiterhin auf den chinesischen Markt. Großes Potenzial sieht Finanzvorstand Felix Strohbichler im Zeitraum der nächsten fünf Jahre etwa im Werftbau für Kreuzfahrtschiffe. China ist dabei, die größte Kreuzfahrtschiffindustrie de Welt aufzustellen. Die Werften haben sehr gut gefüllte Orderbücher. Palfinger ist dabei, über das Neptune Joint Venture mit dem chinesischen Partner sein Standbein im Kreuzfahrt-Rettungsausrüstungsmarkt verstärken.

Ein bisschen Freude

Die Aktionäre dürfen sich zunächst einmal für das Ergebnis freuen. Die Dividende soll nachdem die Hauptversammlung darüber abgestimmt hat von 51 auf 71 Cent erhöht werden. Das ist zumindest ein gutes Signal an alle Aktionäre des Unternehmens, aus dessen Börsenkurs das Coronavirus klar herauszulesen ist. Mit dessen Ausbruch wurde die seit August 2019 dauernde Aufwärtsphase beendet. Seither hat das Papier um rund 15 Prozent an Wert abgegeben (siehe Chart).

Palfinger-Aktie [ISIN AT0000758305] 5-Jahres-Entwicklung. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Palfinger-Aktie [ISIN AT0000758305] 5-Jahres-Entwicklung. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Größter Eigentümer des Unternehmens ist weiterhin die Familie Palfinger mit 56,6 Prozent der Aktien, der chinesische Partner Sany hält 7,5 Prozent der Palfinger-Aktien [ISIN AT0000758305]. 35,9 Prozent sind im Streubesitz.

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