Osram-Betriebsrat legt Beschwerde wegen ams-Offert ein

In Abstimmung mit der Gewerkschaft IG Metall hat der Osram-Betriebsrat beim OLG Frankfurt eine Beschwerde gegen die deutsche Wertpapieraufsicht BaFin eingelegt. Das ams-Offert hätte laut Osram-Belegschaft zurückgewiesen werden müssen.

Osram-Betriebsrat legt Beschwerde wegen ams-Offert ein

München/Graz/Wien. Der Osram-Betriebsrat geht gegen die Genehmigung des zweiten Übernahmeangebotes vom österreichischen Sensorspezialisten ams [ISIN AT0000A18XM4] auf den deutschen Lichtkonzern Osram [ISIN DE000LED4000] vor. Der Konzernbetriebsrat reiche in Abstimmung mit der IG Metall und den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat von Osram Beschwerde beim Oberlandesgericht Frankfurt gegen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein.

Die BaFin sei verpflichtet, das Übernahmeangebot zurückzuweisen, erklärte der Osram-Betriebsrat in einer Mitteilung.

Die Gewerkschaft und der Betriebsrat von Osram waren schon gegen das erste ams-Offert, da sie eine Zerschlagung und einen Job-Abbau befürchtet hatten. Das erste Angebot von ams [ISIN AT0000A18XM4] war gescheitert, weil die Mindestannahmeschwelle nicht erreicht wurde. Diese wurde im zweiten Angebot gesenkt.

Laut Einschätzung des Betriebsrates verstößt das zweite Offert aber gegen das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz. Nach dem Scheitern des ersten Angebots dürfte ams eigentlich für eine Jahr kein weiteres abgeben. Allerdings ist nicht ams selbst der Bieter, sondern zwei verschiedene ams-Tochtergesellschaften. Laut Einschätzung des Osram-Betriebsrats spielt das bei der Beurteilung aber keine Rolle, da eigentlich auch "Angebote durch verbundene Unternehmen von der Verbotsvorschrift erfasst" würden.

ams [ISIN AT0000A18XM4] hatte das zweite Offert am vorigen Donnerstag, den 7. November, abgegeben. Osram [ISIN DE000LED4000] hatte sich zunächst nicht näher zu den Inhalten äußern wollen, sondern eine Stellungnahme binnen der gesetzlichen Frist von zwei Wochen angekündigt. Derzeit befinde sich das Unternehmen in konstruktiven Gesprächen mit ams [ISIN AT0000A18XM4] und verhandle gemeinsam eine Kooperationsvereinbarung, hieß es zuletzt.


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