Oxfam: Steuerhinterziehung bei US-Pharmakonzernen

Die Nichtregierungsorganisation Oxfam behauptet, die vier Top-Pharmakonzerne hätten 3,8 Milliarden US-Dollar an Steuern hinterzogen.

Oxfam: Steuerhinterziehung bei US-Pharmakonzernen

Washington/Berlin/Wien. Große US-amerikanische Pharmakonzerne stehen bei Oxfam unter Verdacht, Gewinne in Steueroasen verschoben und so Steuern hinterzogen zu haben. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Hilfs- und Entwicklungsorganisation hervor. Die unter Verdacht stehenden Konzerne sind auch in Österreich vertreten.

Allein die vier Konzerne Pfizer, Merck, Johnson & Johnson und Abbott sollen in Industrie- und Entwicklungsländern in den Jahren 2013 bis 2015 rund 3,8 Mrd. US-Dollar (3,26 Mrd. Euro) an Steuern nicht entrichtet haben. Aus dem Oxfam-Bericht geht hervor, dass allein dem deutschen Staat im genannten Zeitraum rund 316 Mio. US-Dollar (271 Mio. Euro) an Steuern entgangen sein sollen. Die vier Konzerne sind auch in Österreich mit Standorten vertreten: So beschäftigt Pfizer in Wien und Orth an der Donau derzeit rund 520 Mitarbeiter.

Oxfam hat für den Bericht die Umsätze, Gewinne und Renditen der vier Pharmakonzerne in 20 ausgewählten Ländern verglichen und ins Verhältnis zur globalen Durchschnittsrendite gestellt. In Ländern mit durchschnittlichem Steuersatz haben die untersuchten Konzerne laut Bericht lediglich Renditen von etwa sechs Prozent ausgewiesen, während sie in Steueroasen wie Belgien, Irland, den Niederlanden oder Singapur Renditen von durchschnittlich 31 Prozent angaben. Abbott gibt laut Bericht in Irland sogar eine Rendite von über 75 Prozent an, will in Indien aber 36 Prozent Verlust gemacht haben.

Laut Oxfam deutet diese Verteilung auf Steuervermeidungsstrategien der Konzerne hin. "Solche Ergebnisse kommen nicht zufällig zustande. Ganz offenbar werden hier gezielt Gewinne in Steueroasen verschoben", erklärt Tobias Hauschild, Oxfam-Experte für Steuergerechtigkeit. Dies treffe vor allem arme Länder, in denen die Systeme am abhängigsten von Unternehmenssteuern sind und die wegen mangelnder staatlicher Mittel keine ausreichenden Leistungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich zur Verfügung stellen können.

Oxfam fordert deshalb wirksame Sanktionen für Steueroasen, weltweite Mindeststeuersätze sowie mehr Transparenz. "Wir brauchen eine öffentliche Berichterstattungspflicht, in welchem Land welche Gewinne anfallen und welche Steuern darauf gezahlt werden.", so Hauschild.

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