Opel-Werk in Wien-Aspern baut rund 140 Jobs ab

Opel-Werk in Wien-Aspern baut rund 140 Jobs ab

Opel bestätigt nicht Höhe des Mitarbeiterabbaus. Details zum Abfindungsplan soll es erst in nächsten Monaten geben. Der Betriebsrat trägt den Sozialplan mit.

Wien/Rüsselsheim. Im Opel-Werk in Wien-Aspern werden Mitarbeiter abgebaut: Rund 10 Prozent der 1.400 Mitarbeiter sollen ihren Job verlieren. Ein Getriebeauftrag der Opel-Mutter PSA für das Motorenwerk in Wien-Aspern hat den Stellenabbau laut Gewerkschaft PRO-GE niedriger ausfallen lassen. In den letzten Wochen sei "sehr intensiv" mit der Geschäftsführung verhandelt worden, etwa über den Sozialplan, sagte PRO-GE-Landessekretär Wien, Toni Steinmetz.. Die wichtige Nachricht sei, dass "der Standort Wien gesichert ist", sagte Pressesprecher Josef Ulrich. Der Betriebsrat hat die Streichung von 140 Jobs bestätigt.

Der Neuauftrag sichere vorerst die Auslastung, mittelfristig brauche das Werk aber neue Motoren- und Getriebeaufträge, so der Gewerkschafter. In Wien-Aspern werden für den vorherigen Opel-Eigentümer General Motors (GM) bis 2019/20 noch Motoren produziert. Der französische Autokonzern PSA (Peugeot Societe Anonyme) hatte Mitte 2017 Opel und Vauxhall von General Motors übernommen und alle Werke auf den Prüfstand gestellt.


Als Verhandlungserfolg wertet die Gewerkschaft, dass bei Opel Wien-Aspern alle Jungfacharbeiter und Lehrlinge übernommen werden. Ein maßgeblicher Teil der Belegschaft war zwischen Dezember und März auf Kurzarbeit. Der Wiener Arbeitnehmer Förderungsfonds (waff) steht mit einer Arbeitsstiftung bereit und ist mit den Personalverantwortlichen von Opel und dem Betriebsrat diesbezüglich bereits in Kontakt

Alle Werke stehen auf dem Prüfstand

Der französische Autokonzern PSA (Peugeot Societe Anonyme) hatte Mitte 2017 Opel und Vauxhall von General Motors übernommen und alle Werke auf den Prüfstand gestellt. Wie geplant, läuft heuer ein Teil der Motorenproduktion in Wien aus. Man habe für Wien aber wieder einen Getriebeauftrag für die nächsten Jahre bekommen, hieß es von Opel. Der geplante Stellenabbau sei eine "normale Anpassung an die Auftragslage".

Details zum freiwilligen Abfindungsplan für die betroffenen Opel-Mitarbeiter in Wien sollen in den nächsten Monaten folgen. Der Betriebsrat trägt nach eigenen Angaben den Sozialplan mit.

Ende März hatte der anhaltend Verluste schreibende Autobauer bereits avisiert, Mitarbeitern das Ausscheiden aus dem Konzern schmackhaft machen. Gleichzeitig wurde ein Abfindungsprogramm gestartet. Dieses freiwillige Abfindungsprogramm hätten Geschäftsleitung und Betriebsrat im Rahmen der Einigungsstelle vereinbart, teilte der seit August zur französischen PSA gehörende Autobauer mit.

"Schritt für Schritt schaffen wir mit Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eine nachhaltige Zukunft für unser Unternehmen in Deutschland - so wie wir es gegenwärtig in ganz Europa tun", erklärte Opel-Chef Michael Lohscheller. Im Zuge der Sanierung wollte der Opel-Chef jedoch betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen vermeiden.

Im Stammwerk in Rüsselheim sollen die Personalkosten durch Altersteilzeit, Vorruhestand und Kurzarbeit für Verwaltung und Entwicklung gekürzt werden. Die Kurzarbeit wurde zunächst bis Mitte des Jahres beantragtt. Jobs für Leiharbeitnehmer fallen weg.

Seit der Übernahme druch PSA sank die Beschäftigtenzahl in Europa bis Ende 2017 um 1150 auf 35.670 Köpfe. Die Abfindungssumme soll sich pro Kopf auf bis zu 275.000 Euro belaufen, berichtete die "WirtschaftsWoche". Das Unternehmen wollte die Zahl nicht kommentieren.

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