Opel-Kauf: EU gibt PSA grünes Licht für die Übernahme

Opel-Kauf: EU gibt PSA grünes Licht für die Übernahme

Die EU-Wettbewerbskommissare haben keine Bedenken gegen die Übernahme von Opel durch den französischen PSA Konzern. Das Geschäft kann damit planmäßig bis Jahresende abgeschlossen werden.

Der französische Automobilkonzern PSA Peugeot Citroen hat bei der Übernahme von Opel eine wichtige Hürde genommen. Die EU-Kommission winkte den Zusammenschluss zur europäischen Nummer zwei hinter Volkswagen ohne Auflagen durch. Der Zukauf werfe auf den betroffenen Märkten keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf, teilte die Brüsseler Behörde mit. Die gemeinsamen Marktanteile seien vergleichsweise gering.

Nur in Estland und Polen liege der Anteil für beide Unternehmen bei mehr als 40 Prozent, die Zuwachsraten beliefen sich aber auf unter fünf Prozent. Das fusionierte Unternehmen bleibe in Europa weiter einem starken Wettbewerb gegenüber den großen europäischen Herstellern ausgesetzt, zu denen die EU auch den US-Konzern Ford und die asiatischen Autobauern zählt.

Peugeot begrüßte die Entscheidung: "Es wurde ein wichtiges Etappenziel erreicht." Das Management konzentriere sich nun auf die Erfüllung der übrigen Bedingungen für den Zusammenschluss. Die Entscheidung der Wettbewerbshüter zum europäischen Geschäft der Autobank GM Financial, die Peugeot gemeinsam mit der französischen Bank Paribas übernimmt, werde im zweiten Halbjahr erwartet. Opel äußerte sich nicht.

Closing bis Jahresende

PSA (ISIN FR0000121501) will die insgesamt 2,2 Milliarde Euro schwere Opel-Übernahme vom bisherigen Eigentümer General Motors (ISIN US37045V1008) noch in diesem Jahr abschließen. Die Detroiter Konzernmutter hatte nach immer neuen Verlusten zuletzt die Reißleine gezogen und ihr Europageschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall zum Verkauf gestellt.

Peugeot will mit der Übernahme näher an Europas Branchenprimus Volkswagen (ISIN DE0007664039) heranrücken. Bisher liefert sich PSA ein Kopf-an-Kopfrennen mit dem französischen Konkurrenten Renault (ISIN FR0000131906) um Platz zwei in Europa. Peugeot-Chef Carlos Tavares will die Kosten des gemeinsamen Konzerns durch die Vereinheitlichung von Fahrzeug-Architekturen senken und den Absatz durch weitere Modelle in den nächsten Jahren steigern. So soll Opel langfristig profitabel werden.

GM kommt der Rückzug aus Europa indes teurer als erwartet. Der US-Konzern erhält von PSA zwar 1,3 Milliarden Euro für Opel und Vauxhall. Hinzu kommen weitere 900 Millionen Euro für das europäische Geschäft der Autobank GM Financial. Zugleich muss General Motors allerdings Pensionsverpflichtungen für Opel begleichen. Damit machen die Amerikaner unter dem Strich ein Minus. Die Gesamtbelastung durch den Verkauf hatte GMs Finanzchef Chuck Stevens unlängst auf 5,5 Milliarden Dollar beziffert, eine Milliarde mehr als zuvor geschätzt worden war.

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