OPEC senkt Ölbedarfsprognosen für 2014 und 2015

Die OPEC verliert sukzessive an Marktmacht. Die Nicht-OPEC-Staaten bauen Förderung stärker aus als die OPEC-Länder. Vor allem die USA mit Gewinnung aus Ölschiefer. Libyen produziert weniger nach einem mehrere Monaten dauernden Anstieg.

OPEC senkt Ölbedarfsprognosen für 2014 und 2015

Wien. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) sieht 2014 und 2015 etwas weniger weltweiten Ölbedarf als zuletzt. Kommendes Jahr soll die Ölnachfrage um 1,12 Mio. Fass täglich auf 92,26 Mio. Barrel im Tagesschnitt klettern, erklärte die OPEC am Mittwoch. Vor einem Monat ging sie noch von einem Anstieg um knapp 1,2 Mio. auf 92,3 Mio. Barrel täglich (mb/d) aus. Global verliert die OPEC Marktanteile.

Für 2014 hat die OPEC nun - nach mehreren Monaten der Konstanz - die Verbrauchsprognose ebenfalls erneut leicht nach unten gesetzt. Für heuer geht sie laut neuem Monatsbericht von einem Bedarfsanstieg um 0,93 Mio. auf 91,13 Mio. Fass täglich aus, zuletzt hatte die Schätzung noch auf plus 1,05 Mio. auf 91,2 Mio. Barrel pro Tag gelautet. Diese Rücknahme resultiere hauptsächlich aus einem unerwartet geringen OECD-Verbrauch, so die Ölorganisation.

Stärker als der Nachfrageanstieg nach OPEC-Öl dürfte in beiden Jahren die Angebotsausweitung durch die Nicht-OPEC-Staaten ausfallen, primär getrieben durch die nordamerikanischen OECD-Mitglieder USA und Kanada, aber auch durch Lateinamerika. Für heuer rechnet die Ölorganisation mit einem Non-OPEC-Zuwachs um 1,72 Mio. Barrel pro Tag auf 55,95 mb/d, eine leichte Aufwärtsrevision gegenüber dem Vormonat, unterstützt etwa auch durch das starke Wachstum in den USA bei Shale-Oil (Anm. Ölschiefer) und unkonventionellen NGL (Anm. Flüssiggas; NGL für Natural Liquid Gas). 2015 sollen die Non-OPEC-Lieferungen um 1,36 mb/d auf im Schnitt 57,31 mb/d klettern, ebenfalls etwas höher angenommen als zuletzt; da soll es Zuwächse vor allem in den USA, Kanada, Brasilien geben.

Den Bedarf an OPEC-Öl schätzt die Organisation für heuer auf 29,36 mb/d - und für 2015 im Schnitt auf 28,92 mb/d, die schwächste Nachfrage nach OPEC-Öl seit 12 Jahren. Damit wird aber auch deutlich, dass die übrigen Regionen der Organisation immer mehr den Rang ablaufen. Denn für heuer stellt dies eine Abwärtsrevision um 100.000 Fass täglich gegenüber dem letzten Monatsbericht dar, für kommendes Jahr sogar um 300.000 Barrel pro Tag. Geschuldet ist dies in beiden Fällen einer Aufwärtsrevision der Non-OPEC-Lieferungen bei einem zugleich geringeren globalen Bedarf an "schwarzem Gold".

Zuletzt produzierten die OPEC-Mitgliedsstaaten laut Sekundärquellen im November im Schnitt 30,05 mb/d und stellten damit 32,4 Prozent der Welt-Ölproduktion, ein Minus von 0,39 mb/d gegenüber der etwas nach oben gesetzten Oktober-Schätzung. Der Weltanteil des Kartells hatte im Oktober jedoch noch 32,7 Prozent betragen. Die gesamte globale Ölförderung lag dem Bericht zufolge im November bei durchschnittlich 92,69 mb/d.

Der Ölpreis ist seit Monaten auf Talfahrt, dennoch haben die OPEC-Ölminister bei ihrem letzten Treffen Ende November in Wien keine Senkung des seit Dezember 2011 bestehenden Förderziels von 30 Mio. Barrel pro Tag beschlossen. Am Ende setzten sich die einflussreichen Golfstaaten um den größten OPEC-Produzenten Saudi-Arabien durch, die sich bereits im Vorfeld gegen Kürzungen ausgesprochen hatten.

Saudi-Arabien, das rund ein Drittel der OPEC-Gesamtmenge stellt, brachte es im November (laut Sekundärquellen) auf 9,59 Mio. Fass im Tagesschnitt, etwas unter den Vormonaten, heißt es im neuen Monatsbericht. Der Irak förderte mit 3,36 mb/d mehr als davor, gefolgt von Kuwait mit 2,76 mb/d, Iran mit 2,75 mb/d und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit 2,72 mb/d.

Libyen, wo auch die OMV tätig ist, erlitt infolge der Auseinandersetzungen zwischen islamistischen Milizen und regulären Kräften einen Rückschlag: Für November wurde die Fördermenge laut diesen Angaben auf nur 638.000 Fass/Tag geschätzt, nachdem es im Oktober - den vierten Monat in Folge - eine Verbesserung auf 887.000 b/d gegeben hatte. Im Gesamtjahr 2013 hatte es Libyen noch auf 928.000 Fass im Tagesschnitt gebracht, 2012 sogar auf 1,39 Mio. Fass.

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Agatha Kalandra ist seit 2016 Partnerin und Leiterin des Management-Consulting-Teams von PwC Österreich und Member of the Management Board. Sie verfügt über einen MBA in Controlling und Finance und mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Ihr Fokus liegt auf Finance-Transformation, HR-Transformation und Sustainability.

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